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Fredersdorf: Familiäres Flair im Freibad

Sommervergnügen womöglich nicht von Dauer Fredersdorf: Familiäres Flair im Freibad

Das Freibad Fredersdorf ist in diesem Sommer beliebter denn je. Einheimische, aber auch Gäste von auswärts schätzen die Anlage. Gerade ist sie technisch aufgerüstet worden. Doch im Rathaus Bad Belzig wird ein Investitionsaufwand von mehreren 100.000 Euro prognostiziert. Eine Schließung des Kleinodes ist daher nicht ausgeschlossen.

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Christiane und Melanie Heinrich sowie Hayley und Charlin Georg sind gern im Fredersdorfer Freibad.

Quelle: Foto: Andreas Koska

Fredersdorf. Ruhig, schön, familiär – diese Attribute fallen den Besuchern des Freibades in dem 380-Einwohner-Ort zuerst ein, wenn sie das Flair beschreiben sollen. „Es ist cool, dass es vor der Haustür liegt“, setzt Charlin Georg hinzu. Dabei stimmt es nicht ganz, denn die Zehnjährige kommt eigentlich aus Brandenburg an der Havel und ist lediglich bei ihrer Oma zu Besuch. Hayley, der sechsjährigen zweiten Enkelin, gefällt besonders, dass auf dem freilich überschaubaren Areal gut getobt werden kann. Gemeinsam mit Oma Christiane Heinrich und Tante Melanie Heinrich genießen die Mädchen jetzt aber gerade die Ruhe auf der Wiese. Später spielen sie dann im Nichtschwimmerbecken, das bei allen Kindern beliebt ist. In dem mittleren der drei Bassins wird Ball gespielt, gesprungen und die Mutigen zeigen ihre ganzes Können beim Handstand im Wasser.

Christiane Heinrich ist seit Jahrzehnten Stammgast im Bad. „Ich war schon mit meiner Tochter Melanie hier, als diese noch ein Kind war“, erinnert sich die Fredersdorferin. Die Damenriege betont, dass der Spielplatz und die Volleyballanlage große Pluspunkte sind. Peter Zimmermann bestätigt den Gesamteindruck. Der Bad Belziger kommt aus den gleichen Gründen wie die Frauen zum Schwimmen in sein Heimatdorf. „Mein Sohn Tim fühlt sich hier wohler als in Bad Belzig“, sagt der Vater.

Erst im Frühling bekam die Anlage einen Trinkwasseranschluss

Erst im Frühling bekam die Anlage einen Trinkwasseranschluss.

Quelle: Stefan Specht

An dem Nachmittag mitten in der Woche haben sich rund 60 Gäste in der Anlage eingefunden. In diesem Sommer stehen Erfrischungs- und Erholungsorte wie das Freibad Fredersdorf hoch im Kurs. Die Badegäste vor Ort würden jedenfalls eine durchaus in Rede stehende Schließung des nicht mehr ganz modernen Fredersdorfer Freibades bedauern.

„Es hat eine Daseinsberechtigung“, ist Bodo Sternberg indes überzeugt. Der Ortsvorsteher verweist auf die in diesem Jahr getätigten Investitionen: Der Anschluss an die Trinkwasserversorgung wurde gelegt, eine neue Chloranlage und einen neuer Staubsauger angeschafft. Ein Förderverein hat sich gegründet, ist seit kurzem als gemeinnützig anerkannt und unterstützt das Ringen um den Erhalt des Kleinods nahe dem Schloss. So wurden im Juni an allen Ortszufahrten Hinweisschilder auf das Freibad aufgestellt.

Vor allem Kinder haben Spaß im Freibad, zu dem auch ein kleiner Spielplatz gehört

Vor allem Kinder haben Spaß im Freibad, zu dem auch ein kleiner Spielplatz gehört.

Quelle: Andreas Koska

Allerdings weiß Bodo Sternberg ebenfalls, dass weitere Investitionen nötig sind. „Wir müssten eine neue Folie im großen Schwimmbecken einziehen. An der 30 Jahre alten Umrandung bröckeln die Fliesen“, so der Dorfchef. Mitunter sei eine geringe Algenbildung zu beobachten. Sie werden vom Schwimmmeister mit dem Staubsauger beseitigt. Philipp Schiefner ist bei der Stadt Bad Belzig angestellt und hat in dieser Saison die Aufgabe übernommen. „Wir haben mit ihm einen Glücksgriff getan“, lobt er Ortsvorsteher dessen Engagement.

Wenig Optimismus verbreitet indes das Rathaus Bad Belzig. „Über den Sanierungsaufwand für das Freibad in Fredersdorf gibt es unterschiedliche Auffassungen“, bestätigt Christoph Grund. Der Baumatschef teilt nicht die Auffassung der Fredersdorfer, dass mit jährlichen kleineren Erneuerungen oder Sanierungen das Bad in den nächsten Jahren weiter betrieben werden kann. „Die Stadtverwaltung ist der Auffassung, dass es perspektivisch keine andere Möglichkeit gibt, als die Forderungen der DIN zu erfüllen“, sagt der Amtsleiter. „Dies würde einen Aufwand von mehreren 100.000 Euro bedeuten.“

Das Geld will die Kommune wohl nicht investieren. Die Stadtväter warten auf Vorschläge des Fördervereins, wie weiter mit dem Bad umgegangen werden soll. „Der Vorstand setzt sich demnächst zusammen, um auch finanziell belastbares Konzept vorzulegen“, berichtet Carsten Segieth. Der Kassenwart des Vereins möchte, dass eine langfristige Perspektive für das Fredersdorfer Freibad entwickelt wird. Viele der notwendigen Reparaturen will man in Eigenleistung angehen. Das eingangs erwähnte Miteinander spiegelt sich wieder.

Von Andreas Koska

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