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Bilder erzählen verborgene Geschichten

Stahnsdorf Bilder erzählen verborgene Geschichten

Mehr als 40 Jahre lebt Heidrun Möller schon direkt neben dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf. Sie hat an diesem Friedhof ihre Kinder und Enkelkinder aufwachsen sehen. Bekommen sie und ihr Mann Besuch gehen beide mit ihren Gästen auf dem Friedhofsgelände spazieren – und jedes Mal hat sie ihre Kamera dabei. Eine Auswahl ihrer Motive stellt sie jetzt öffentlich aus.

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Heidrun Möller entdeckt mit ihrer Kamera die oftmals verborgenen Schönheiten des Südwestkirchhofes in Stahnsdorf.

Quelle: K. Reiner

Stahnsdorf. Mehr als 40 Jahre lebt Heidrun Möller schon direkt neben dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf. Sie hat an diesem Friedhof ihre Kinder und Enkelkinder aufwachsen sehen. Bekommen sie und ihr Mann Besuch gehen beide mit ihren Gästen auf dem Friedhofsgelände spazieren – und jedes Mal hat sie ihre Kamera dabei.

Im Laufe der Jahrzehnte hat Möller unzählige Fotos auf dem Friedhof geschossen. Brunnen, Natur und Grabsteine. Im Winter bei Schnee und im Frühling bei blühenden Sträuchern. Der Friedhof, der zu den schönsten und bedeutendsten in Deutschland zählt, beherbergt viele Ruhestätten bekannter Persönlichkeiten aus dem 19. sowie dem 20. Jahrhundert. Große Teile des Friedhofs bestehen aus wilder Natur und Wald. Eine gute Kulisse für Fotografen. „Mittlerweile sind es bestimmt an die 1000 Aufnahmen, die ich vom Kirchhof habe“, sagt die Rentnerin.

Im Foyer des Gemeindezentrums Stahnsdorf hängen jetzt bekannte Motive des Südwestkirchhofs von den Grabsteinen berühmter Persönlichkeiten – allen voran Heinrich Zille – und der Kapelle aus dunklem Holz. Daneben sieht man Fotografien von verfallenen Urnen und andere Momentaufnahmen, die Möller zufällig auf einem ihrer Spaziergänge entdeckt hat. „Ich weiß gar nicht, ob ich diese Urne wiederfinden würde“, kommentiert die Stahnsdorferin ein Foto.

Die Bilder von blumengeschmückten Grabsteinen und Jubiläumsveranstaltungen auf dem Friedhof erzählen ein Stück deutsche Geschichte. Ein Foto zeigt das Grab von Joachim Gottschalk. Der Schauspieler hat sich gemeinsam mit seiner jüdischen Frau und seinem Sohn während des zweiten Weltkriegs das Leben genommen. Seit 1941 hat die Familie eine gemeinsame Ruhestätte auf dem Friedhof, einen schlichten, naturbelassenen Stein. Das neueste Werk hat Möller erst nachträglich zwischen die anderen Bilder an die Wand gehängt: Man sieht auf dem Foto ein Meer von Blumen an der Stelle, wo Manfred Krug vor wenigen Tagen begraben wurde.

Wenn Heidrun Möller erklärt, was auf ihren Bildern zu sehen ist, strahlen ihre Augen. Es ist eine ganz besondere Beziehung, die sie zum zweitgrößten Friedhof Deutschlands hat. „Die Ruhe und die Natur sind sehr schön. Und selbst nach so langer Zeit entdeckt man immer eine Überraschung.“ Besonders schwärmt die Stahnsdorferin über die Brunnen –an ihren Enkel hat sie diese Leidenschaft schon weitergegeben.

Mit ihrer Ausstellung will die Rentnerin, die Mitglied im Förderverein Südwestkirchhof e.V. ist, ihre Begeisterung für den Friedhof auch mit anderen Stahnsdorfern teilen. „Ich will die Menschen dazu anregen, auf diesem einzigartigen Friedhof auf Entdeckungstour zu gehen.“, so Möller.

Wenn sie selbst mit ihrem Mann neue Ecken des Friedhofs auskundschaftet, überlegt sie manchmal, welche Stelle ihr besonders gut gefällt. Denn eines ist klar: Wenn ihr Leben irgendwann vorbei ist, dann will sie auf dem Südwestkirchhof bleiben.

Heute Galeriegespräch mit Fotografin und Verwalter

Noch bis Ende Dezember stellt Heidrun Möller ihre Fotos vom Südwestkirchhof Stahnsdorf im Foyer des Gemeindezentrums, Annastraße 3, aus.

Heute findet um 18.30 Uhr im Gemeindezentrum Stahnsdorf ein Galeriegespräch mit der Fotografin, Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) und dem Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt statt. Besucher erhalten auch Informationen zu den nächsten Veranstaltungen auf dem Südwestkirchhof.

Die Ausstellung möchte unter anderem auf die Arbeit des Fördervereins Südwestkirchhof Stahnsdorf aufmerksam machen. Der Förderverein betreibt ein Infohaus für Besucher am Eingang zum Friedhof. Neue Mitglieder sind willkommen.
Weiter Informationen sind unter www.stahnsdorf.de zu finden.

Von Katinka Reiner

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