Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Forstarbeiten im Wald trotz Brutzeit
Lokales Potsdam-Mittelmark Forstarbeiten im Wald trotz Brutzeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:11 17.05.2018
Forstarbeiten trotz Brutzeit in Klosterheide. Das erregt in Lehnin Unmut. Die Maschine fräst Schneisen für Forstfahrzeuge frei. Quelle: Marion von Imhoff
Lehnin

Schon von weitem schallt der Lärm durch den Wald von Klosterheide in Lehnin. Eine große Forstmaschine arbeitet sich ein paar hundert Meter vom Sportplatz entfernt durch den Mischwald. Das Fahrzeug, ein so genannter PM Trac mit Mulcher, ist im Auftrag der Landeswald-Oberförsterei Belzig im Einsatz, um trotz Brutzeit Schneisen frei zu fräsen. Ein Forstarbeiter bedient das Fahrzeug.

Während jeder Gartenbesitzer, überspitzt gesagt, nach dem Bundesnaturschutzgesetz zwischen dem 1. März und 30. September nur noch seine Rosen schneiden darf, um keine Vögel bei der Brut zu stören, fräst die Maschine Buschwerk um Buschwerk fort.

Anwohnerin Sabine Dechow kann nur den Kopf schütteln

Für Sabine Dechow, die in der Nähe eine Pension betreibt, ist das ein Unding: „Ich bin Bürgerin und gehe hier immer spazieren. Das hat hier mit ökologischer Nachhaltigkeit nichts zu tun. Das kann doch nicht stimmen,“, sagt die Lehninerin. Forstarbeiten wie Holzeinschlag seien ja gut und schön, „aber alles bitte zur richtigen Jahreszeit und nicht jetzt zur Brutzeit“, sagt Sabine Dechow. „Solche Arbeiten haben sie hier im Mai noch nie gemacht, solange wir hier wohnen. Ob Vögel da nisten oder Eidechsen leben, das Fahrzeug nimmt ja beim Fräsen alles mit.“ Dort, wo die Forstmaschine gefahren ist, ist der Boden aufgewühlt und riecht nach frischem Humus. Sabine Dechow kann da nur den Kopf schütteln.

Andreas Große. Leiter für nachhaltige Nutzung bei der Landeswald-Oberförsterei, verteidigt indes die maschinellen Forstarbeiten. „Wir dürfen das.“ Sonst könnten über Monate keine Forstarbeiten mehr stattfinden, sagt Große.

Schneisen für forstwirtschaftliche Fahrzeuge

Die Arbeiten sollen Schneisen freihalten und beseitigen Unterholz, damit diese befahrbar blieben. Diese Schneisen zögen sich durch den ganzen Wald und nur dort dürften forstliche Maschinen fahren, so Große. „Dass dabei Tiere gestört werden, liegt in der Natur der Sache“, sagt Große

Die Arbeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Auch Gertfred Sohns vom Brandenburger Regionalverband des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) kritisiert die Arbeiten, sagt aber, diese seien hinzunehmen. „Das ist wie bei landwirtschaftlichen Flächen, die ja auch ganzjährig bewirtschaftet werden dürfen“, sagt Sohns. „Wünschenswert wäre aber, solche Arbeiten in den Herbst oder Winter zu legen, denn für die Tiere im Wald bedeuten sie Ungemach.“

Nabu appelliert an die Politik, Lebensräume für Tiere zu bewahren

Gerade jetzt im Mai bekommen Rehe ihre Kitze. „Einige haben ihre Kitze schon abgesetzt, andere Rehe sind noch tragend“, berichtet Sohns. Auch Singvögel, die am Boden oder in Büschen nisteten, würden massiv gestört, sagt Sohns. „Für die Tierwelt ist das schon ein großer Eingriff.“ Davon betroffen seien auch Hasen und anderes Niederwild wie Kaninchen und Rebhuhn. Sohns fordert die Politik auf, „umzusteuern, um Lebensräume für Tiere zu bewahren“.

Die Brutzeit der Vögel beginnt bei einigen Arten schon im März und dauert bis in den August hinein. Einige Vögel brüten zwei Mal hintereinander. .

Von Marion von Imhoff

Die Reckahner können etwas aufatmen. Für Lastwagen gilt in ihrem Dorf künftig Tempo 30. Das hat jetzt das Straßenverkehrsamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark festgelegt – nach langem Ringen.

17.05.2018

Die Waffen lagen gut sichtbar im unverschlossenen Auto, das vor einer Grundschule parkte – diese Unvorsichtigkeit hat einem Waffenbesitzer aus Roskow nun eine Anzeige eingehandelt. Bei einer Polizeikontrolle zeigte sich der 75-Jährige ziemlich uneinsichtig.

17.05.2018

Wo noch keine Maibäume stehen, werden die geschmückte Bäume jetzt zu Pfingsten gerichtet. Darunter gibt es Musik, Tanz und noch mehr Spektakel. Die MAZ gibt einen Überblick.

17.05.2018