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Frauenpower im Heimatverein

MAZ zu Hause ... in Glindow Frauenpower im Heimatverein

Für Glindow ist 2017 ein Jahr der Jubiläen: Während der Ortsteil, wie Werder auch, 700-jähriges Bestehen feiert, wird das Heimatmuseum im September 20 Jahre alt. Grund genug für die Damen vom Heimatverein, die Saison entsprechend vorzubereiten. Sie erzählen, wie der Verein 1994 mit 14 Mitgliedern aus der Taufe gehoben wurde.

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Edelgard Baatz, Ilona Lorentz und Elke Lemke (v.l.) im Fenster des Heimatmuseums. Die Vorbereitung der neuen Saison hat begonnen.

Quelle: Edith Mende

Glindow. Das Heimatmuseum ist noch in der Winterpause, die Frühblüher im Vorgarten des kleinen Kietzhauses hingegen haben ihre Saison bereits tausendfach eingeläutet. 2017 wird ein Jahr der Jubiläen, denn Glindow feiert wie Werder 700-jähriges Bestehen und das Heimatmuseum im September seinen 20. Geburtstag.

Wie das mit dem Museum und dem Heimatverein begann, weiß Ilona Lorentz noch ganz genau, gehörte die gebürtige Glindowerin doch mit zwei weiteren Lehrerinnen der hiesigen Schule zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. „Wir haben damals gezielt Leute angesprochen, von deren heimatkundlichem Interesse wir wussten“, erinnert sie sich. So konnte im März 1994 der Heimatverein mit 14 Mitgliedern aus der Taufe gehoben werden. Damals noch ohne eigenes Domizil. Aber das Häuschen Am Kietz 3, das Anneliese Koch der Gemeinde mit dem Ansinnen vererbt hatte, daraus eine Heimatstube zu machen, stand seit vier Jahren leer. Es war bei den vielen Veränderungen der Wendezeit wohl aus dem Blick geraten, verwahrloste zusehends. Ingrid Baitz, die erste Vorsitzende des Heimatvereins, habe sich damals die Finger wund geschrieben, um Fördergeld für die Sanierung aufzutreiben, erzählt Ilona Lorentz. 1996 endlich kam die Zusage über 270 000 DM, 30 000 DM steuerte die Gemeinde bei. Die Bauleute arbeiteten zügig, im folgenden Sommer war das Museumshaus fast fertig. Höchste Zeit, sich über den Inhalt des Museums Gedanken zu machen. Wieder waren die Glindower gefragt, die Mobiliar, typische Alltagsutensilien, Gartengeräte oder Fotos brachten.

Freie Bürger sind in Glindow stärkste Kraft

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Menschen leben im einwohnerstärksten Werderaner Ortsteil Glindow. 1730 sind männlich und 1739 weiblich.

Der Gemeindeteil Elisabethhöhe , der zu Glindow gehört, zählt noch einmal 492 Einwohner.

Politik : Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2014 lag in Glindow bei 44,2 Prozent. Stärkste Kraft sind die Freien Bürger mit 41,6 Prozent, gefolgt von der CDU mit 32,1 Prozent, der Linken mit 13,7 Prozent und der SPD mit 12,7 Prozent.

Sigmar Wilhelm ist Ortsvorsteher, sein Stellvertreter ist Fred Witschel. Der Glindower Ortsbeirat hat insgesamt neun Sitze.

Jede Museumssaison hatte ein Motto, mit dem die ständige Ausstellung ergänzt wurde. Es ging unter anderem um den Glindower Karneval, Fußball, Puppen, Hüte und um Fontane. In diesem Jahr sollen historische Glindower Gebäude mittels alter und neuer Fotos gegenübergestellt werden. Außerdem haben Schüler einer AG unter Leitung von Ingeborg Lockowandt im Museum ein Modell des Kietzes gebaut, des ältesten Teils von Glindow. „Das wird wieder Eltern und Großeltern anziehen“, so Ilona Lorentz. Edelgard Baatz lacht, denn auch sie war einst durch ihre Enkelin ins Museum gekommen. Nun hat sie seit sechs Jahren den Vorsitz des Heimatvereins.

Die Saisoneröffnung am 1. April ab 11 Uhr werde, wie gewohnt, mit einer Einladung zu Kaffee und Kuchen verbunden, kündigt die Vorsitzende an. Sie hofft, dass dann der Almanach zum Ortsjubiläum präsentiert werden kann, an dem auch einige Vereinsmitglieder mitgearbeitet haben. Das Kirsch- und Ziegelfest, bei dem der Verein traditionell den Kirschkuchenwettbewerb betreut, sowie im Herbst die Eröffnung der Aktion „Feuer und Flamme für unsere Museen“ für den gesamten Landkreis Potsdam-Mittelmark nennt sie als Höhepunkte des Jahres. Ein Zukunftsprojekt hat sie fest im Auge, nämlich, die alten Gräber von Ziegeleibesitzerfamilien zu erhalten. Mit einer ergänzenden Gedenktafel sollen sie an den Industriezweig erinnern, der lange vor dem Obstbau Wohlstand für Glindow brachte. Das Geld dafür muss noch aufgetrieben werden. Aber für ihre Projekte haben schon die Amtsvorgängerinnen von Baatz ausdauernd gestritten. Ohne Glindower Frauenpower gäbe es weder das Heimatmuseum noch den Nachbau der historischen Telegrafenstation auf dem Fuchsberg.

Von Edith Mende

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