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Potsdam-Mittelmark Frauen im Spiegel ihrer Zeit
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19:41 04.03.2018
Carolin Huder, Chefin der Neuen Kammerspiele Kleinmachnow, hielt die Eröffnungsrede. Quelle: Stephan Laude
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Kleinmachnow

Im Rathaus Kleinmachnow ist eine neue Ausstellung zu sehen: Auf 16 Schautafeln werden Frauen vorgestellt, deren Wirken und Schaffen mit der Geschichte der Gemeinde verbunden ist. „Frauen von Kleinmachnow im Spiegel der Zeit“ lautet der Titel der Schau. Die vom Heimatverein Kleinmachnow zusammengestellte Ausstellung ist ein Beitrag zur 28. Brandenburgischen Frauenwoche.

Carolin Huder, die Chefin der Neuen Kammerspiele, hatte in Vorbereitung auf ihren Eröffnungsvortrag „Frauen in Kleinmachnow“ gegoogelt. Die Suchergebnisse – „Single-Frauen kennenlernen“ – lieferten eine treffliche Vorlage, um humorvoll in das Ausstellungsthema einzusteigen. Auch die musikalische Umrahmung durch die lebhaften Sängerinnen der Gruppe Spreelettes zeigte: Beiträge zur Frauenwoche dürfen Spaß bereiten.

Die musikalische Umrahmung durch die lebhaften Sängerinnen der Gruppe „Spreelettes“ aus Berlin zeigte: Beiträge zur Frauenwoche dürfen auch Spaß bereiten. Quelle: Stephan Laude

Der Gewinn des Abends lag aber nicht in seinem Spaßfaktor, sondern an Huders Analyse zu den Frauenrechten. Alles in allem ging es mit ihnen im Laufe der Geschichte bergauf. „Ich bin froh, heute Frau sein zu können und nicht vor 100 oder 200 Jahren“, sagte Huder, nicht ohne hinzuzufügen: „Es gilt, das Erreichte zu bewahren.“ Da klingt Sorge durch – kein Wunder, hat sich Huder doch der Lektüre eines aktuellen Parteiprogramms unterzogen, in dem eine rückwärtsgewandte Rolle der Frau in der Familie propagiert wird. Der Staat hilft in Deutschland und anderswo mit Kitas und Horten, damit die Vereinbarkeit von Beruf und Kindern besser gelingt. „Was der Staat aber nicht regeln kann, ist das schlechte Gewissen“, sagte Huder, die selbst vier Kinder hat, zwei eigene und zwei Pflegkinder. In Norwegen, berichtete sie, sei in den Firmen nachmittags um vier grundsätzlich Feierabend. Das mache es Eltern leichter, genug Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.

Keine Hitliste der verdienstvollsten Kleinmachnowerinnen

Mit den 16 Schautafeln hat der Heimatverein keine Hitliste der verdienstvollsten Kleinmachnowerinnen zusammengestellt. Über eine solche Rangfolge ließe sich noch mehr streiten als jetzt über die getroffene Auswahl, die unter anderem davon abhängig war, ob genug Text- und Bildmaterial zu Verfügung stand. Es sei nicht darum gegangen, nur Frauen vorzustellen, deren Leistungen aus heutiger Sicht positiv zu bewerten seien, sagte der Vorsitzende des Heimatvereins, Axel Mueller. Besonders deutlich wird das bei zwei Frauen mit dem selben Nachnamen Wolf: Christa Wolf, eine der bedeutendsten, auch international geschätzten Schriftstellerinnen der DDR, eine Frau, die schwere Konflikte mit dem Machtapparat der SED austrug, der sie selbst angehörte. Und dann: Hanna Wolf, Leiterin der SED-Parteischule auf dem Seeberg, dogmatische Kommunistin bis zum Schluss, einziges Mitglied des SED-Zentralkomitees, das im Herbst 1989 gegen die Absetzung Erich Honeckers votierte. Carolin Huder, die an der Zusammenstellung der Ausstellung nicht beteiligt war, machte Verständnis für die Einbeziehung der Hardlinerin deutlich: Hanna Wolf sei einer Idee gefolgt – genau wie die anderen Porträtierten.

Zu denen gehören weiterhin Margarethe von der Schulenburg, die Witwe Otto von Hakes, der um 1580 starb. Sie hatte dafür gesorgt, dass der Bau der Dorfkirche vollendet wird. Eine Tafel widmet sich Emma-Maria Lange, genannt „Puppen-Lange“. Sie hatte als Künstlerin und Geschäftsfrau in der DDR ein Unternehmen geführt.

Überrascht zeigten sich erste Besucher: Das ist ja gar keine reine Geschichtsschau. Tatsächlich ist die jüngste Porträtierte Jahrgang 1962: die mehrfache Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer. Die weiteren Zeitgenossinnen, die die Ausstellung würdigt, sind Cornelia Behm, Marianne Brammer, Marianne Degginger und Fiorenza Zanoni.

Podiumsdiskussion zur Ausstellung

Die Ausstellung „Frauen von Kleinmachnow im Spiegel der Zeit“ im Rathaus Kleinmachnow wurde von der Gemeindeverwaltung Kleinmachnow unterstützt.

Die Schau kann bis zum 26. April jeweils montags, mittwochs, donnerstags und freitags in der Zeit von 8 bis 18 Uhr, dienstags in der Zeit von 8 bis 20 Uhr, am ersten Samstag im Monat in der Zeit von 10 bis 13 Uhr sowie während der laufenden Veranstaltungen im Rathaus besucht werden.

Begleitend zur Ausstellung gibt es am Mittwoch, dem 21. März, um 18.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Kleinmachnow eine Podiumsdiskussion des Heimatvereins in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde. Die Veranstaltung steht unter dem Titel: „Wie gelingt Teilhabe in Kleinmachnow?“ Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Von Stephan Laude

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