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Fluglärm wird kommen und die Protestwelle auch

Kleinmachnow Fluglärm wird kommen und die Protestwelle auch

Die Eröffnung des BER ist erneut verschoben, doch die Problemlage der drohenden Belästigung durch die lauten Maschinen für die Menschen bleibt. Durch die geänderten Linienführungen gibt es viel mehr Betroffene. Kleinmachnower Fluglärmgegner rüsten schon einmal auf.

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Von diesen Dreibeiner-Aufstellern soll es bald nur noch sechs in Kleinmachnow geben. Außerdem kommt die Botschaft an Woidke jetzt wieder ab..

Quelle: Claudia Krause

Kleinmachnow. Mit markigen Sprüchen sparen die Fluglärmgegner in Brandenburg nicht, um ihre Sorgen und Enttäuschungen zum Ausdruck zu bringen. Auch wenn es etwas ruhiger geworden ist, da sich die Fertigstellung des BER weiter verschiebt, bleibt die Problemlage der drohenden Belästigung durch die lauten Maschinen für die Menschen. „Der Flughafen wird irgendwann öffnen, vielleicht Ende 2018, und dann ist der Lärm da und eine Welle von Protest kommt hoch“, sagt Matthias Schubert, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) „Kleinmachnow gegen Flugrouten“. Durch die geänderten Linienführungen gebe es „viel mehr Betroffene. „Das wird ein Selbstgänger“, so Schubert am Mittwoch zur MAZ.

Deshalb gehören auch weiter Protest-Schilder zum Alltag in der Gemeinde Kleinmachnow. Die hat sogar 19 Standorte auf öffentlichem Straßenland genehmigt für die Aufsteller von sogenannten massiven Dreibeinern. Einige sind inzwischen beschädigt oder gestohlen, aber 12 stehen noch und künden in roten Lettern auf weißem Grund vom „Verrat an 106 000 Wählern“ – gerichtet ist der Vorwurf an „Herr Woidke“, gefordert ist das Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Anlass für die Schilder waren die gescheiterten Koalitionsverhandlungen in Berlin. Denn die Linken wie die Grünen haben das Nachtflugverbot nicht gegen den großen Koalitionspartner SPD in der Hauptstadt durchsetzen können. Auch Kleinmachnower, Stahnsdorfer und Teltower Fluglärmgegner hatten vor den Tagungsorten der Berliner Parteitage demonstriert.

„Der Verrat liegt in der vornehmen Zurückhaltung. Darin, dass Brandenburg nicht mit gebotener Deutlichkeit gefordert hat, dass auch Berlin dem Nachtflugverbot folgt“, erklärt Schubert (SPD). Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte „dem Koalitionspartner in Berlin nicht reinreden wollen“. Aber „Brandenburg zeigt immer auf Berlin“, kritisiert Schubert. Während das Volksbegehren für ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr in Brandenburg erfolgreich war, scheiterte eine ähnliche Initiative in Berlin knapp.

Jetzt bereiten die Berliner eine neue Volksinitiative vor und die Kleinmachnower wollen ihnen dabei helfen, so, wie es die Berliner einst für Brandenburg getan haben. In Berlin könne „man frei sammeln, auch in der S-Bahn“, so Schubert. Ihm seien damals die Zettel aus der Hand gerissen worden. Ziel ist es, dass die Berliner Seite die gemeinsame Landesplanung mit Brandenburg ändert, denn Berlin strebt kein Flugverbot zwischen 22 und 6 Uhr an, wie es Linke und Grüne im Wahlkampf gefordert hatten. Stattdessen soll es Lärmentlastungen durch wechselnde Bahnnutzung in den Abend- und frühen Morgenstunden geben. Immerhin seien jetzt Gesprächstreffen mit den Berliner Linken und Grünen für den 14. bzw. 27. Februar vereinbart, sagt Anti-Fluglärmaktivist Schubert.

Matthias Schubert, der Kleinmachnower BI-Vorsitzende

Matthias Schubert, der Kleinmachnower BI-Vorsitzende.

Quelle: Claudia Krause

Aber zunächst rüsten die Kleinmachnower auf Wunsch ihres SPD-Bürgermeisters ab und lassen nur noch sechs Protest-Dreibeiner stehen. Man einigt sich gerade über die Standorte. Und das Verrat-Plakat weicht im Februar wieder „unserem Platzhalter, dem rot-weißen Flugzeug-Verbotsschild“, so Schubert.

Von Claudia Krause

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