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Gäranlage in Fresdorfer Heide geplant

Deponie für 25.000 Tonnen Bioabfall aus Umland von Potsdam Gäranlage in Fresdorfer Heide geplant

Auf dem Deponiegelände "Fresdorfer Heide" in der Gemeinde Michendorf könnte bald eine Bioabfallvergärungsanlage stehen. Die Stadtentsorgung Potsdam (Step) GmbH plant, dass dort jährlich mehrere Tausend Tonnen Bioabfälle verarbeitet und in Dünger verwandelt werden sollen. Es gibt aber ein Problem.

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Ein Silo einer Biogasanlage in Baden-Württemberg.

Quelle: Benjamin Ulmer

Potsdam. Die Stadtentsorgung Potsdam (Step) GmbH will auf dem Deponiegelände "Fresdorfer Heide" in der Gemeinde Michendorf eine Bioabfallvergärungsanlage bauen. Darin sollen jährlich mehrere Tausend Tonnen Bioabfälle verarbeitet und in Dünger und Fertigkompost verwandelt werden - für die Landwirtschaft und Gartenbetriebe. Zugleich würde mit dem beim Gärungsprozess entstehenden Methangas in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme erzeugt. "Grünabfall mit hohem Holzanteil" soll in einer Kompostieranlage veredelt werden.

Den Plan stellten Vertreter der Step am Donnerstag im Michendorfer Bauausschuss vor. Hintergrund des Vorstoßes ist eine Regelung im Kreislaufwirtschaftsgesetz, wonach ab 2015 Biomüll getrennt zu sammeln ist. "Für uns kam da die Überlegung auf: Wie können wir Bioabfälle verwerten", sagte Step-Geschäftsführer Enrico Munder. Eine Vergärungsfabrik rechnet sich ab 20.000 Tonnen im Jahr. Deshalb gibt es die Überlegung, in der Anlage nicht nur den Bioabfall aus Potsdam, sondern auch aus Potsdam-Mittelmark und der Stadt Brandenburg zu verarbeiten. Erste Gespräche gab es bereits, sagte er. Möglich sei etwa die Gründung einer gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft.

Potsdam will bis 2016 die Biotonne komplett eingeführt haben, um Haus- und Biomüll zu trennen. Dann rechnet die Step mit 8000 bis 10.000 Tonnen Bioresten pro Jahr, die in Potsdam anfallen. Für das Projekt werden die Partner aus dem Umland also gebraucht. Die Anlage soll für insgesamt 48.000 Tonnen jährlich beantragt werden, um langfristig die Kapazitäten erhöhen zu können.

Die Step besitzt Grundstücke auf dem Gelände und betreibt dort bereits ein Blockheizkraftwerk. Für die Bioanlage werden 20.000 Quadratmeter Fläche gebraucht. Das Deponie-Areal liegt allerdings im Außenbereich, für das Vorhaben ist ein Bebauungsplan nötig. Es führt also kein Weg an der Gemeinde Michendorf vorbei, die dem B-Plan zustimmen muss. Ein Problem könnten die Transportwege sein.

Bei einer geplanten Menge von 20.000 bis 25.000 Tonnen Biomüll geht die Step von 35 Lastwagen aus, die täglich zur Anlage und wieder zurück fahren. Ein größerer Teil des Verkehrs würde über die Autobahn geführt und etwa an der Abfahrt Saarmund herunter fahren. Weil es "öffentlich-rechtliche Entsorger" sind, könnten die Routen so vorgegeben werden, dass möglichst wenig Belastung entstehe, hieß es. Mit Geruchsbelästigungen sei nicht zu rechnen. Munder hält den Standort für gut geeignet, weil der nächste Ort einen knappen Kilometer entfernt sei.

Wie der Plan in der Gemeinde Michendorf gesehen wird, muss sich erst zeigen. Der Bauausschuss gab noch kein Votum ab. Laut Munder würden sieben bis zehn Arbeitsplätze entstehen und die Gewerbesteuer könnte in der Gemeindekasse landen.

Von Jens Steglich

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