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Frauenchor behauptet sich seit 32 Jahren

MAZ zu Hause in Geltow Frauenchor behauptet sich seit 32 Jahren

Mehr als 30 Frauen aus Geltow und Umgebung singen im Frauenchor „Cantabella“, der einer der wenigen Frauenchöre in Brandenburg ist. „Männer? Brauchen wir nicht!“, sagen die Sängerinnen. Nachdem die Frauen ein halbes Jahr „deutsche Volkslieder entstaubt“ haben, wenden sie sich in ihren aktuellen Proben nun einer besonderen Sprache zu.

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Der Frauenchor „Cantabella“ beim Probenwochenende mit Chorleiterin Susette Preißler (r.).

Quelle: Franziska Appelt

Geltow. Was 1985 mit einer Gruppe singender Gärtnerinnen in einem Geltower Wohnzimmer begann, hat sich inzwischen zu einem anerkannten und stimmungsvollen Chor gemausert. Der Frauenchor Cantabella ist einer der wenigen in der Region. Die 32 Sängerinnen kommen jeden Dienstagabend aus Potsdam, Golm, Wilhelmshorst, Werder, Glindow und natürlich aus Geltow ins Vereinshaus „Am Grashorn“, um gemeinsam zu proben.

„Männer? Brauchen wir nicht!“, sagt Helga Schultheiß. In vielen gemischten Chören seien davon sowieso zu wenige vertreten. Seit fünfzehn Jahren ist die Geltowerin Mitglied der Musikgruppe. Noten lesen kann sie jedoch nicht. „Es sind alles Laien“, sagt Leiterin Susette Preißler (46), die den Chor vor 22 Jahren übernahm: „Stimme ist das Instrument, das jeder in sich trägt.“ Und mit der Ausbildung bekäme die Stimme eine andere Qualität, erklärt die erfahrene Musikerin. Chornachbarin Gerti Rath hingegen singt vom Blatt. Als ehemalige Kindergärtnerin hat sie in ihren Leben viel gesungen und vor allem hoch: „In einem gemischten Chor hätte ich die höchste Stimme singen müssen.“ Bei den Cantabellas übernimmt sie den zweiten Sopran. Der Name, den sich die Geltower zutreffend gaben, kommt aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie „Schöne Gesänge“. International ist die Chorgemeinde unterwegs – singt auf Englisch, Französisch und Spanisch. „Wir singen anspruchsvolle Literatur, das braucht einige Zeit an Übung“, sagt Preißler.

Susette Preißler wurde mit 24 Jahren Chorleiterin

Nachdem die Frauen ein halbes Jahr „deutsche Volkslieder entstaubt“ haben, wenden sie sich in ihren aktuellen Proben auch afrikanischen Songs zu. „Ich singe lieber auf Deutsch. Englisch fällt mir schon schwer“, gibt Liselotte Kempe zu. Die 80-Jährige ist Chorälteste: „Wir haben sogar schon Finnisch gesungen.“ Dann müssten nicht nur Melodie, Einsätze und der richtige Ton einstudiert, sondern auch die Phonetik trainiert werden. Zwischen den Liedern lockern die Sängerinnen Lippen und Zungen oder blasen mit einem dicken Strohhalm in eine Wasserflasche, dem sogenannten Lax-Vox, um die Stimmbänder zu entspannen. All das sind Praktiken aus der Logopädie.

Drei- bis Vierstimmig erklingen die Lieder und erfüllen den Raum mit einem einnehmendem „Mamalye“, einem afrikanischen Stück. Preißler, die jede Stimme beherrscht, belegte im Hauptfach ihres Musikstudiums in Potsdam Chorleitung, später auch Klavier. Zunächst wollte die Potsdamerin Grundschullehrerin für Deutsch, Mathe und Musik werden, doch merkte bald: „Ich wollte nur Musik machen“ und erhielt das Diplom. Ein Hilferuf des Chores, der nach einer neuen, motivierten Leitung suchten, erreichte die damals 24-Jährige. Sohn Oskar war gerade geboren und kam fortan zu jeder Probe mit. „Susette hat viel für unseren Chor getan. Das Niveau hat sich stetig gesteigert“, sagt Anja Schrade (57), die seit der zweiten Klasse im Schulchor und bereits seit 1988 im Frauenchor mitwirkt. Viele Freundschaften seien seit dem entstanden.

Traditionelles Weihnachtskonzert mit dem Männerchor

Ob während der Probe oder am Chorwochenende in Töplitz, die Frauen sind sowohl im Gesang als auch untereinander sehr harmonisch. Bevor es in die Sommerpause geht, steht am 18. Juni ein Auftritt beim Chorfest auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) an. Traditionell wird es auch wieder ein Weihnachtskonzert gemeinsam mit dem Geltower Männerchor Concordia geben.

Von Franziska Appelt

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