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Freiwillige aus Neschholz hilft in Afrika

Wo die Lepra zum Alltag gehört Freiwillige aus Neschholz hilft in Afrika

Labor-Assistentin Carolin Grabow aus Neschholz (Potsdam-Mittelmark) weilt derzeit für ein halbes Jahr in Ghana. Als Freiwillige hilft sie in dem afrikanischen Lang den Ärmsten der Armen, versorgt ihre Wunden. Kindern vermittelt sie das Lesen und Schreiben.

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Das Lachen des Jungen darf über die dramatische Lage der Menschen in Ghana nicht hinwegtäuschen.

Quelle: Privat

Neschholz. Hier, in der heilen Welt, gibt es Lepra nicht mehr. Es gibt Antibiotika und ein dichtes medizinisches Versorgungsnetz. Dort, wo Carolin Grabow aus Neschholz jetzt ist, sind Medikamente rar und teuer und hat das Versorgungsnetz unwahrscheinlich große Löcher. Dort, in Ghana, gehört Lepra zum Alltag. Für ein halbes Jahr ist die junge Mittelmärkerin und Neschholzer Feuerwehrfrau in dem afrikanischen Staat ehrenamtlich im Einsatz. Um zu helfen und sich weiterzubilden.

Im September schloss Grabow ihre Ausbildung zur medizinisch-technischen Labor-Assistentin ab. „Schon seit Jahren strebe ich ein Medizin-Studium an“, sagt sie. Um ihre praktischen Fähigkeiten auszubauen und ihr Englisch zu verbessern, setzt sie auf ihren Einsatz an verschiedenen Stellen in Ghana. Die Organisatoin „Projects abroad“ habe sie auf die Idee gebracht. „Nach nunmehr vier Wochen in Afrika kann ich bereits sagen, dass mich diese Reise nicht nur beruflich weiter bringt, sondern auch einen Erfahrung fürs Leben ist.“ Die afrikanische Kultur und die Entwicklung in diesem Land sei mit der europäischen nicht zu vergleichen.

Kleine Schule in Ghana

Kleine Schule in Ghana

Quelle: privat

„Mein Alltag hier ist relativ straff geplant“, berichtet sie. Das Medizin-Projekt sei von „Projects abroad“ so organisiert, „dass ich unter der Woche sechs Stunden täglich im örtlichen Krankenhaus in Cape Coast arbeite“. Dort erlebe sie Patienten, die erst sehr spät mit ihren Beschwerden zum Arzt oder direkt ins Krankenhaus kommen. „Man sieht also relativ fortgeschrittene Krankheitsstadien.“

Medikamente und sonstige Materialien für die medizinische Versorgung müssten die Patienten zum größten Teil selbst bezahlen. Die Folge: „Patienten mit mehr Geld erhalten eine bessere Behandlung oder auch mal ein besseres Bett als Patienten mit weniger Geld.“ Chirurgische Eingriffe seien mitunter nicht von großer Qualität. „Nicht selten sehe ich Patienten, die mit offenen Wunden mehr als drei Wochen auf den Stationen liegen, da die Wunden nach dem Eingriff nicht gut verschlossen werden.“

Carolin Grabow (rechts) versorgt eine Frau, die an Lepra erkrankt war

Carolin Grabow (rechts) versorgt eine Frau, die an Lepra erkrankt war.

Quelle: privat

Neben der Arbeit in der Klinik beteiligen sich Grabow und andere Helfer an sogenannten Outreach-Projekte. Außerhalb der Stadt liegt ein Lepradorf mit Menschen, die an dieser Krankheit erkrankt waren. „Es bleiben Wunden zurück, die wir zweimal in der Woche säubern und mit einfachen medizinischen Mitteln behandeln.“

Die Hilfe gilt indes nicht nur dem medizinischen Engagement. „In Ghana können viele Kinder nicht richtig lesen. Also versuchen wir es, ihnen spielerisch beizubringen.“ An einem Nachmittag in der Woche treffen sich die Freiwilligen mit einer Gruppe von Kindern zu einer etwa 40-minütigen Lesestunde. Danach ist ein Fußballspiel angesagt.

„Diese kleinen Projekte außerhalb der Arbeit im Krankenhaus haben uns Freiwillige inspiriert, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen“, gibt die Neschholzerin zu verstehen. Die Ehrenamtler hätten festgestellt, dass die meisten Kinder nicht wissen, wie sie ihre Zähne putzen oder was Malaria ist. „Da war uns klar, dass wir wirklich helfen und etwas für die Entwicklung Ghanas tun können“. Ihnen gehe es darum, Kinder über verschiedene gesundheitliche Themen zu informieren. Dazu gehöre das Putzen der Zähne ebenso wie die allgemeine Gesundheitsversorgung und Krankheiten wie Malaria, Cholera oder Typhoid-Fieber.

Für ihre Arbeit sei es notwendig „ein paar Dinge wie Zahnbürsten, Seife oder medizinische Kits zu kaufen“, berichtet Grabow. Um das finanzieren zu können, hoffen die Engagierten auf die Unterstützung von Spendern. „Als Ziel streben wir etwa 2000 US-Dollar an.“

Wer die Arbeit von Carolin Grabow unterstützen möchte, erreicht die Neschholzerin per Email unter carolin.gr@gmx.de

Von Heiko Hesse

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