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Forstexperten auf Eiersuche im Kiefernwald

Niemegk Forstexperten auf Eiersuche im Kiefernwald

Die gefräßige Forleule und andere Forstschädlinge können zur Gefahr für Kiefern-Bestände im Fläming werden. Nach der alljährlichen Winterbodensuche gab es zunächst Besorgnis für die Reviere Niemegk und Marzahna. Die Nachkontrolle stimmt die Forstleute nun aber optimistischer: Ein Gifteinsatz aus der Luft wird dieses Jahr wahrscheinlich nicht nötig sein.

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Unter anderem mit der Probefällung einer Kiefer kontrollieren Forstmitarbeiter den Schädlingsbefall der Forleule. Hier bei der Nachsuche im Revier Niemegk.

Quelle: Karin Heintz

Niemegk. Schon einige Tage vor Ostern waren Mitarbeiter der Oberförsterei Dippmannsdorf auf Eiersuche im Kiefernwald. Im Revier Niemegk – nördlich des Industriegebietes in Richtung Grabow – sowie bei Marzahna hielten Förster und Waldarbeiter Ausschau nach Eiern der Forleule. Dieser Kiefernschädling kann den Wäldern gehörig zu schaffen machen, wenn der gefräßige Falter sich zu stark ausbreitet und vor allem, wenn er in Kombination mit anderen Schädlingen auftritt.

Grund zur Besorgnis hatten die Forstleute diesbezüglich zunächst nach der alljährlich in allen neun Revieren der Region stattfindenden Winterbodensuche. „Dabei waren erhöhte Zahlen in den Revieren Niemegk und Marzahna aufgetreten“, erklärt Karin Heintz, die Leiterin der Oberförsterei Dippmannsdorf des Landesbetriebes Forst Brandenburg.

Also war jetzt die übliche Nachsuche nötig. Sie umfasst stets auch das Fällen eines Probebaumes. Penibel wird dabei jede Nadel kontrolliert. Festgestellt werden soll so, ob und wie viele Eier die frisch geschlüpften Falter der Forleule neu abgelegt haben. Daraus erstellen die Forstleute eine Hochrechnung. Experten des Landeskompetenzzentrums Forst in Eberswalde wiederum leiten nach Auswertung der Zählungsdaten aus den Revieren sodann ihre Prognose ab, mit wie vielen gefräßigen Raupen sie diesmal rechnen müssen. Dann wird festgelegt ob und wo der Schädling im Jahr darauf mit per Hubschrauber versprühtem Gift aus der Luft bekämpft werden muss.

Warme Winter schaden Schädlingen

In jedem Winter gibt es in ausgewählten Kiefernbeständen am selben Ort den gleichen Suchmodus. Quadratmeterweise wird der Boden nach den Puppen des Kiefernspanners, der Forleule sowie nach den Kokons der Kiefernbuschhornblattwespen und nach Kiefernspinnern durchkämmt.

Mildes Winterwetter schadet den Insekten. Deren Puppen werden dann stärker von Pilzen befallen.

Andere natürliche Feinde der Schädlinge sind Bakterien, Viren und Schlupfwespen. Diese höhlen die Puppen von innen aus.

Auch Wildschweine und Laufkäfer wissen eine Portion Eiweiß zu schätzen und Fressen die Puppen.

„Da nun bei der Nachsuche aber nur wenige Eier gefunden wurden, kann vermutlich Entwarnung gegeben werden“, teilt Karin Heintz mit. Die endgültige Entscheidung falle jedoch in Eberswalde.

Alljährlich suchen die Forstleute bei der Winterbodensuche in der obersten Streuschicht des Waldbodens in festgelegten Rastern nach den Insektenlarven in ihren Puppen. Üblicherweise gelten die Wochen im Dezember oder Januar als ideal für die Inspektion der Böden auf Schadinsekten. Nach mehreren Tagen Frost verpuppen sich die Insekten, die sich im Sommer und Herbst haben von den Bäumen herabfallen lassen, nämlich im Boden. Im Frühjahr schlüpfen daraus die Falter und legen ihre Eier auf den Nadeln der Baumkronen ab. Dann beginnt das große Fressen der Larven, die in ihren verschieden Stadien einen gehörigen Hunger auf frische Mai-Nadeln und später auch auf ältere Nadeln entwickeln.

Besonders gefährlich werde es für einen Waldbestand mit Kiefern, „wenn die Forleule gemeinsam mit Spinnern, Spannern und der Nonne auftritt“, sagt Ute Müller, Baumexpertin der Oberförsterei Dippmannsdorf. Doch konnten die Experten auch in den Vorjahren Entwarnung geben. „Zuletzt musste in den verbreiteten Kiefernbeständen im Jahr 2014 die Nonne aus der Luft bekämpft werden“, so Ute Müller.

Von Thomas Wachs

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