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Fred Bärmann ist die Seele von Altbensdorf

Zu Hause in Brandenburg Fred Bärmann ist die Seele von Altbensdorf

Seit 20 Jahren betreibt Fred Bärmann die Einkaufsquelle, die nicht nur Shop, sondern zugleich Kommunikationszentrum des 555 Einwohner zählenden und damit größten Bensdorfer Ortsteiles Altbensdorf (Potsdam-Mittelmark) ist. Wenn der 50-Jährige nicht wäre, wären die älteren Menschen in dem kleinen Örtchen aufgeschmissen – ein echter Held des Alltags.

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Immer nett und freundlich: Fred Bärmann in seiner Einkaufsquelle.

Quelle: Foto: Claudia Nack

Altbensdorf. „Fred gehört hier her. Wenn er nicht wäre, dann wären die älteren Menschen aufgeschmissen“, sagen Stammkunden. Er sei die Seele vom Dorf, immer nett und freundlich. Seit dem Rückzug der Bank aus Altbensdorf vor einigen Jahren, nimmt er für ältere Leute auch Überweisungen nach Kirchmöser mit.

Seit 20 Jahren betreibt Fred Bärmann die Einkaufsquelle, die zugleich Kommunikationszentrum dieses 555 Einwohner zählenden und damit größten Bensdorfer Ortsteiles ist. Der 50-Jährige hat alles: Backwaren, Fleisch und Wurst, Artikel des täglichen Bedarfs, Getränke. Auch einen Paketservice für die Post. „Von jedem etwas.“ Neuigkeiten aus dem Dorf gibt es gratis.

Erste Filiale war in Neubensdorf

Der gelernte Wirtschaftskaufmann hatte sich 1996 selbstständig gemacht, seine erste Filiale an der B 1 eröffnet und ein halbes Jahr später die zweite in Altbensdorf. Beide Verkaufsstellen übernahm er von der damaligen Agrargenossenschaft „Märkisch Ceres“. Vor 16 Jahren gab er den Laden in Neubensdorf auf, denn die Konkurrenz durch Norma im benachbarten Woltersdorf sei zu groß gewesen.

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Ansichten aus Altbensdorf.

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Bärmann, der zwischenzeitlich zwei Angestellte und einen Azubi hatte, ist Einzelkämpfer. „Es wird immer schwerer, aber ich bin stolz darauf, 20 Jahre lang durchgehalten zu haben und hoffe, dass es noch ein Weilchen weitergeht“, sagt er. Einschnitte waren die Euro-Einführung 2002, der Bau der Umgehung und die Sanierung der Altbensdorfer Ortsdurchfahrt vor zehn Jahren. Zu DDR-Zeiten war in seinen Räumen der Konsum drin. Bei einigen Älteren hat sich dieser Begriff hartnäckig gehalten, Jüngere sagen: „Wir gehen zu Fred.“ Geöffnet hat er werktags täglich sechs Stunden. Auch Samstagfrüh und am Sonntagmorgen – dann gibt es „nur“ frisch aufgebackene Brötchen.

Geplauscht wird über Gott und die Welt

Obwohl das sanierte Gemeinschaftshaus auf dem Schulplatz lediglich einen Steinwurf entfernt steht, das von Senioren, Jugendlichen, Sportgruppen und für Familienfeiern genutzt wird, ist Freds Einkaufsquelle der eigentliche Dorftreff. Er kredenzt den Leuten zum Frühstück auch ein Käffchen. Männer kommen nach Ladenschluss zu ihm auf ein Bierchen.

Geplauscht wird über Gott und die Welt. Wer runden Geburtstag hat oder gerade gestorben ist. Was es Neues in der kleinen und großen Politik gibt. Bärmann selbst ist langjähriger Gemeindevertreter.

Das Thema Flüchtlinge steht derzeit oben an. Man sorgt sich, dass sich die Bundesregierung damit übernommen habe und das Problem nicht beherrschbar sei. Dauerbrenner sind die in der Gemarkung geplanten Windräder. Von Freds Kunden seien alle dagegen, weil die 200 Meter hohen Giganten das Dorf verschandeln würden und man den für die Gemeinde versprochenen Nutzen nicht erkennen könne.

Fußball ist immer ein Thema

Für Gesprächsstoff in der Einkaufsquelle sorgt auch die Telekommunikation. Wer welchen Anbieter hat oder wohin wechselt. Der Mobilfunkempfang auf dem Dorf sei nach wie vor eine Katastrophe, aber die Breitbandversorgung funktioniere dank des Landesprogramms „Glasfaser 2020“ inzwischen tadellos. Bärmann, der 2008 im Ortsteil zu den Pionieren von „schnell@pm“ gehörte, sei von Complus zur Telekom umgestiegen und könne nun achtmal schneller im Internet surfen als vorher. „Fußball“, sagt er, „ist immer ein Thema.“

Bildergalerie unter www.maz-online.de/Altbensdorf

Von Claudia Nack

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