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Potsdam-Mittelmark Förster Funke hielt die Zügel in der Hand
Lokales Potsdam-Mittelmark Förster Funke hielt die Zügel in der Hand
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18:25 22.09.2017
Förster Heinrich Funke am Machnower See auf einer historischen Aufnahme. Quelle: Repro: Stephan Laude
Kleinmachnow

In Kleinmachnow wurde am Donnerstag auf Karl Friedrich Heinrich Funke angestoßen, besser bekannt als Förster Funke. Anlass war der 150. Geburtstag des ersten Gemeindevorstehers von Kleinmachnow. Zu der Feier im Rathaus waren auch Nachkommen Funkes gekommen, darunter ein junger Mann, der selbst gerade Geburtstag hatte, seinen 18. So gab es vor der Würdigung des Gemeindevorstehers – der Begriff Bürgermeister wurde erst später eingeführt – ein Ständchen für dessen Ururenkel, angestimmt vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Maximilian Tauscher.

Heinrich Funke hatte am 1. April 1895 auf dem Gut Klein-Machnow seinen Dienst als Privatförster der Herren Georg und Dietloff von Hake angetreten. Als am 1. April 1920 der Gutsbezirk aufgelöst und in die Landgemeinde Kleinmachnow umgewandelt wurde, bestellten die Gemeindevertreter Funke einstimmig zu ihrem Vorsteher. Bei den nachfolgenden Wahlen 1924 und 1928 wurde er im Amt bestätigt. 1932 wurde er auf Vorschlag seines Nachfolgers Georg Herholz mit einer aufwendig gestalteten Urkunde zum Ehrenbürger ernannt; er ist bis heute der einzige.

Heinrich Funke wurde 69 Jahre alt. Er starb am 9. März 1936. Zur Beisetzung waren, wie Heimatforscher Günter Käbelmann aus einem damaligen Zeitungsbericht zitierte, so viele Menschen gekommen, dass sich der Friedhof als zu klein erwies. Funke war außerordentlich beliebt. Er galt als klug und gutherzig, was auch diese Anekdote belegt: Eines Tages hatte Funke eine sehr unangenehme Aufgabe zu erledigen: Er musste in Begleitung eines Polizisten zu einem alten, ärmlich lebenden Ehepaar gehen, dem nachgesagt wurde, dass es gelegentlich gutseigenes Rehwild im Bratofen habe. Und richtig, auf dem Küchentisch lag herrlich duftend eine zarte, nicht sehr große Rehkeule. Förster Funke, der den meinungsvollen Blick des Polizisten wohl bemerkt hatte, wollte retten, was zu retten war und sagte so harmlos wie möglich: „Na, lassen Sie sich mal die Ziege gut schmecken!“ „Ziege!“ fuhr die Frau auf, „wat’n Reh und wat ne Ziege is, det sollten Sie, Herr Förster, doch wohl wissen!“

Mit dem Porträt des Geehrten: Gäste der Feier zum 150. Geburtstag von Heinrich Funke. Maximilian Tauscher, Vorsitzender der Gemeindevertretung, Rilva Waßmund, Witwe von Horst Waßmund, Manfred Töpfer neben seiner Ehefrau Elke Töpfer, Enkelin von Förster Funke, Michael Grubert, Bürgermeister, Valentin und Jonathan Töpfer, Ururenkel, Heike Töpfer, Urenkelin. Quelle: Stephan Laude

Erzählt wurde die Anekdote von Funkes Tochter Doris Waßmund. Sie steht in einem Buch mit dem Titel „Damals in Kleinmachnow“, einer losen Sammlung von Geschichten, die 1998 Horst Waßmund zusammengetragen hat, der Sohn von Alfred Waßmund, welcher wiederum der Schwiegersohn von Heinrich Funke war. Von dem Buch sind lediglich neun Exemplare gedruckt worden. Axel Mueller, der Vorsitzende des Heimatvereins, hatte zu Beginn der Feier seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, das Buch nachdrucken zu können. Und schon eine halbe Stunde später gab es grünes Licht dafür. Denn kurz nach Beginn der Feier traf die Witwe des Autors, Ritva Waßmund, ein. Die 75-Jährige lebt in Helsinki, besucht aber häufig Berlin und bei dieser Gelegenheit auch Kleinmachnow und den dortigen Friedhof. Die rüstige alte Dame erklärte sich sofort bereit, den Nachdruck des Buches zu erlauben, was in dem beim Heimatverein vorhandenen Exemplar umgehend schriftlich festgehalten wurde. Eine neue Auflage wäre ein schönes Geschenk, das sich die Gemeinde zu ihrem Jubiläumsjahr 2020 machen könnte, wenn sie 100 Jahre alt wird.

Förster und Gemeindevorsteher

Karl Friedrich Heinrich Funke wurde am 21. September 1867 in Trebbin als Sohn eines Gastwirtsehepaars geboren.

Nach Schul- und Militärzeit besuchte Funke die Forstschule in Groß-Schönebeck.

Im Frühjahr 1895 trat er seinen Dienst als Privatförster auf dem Gut Klein-Machnow an und heiratete Bertha Hoffmann, die aus Lübben stammte.

Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

1920 wurde der Förster Bürgermeister. Während seiner Amtsjahre erlebte Kleinmachnow einen gewaltigen Bevölkerungszuwachs. Grund war die Erschließung durch Siedlungsgesellschaften.

1932 wurde Funke Ehrenbürger, die Ost-West-Achse der Gemeinde erhielt den Namen Förster-Funke-Allee.

Von Stephan Laude

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