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Fördertopf ist schon zur Hälfte leer

Fläming/Havel Fördertopf ist schon zur Hälfte leer

Zur Halbzeit des Förderzeitraumes im Leader-Programm der Europäischen Union ist das Budget der Lokalen Aktionsgruppe Fläming/Havel schon zu 57 Prozent ausgeschöpft. Nur noch 10 von 23,5 Millionen Euro können für Ideen ausgegeben werden, welche die Lebensqualität auf dem Landes stärken. Es gibt offenbar eine Vielzahl davon

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Thomas Zahn bereitete Eisbein und Wildfleisch im geförderten Bardenitzer Backhaus zu.
 

Quelle: Danilo Hafer

Groß Kreutz.  Bier aus Schmerzke, Waffeln aus Rogäsen – wenn es um die Entwicklung und Vermarktung regionaler Produkte geht, sind die Aussichten dafür eine Förderung aus dem Leader-Programm der Europäischen Union zu erhalten, nicht schlecht. Allerdings wird keineswegs jede Idee als gut befunden. So hat die Produktion von Luzerneballen als regionale Tierfutterspezialität keine Förderzusage erhalten.

Dessen ungeachtet gibt es zwischen Havel und Fläming viele innovative Ideen. Denn von dem 23,5 Millionen Euro umfassenden Budget, das für hiesige Vorhaben zwischen 2014 bis 2020 zur Verfügung steht, ist schon jetzt weit mehr als die Hälfte ausgeschöpft worden. „In den kommenden drei Jahren können gerade noch zehn Millionen Euro ausgeben werden“, sagte Heiko Bansen von der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel. Die Nachfrage dürfte höher sein. Nicht weniger als 250 Projektskizzen haben Bansen und seine Mitstreiter in der ersten Hälfte des Förderzeitraumes in Augenschein genommen.

130 davon sind gereift und haben eine Empfehlung erhalten. 114 davon sind oder werden nach der endgültigen Bewilligung durch das Landesamt für Flurneuordnung gerade umgesetzt, berichtete Bansen bei der Halbzeitkonferen jetzt in Groß Kreutz. 50 Interessierte waren der Einladung gefolgt, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. „Ich bin sehr dankbar, wie es gelaufen ist“, sagte Karl Geyer, Besitzer des Herrenhauses in Rogäsen. Das Gebäude konnte dank der Zuwendung saniert werden.

Ob ein Projekt bei den halbjährlichen Bewertungsrunden überhaupt befürwortet wird, hängt maßgeblich davon ab, inwiefern es in die 2013/14 nach umfassender Bürgerbeteiligung erarbeitete und beschlossene Regionale Entwicklungsstrategie für den strukturschwachen Südwesten des Kreises Potsdam-Mittelmark passt. Neben Wirtschaftsförderung und Ressourcenschonung sind Naherholung und Tourismus sowie Lebensqualität und Dorfentwicklung die festgelegten Handlungsfelder, in denen mit den Konzepten mehr oder weniger gepunktet werden kann.

23 von 40 Anträgen befürwortet

Gerade ist die fünfte Bewilligungsrunde für Geld aus dem Leader-Programm der Europäischen Union zu Ende gegangen. 40 Anträge galt es unter die Lupe zu nehmen.

23 Vorschläge sind als förderfähig befürwortet worden. Die letzte Entscheidung obliegt dem Landesamt für Flurneuordnung und Ländliche Entwicklung.

Die Sanierung der Sporthalle Marzahna und der Grundschule Wusterwitz, der barrierefreie Ausbau der Gaststätte“Paradies“ in Dippmannsdorf stehen unter anderem auf der Liste.

Mit dabei auch der Radwegebau Busendorf – Kanin und Kanin – Klaistow.

Zusätzlich kann ein Vorhaben des ländlichen Wegebaus finanziert werden: Brücke über den Emsterkanal in der Gemeinde Kloster Lehnin.

Was zur Stärkung vor Ort beigetragen hat, ist um Beispiel der Bau eines Backofens in Bardenitz. Etwa 75 Prozent der Kosten von rund 12000 Euro sind aus dem EU-Fonds bezahlt worden. Im Frühjahr ist er mit einem großen Fest eingeweiht worden und wird nun des öfteren angeheizt. Etwa zwei Drittel aller Anträge haben derlei gemeinschaftliche Vorhaben zum Inhalt. Für die 31 touristischen Vorhaben flossen indes lediglich 2,9 Millionen Euro und als Wirtschaftsförderung kam lediglich eine Million Euro zum Einsatz.

„Leider werden nur Investitionen bezuschusst“, sagte Bansen. Er sieht durchaus Bedarf bei fortlaufenden Kultur- und Bildungsangeboten. Immerhin hat es sogar dazu geführt, dass neben meist ortsbildprägenden Gebäuden Landschaftsbau möglich wurde. Die Herrichtung der Brautrummel bei Grubo geht dem Ende entgegen und wird bereits von Wanderfreunden aus nah und fern als gelungen gelobt.

Dennoch gibt es für die Protagonisten keinen Grund, sich auszuruhen. „Längst sind die Entwicklungsziele nicht erreicht. Es gilt weiter das Augenmerk darauf zu richten“, sagt Barbara Klembt. Die langjährige Bürgermeisterin der Gemeinde Wiesenburg/Mark war als Vorsitzende des Tourismusvereins dabei. „Aber die Richtung stimmt und es steht wohl außer Frage, dass der ländliche Raum weiter die Unterstützung nötigt“, resümierte Christa Menz, die einst mit die Lokale Aktionsgruppe zu dem Zweck mit aus der Taufe gehoben hat.

Von Andreas Koska und René Gaffron

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