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Fressen und dabei das Klima schützen

Biohof Werder pflegt mit Büffeln Töplitzer Moor Fressen und dabei das Klima schützen

Wasserbüffel fressen, verdauen und können dabei das Klima schützen. Grund genug für den Biohof Werder, sich eine kleine Herde anzuschaffen und damit das Töplitzer Wolfsbruch zu pflegen. Die Initiative von drei Landwirten aus der Region wird jetzt vom Deutschen Verband für Landschaftspflege und vom Bund gefördert.

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Jochen Fritz (l.) und Roland von Schmeling mit ihren Büffeln.

Quelle: Greiner

Töplitz. Lisa, Campari und Co. haben es sich auf der feuchten Weide im Töplitzer Wolfsbruch so richtig gemütlich gemacht. Der Boden mit sumpfigen Flecken auf gut sechs Hektar ist nicht zu trocken, der Tisch reich mit saftigem Grün gedeckt. Die kleine Herde von rabenschwarzen Mutterkühen und Bullen ist neben den 200 Weidehühnern in Töplitz der ganze Stolz des Biohofs Werder. Er ging vor gut einem Jahr an den Start und empfing am Dienstagmorgen Vertreter des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) und des Brandenburger Umweltministeriums.

„Fressen, verdauen und dabei das Klima schützen. Nach diesem Motto lebt die kleine Wasserbüffelherde des Biohofs“, sagt Linda Rehmer vom DVL bei der Vorstellung des Moorschutzprojektes unweit der grasenden Herde. „Ob Moorböden klimaschädliches Treibhaus speichern oder ausstoßen, ist abhängig davon, wie die Flächen genutzt werden.“ Genau dazu berät der DVL den Biohof Werder. Gefördert wird die Initiative vom Bundesumweltministerium.

„Landwirte sind für uns wichtige Partner bei der Umsetzung von Moor- und Klimaschutz“, sagt Josef Göppel, Vorsitzender des DVL und Mitglied des Bundestages. Dazu gehört für Göppel aber nicht nur die Mitsprache der Bauern, sondern auch, dass Landschaftspflegearbeiten angemessen honoriert werden.

„Wasserbüffel sind genügsame Tiere, optimal, um Naturschutzflächen zu pflegen“, sagt Landwirt Roland von Schmeling und schwärmt von seiner Herde, mittendrin die Mutterkühe, getauft auf den Namen Lisa und Campari. Der ganzjährig hohe Wasserstand sei eine Voraussetzung für einen effektiven Moor- und damit Klimaschutz. „Denn nur durch die nassen Böden wird das Torfwachstum angeregt, Kohlenstoff gebunden, können Belastungen durch Treibhausgas reduziert werden“, sagt Rehmer. Mit den breiten Klauen sinken die Wasserbüffel nicht in den Boden ein und pflegen zugleich die Landschaft. Darüber hinaus bieten die Tiere ein hochwertiges Fleisch mit geringem Cholesterin- und Fettgehalt. Doch in Töplitz steht für die Herde vorerst Fressen und Pflegen an erster Stelle.

„Natürlich freuen wir uns über die Beratung, die vom Bund gefördert wird“, sagt Roland von Schmeling, der mit Jochen Fritz und Anne Querhammer den Biohof betreibt. Die Landwirte hoffen, dass ihnen die Förderung in Höhe von 16 000 Euro für ihren Betrieb im Nebenerwerb in den nächsten Wochen ausgezahlt wird. Denn die Herde soll weiter wachsen, wie auch die Hühnerschar auf 200 an der Zahl. „Der Weidezaun musste finanziert werden. Und eine Mutterkuh mit Kalb für die Büffelherde kostet 3000 Euro“, sagt Fritz. Doch trotz der Kosten habe der Biohof seinen Start bisher nie bereut.

Schutz und Artenvielfalt

87 Prozent der Niedermoore werden in Brandenburg landwirtschaftlich genutzt. Bei der Pflege und Förderung haben die Projektpartner auch die Interessen der Landwirtschaft zu berücksichtigen.

Werden Moore entwässert, setzt sich Kohlenstoffdioxid frei. Ziel der Moorprojekte ist es, die Kohlenstoffsenken zu erhalten und damit die Belastungen durch Treibhausgase zu mindern.

Moore verfügen auch über eine einzigartige Artenvielfalt, bieten Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere unter anderen für den Sonnentau und den Moorfrosch.

 

Von Regine Greiner

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