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Forderung: Mehr Jugendarbeit im "Pogo"

Kritik an Arbeit des Jugendzentrums Forderung: Mehr Jugendarbeit im "Pogo"

Das Jugendfreizeitzentrum "Pogo" ist in Bad Belzig eine Institution. Im aktuellen Ausschuss für Soziales, Bildung und Kultur der Bad Belziger Stadtverordneten sah sich die Einrichtung nun jedoch heftigen Angriffen ausgesetzt. Die Politik wünscht sich unter anderem mehr Angebote für Jugendliche und rügt den "Spielplatz für Erwachsene".

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Peter Lehmann sieht sich harter Kritik ausgesetzt.

Quelle: MAZ

Bad Belzig. „Die Wertschätzung für das, was sie leisten, ist vorhanden“, sagt Burkhard Kroll. „Doch es deckt nur zehn Prozent von dem ab, was wir erwarten“, so der bündnisgrüne Abgeordnete im Ausschuss für Soziales, Bildung und Kultur in Bad Belzig. Er macht keinen Hehl daraus, dass er am liebsten Träger und Personal des Jugendfreizeitzentrums Pogo vor die Tür setzen würde.

Der für drei Jahre gültige Betreibervertrag mit der Stiftung SPI (Sozialpädagogisches Institut) „Walter May“ ist jedoch laut Hauptamtsleiter Heinz Friese frühestens 2017 kündbar. Also soll nun eine Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung und Angestellten die Konzeption für die Einrichtung überprüfen und nötigenfalls Veränderungen ausrichten.

So heftig wie Montagabend ist die Arbeit von Peter Lehmann und Mitstreitern wohl noch nie kritisiert worden. Dabei hatten die Kollegen versucht, ihr breites Leistungsspektrum von Bildungs- und Medienarbeit über Projektmanagement und Dienstleistung bis hin zur Jugendarbeit darzustellen. „Mit durchschnittlich 500 bis 700 Kontakten im Monat ist die Besucherfrequenz – ohne Veranstaltungen – dem Zuspruch des Hauses der Offiziere, einem vergleichbaren Anbieter in Brandenburg/Havel ,ebenbürtig“, stellte Sozialarbeiterin Stefanie Helbig fest.

Unter anderem wegen der Konzert- und Kabarettangebote werde der Treff häufig als „Spielplatz für Erwachsene“ wahrgenommen, befand Jan Eckhoff. Mit der Formulierung griff ein Motto aus der Selbstdarstellung des Jugendfreizeitzentrums Pogo auf. „Mit dem im Internet ausgewiesenen Offerten – Musikcafé, Billard, Tischtennis und Dart – ist es jedenfalls kein Wunder, dass lediglich zwei Prozent der Jugendlichen in der Kur- und Kreisstadt erreicht werden“, so der sachkundige Einwohner der Linken. Einmal mehr wurde der Vorwurf der falschen Toleranz erhoben, wenn etwa bei Tanzveranstaltungen rechtsextreme Auswüchse registriert, aber nicht sanktioniert würden.

Jahresetat: 200.000 Euro

Die SPI-Stiftung Walter May betreibt seit 2010 das Jugendfreizeitzentrum Pogo im Auftrag der Stadt Bad Belzig.
Mehr als die Hälfte des 200.000 Euro umfassenden Jahresetats erhält die Einrichtung nach wie vor von der Kommune.
Mit zwei Vollzeitstellen (Peter Lehmann, Stefanie Helbig) sowie diversen Arbeitsförderungen muss der Betrieb abgesichert sein. Außerdem gibt es projektbezogene Beschäftigung für Olaf Görisch und Manuela Krüger.

Den Vorwurf ließ Andreas von Essen zumindest nicht unkommentiert. Der Geschäftsführer der SPI-Stiftung, die auch in Bad Freienwalde und Senftenberg tätig und dort nicht umstritten sei, sieht vielmehr in allen Offerten „Ansätze für mehr Miteinander, auch wenn wir nicht die Welt retten werden“. Darüber hinaus bat er, die Möglichkeiten von Personal und Ausstattung zu beachten. Selbst bei den Stadtvätern ist nicht gewiss, ob der Pogo-Standort in dem einstigen Wohnaus günstig und von Dauer ist. Womöglich ergibt sich langfristig einer Perspektive in der ehemaligen Geschwister-Scholl-Grundschule am Busbahnhof.

Olaf Görisch verteidigte etwa die Kurse für junge Erwachsene (19 bis 39 Jahre), die ihren Schulabschluss nachholen, was im weitesten Sinne deren Kindern zu Gute komme. Achim Wehrle, sachkundiger Einwohner für Bündnis 90/Die Grünen, sieht einen Bildungsträger unter dem Dach eher kritisch. Seine Partei wünscht sich mehr mobile Jugendarbeit auf den Dörfern sowie verstärktes Engagement für Integration.

Von René Gaffron

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