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Potsdam-Mittelmark Friedhofsgebühren: Debatte geht weiter
Lokales Potsdam-Mittelmark Friedhofsgebühren: Debatte geht weiter
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00:18 29.06.2017
60 Prozent der Arbeitszeit der Bauhofmitarbeiter werde für Mäharbeiten, Kanten schneiden oder Harken zwischen den Gräbern verwendet, sagt Bauhofleiter Wolfgang Eilert. Quelle: Dirk Fröhlich
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Wiesenburg/Mark

Bei der Diskussion um eine neue Friedhofs- und Friedhofsgebührensatzung für die Gemeinde Wiesenbug/Mark geht es in kleinen Schritten voran. Im jüngsten Hauptausschuss, bei dem auch die Ortsvorsteher der angeschlossenen Ortsteile anwesend waren, haben sich die Anwesenden mehrheitlich gegen den ursprünglich von Bürgermeister Marco Beckendorf (Linke) vorgelegten Vorschlag kostendeckender Gebühren ausgesprochen.

Die Verwaltung soll nun bis zur nächsten Sitzung am 4. Juli zwei neue Berechnungen vorlegen. Aufgezeigt werden soll, welche Gebühren bei einer Umlage von 70 beziehungsweise 80 Prozent entstehen würden. Auch ein erster Satzungsentwurf soll bis dahin vorliegen.

Zunächst hatte Bauhofleiter Wolfgang Eilert vorgetragen, wie die Friedhofspflege von ihm und seinen Kollegen realisiert wird. Er wies darauf hin, dass im Vergleich zu 2005 – aus diesem Jahr stammt die letzte Kostenkalkulation, auf deren Grundlage auch heute noch gearbeitet wird – viel weniger Personal im Einsatz sei. War das Team vor zwölf Jahren noch mit vier Bauhofmitarbeitern und 14 bis 16 sogenannten MAE-Kräften – also geringfügig Beschäftigten – auf den Friedhöfen unterwegs, so ist die Zahl seit 2010 rückläufig. Stand jetzt werden die Friedhöfe der Gemeinde von vier Bauhofmitarbeitern und einer MAE-Kraft gepflegt.

Höhere Ausgaben als 2005

Neben den Energie- sind auch die Wasserkosten seit 2005 erheblich gestiegen. Lagen sie vor zwölf Jahren noch bei 400 und 2500 Euro, schlagen sie in der neuen Kalkulation mit 1600 und 4750 Euro zu Buche.

Die kalkulierten Personalkosten liegen bei 36 640 Euro – und sollen nach Meinung von Daniela Rabinowitsch von allen Bürgern der Gemeinde getragen werden.

Insgesamt sollen Bewirtschaftungskosten von rund 155 000 Euro über die Gebührenerhöhung gedeckt werden.

Erstmals hellhörig wurden die Anwesenden, als Eilert davon sprach, dass auch die Pflege der Flächen außerhalb des eigentlichen Friedhofgeländes in die Gesamtkalkulation mit einfließe. Bernd Müller (SPD) schlug vor, diese Flächen zu reduzieren oder sie aus der Kalkulaton rauszunehmen – und stattdessen auf eine andere Kostenstelle zu verlagern, damit sie schließlich von allen Bewohnern getragen würden.

Die mögliche Reduzierung anfallender Kosten war dann auch das bestimmende Thema des Ausschusses. Dicht gefolgt von der Frage, wie viel Prozent der Kosten umgelegt werden sollen. Mit über 21 000 Euro vergleichsweise hoch fallen die Abfallgebühren aus. Aktuell wird Schnittgut wie Gras, Laub und Heckenschnitt als Biomüll entsorgt. Alles andere kommt auf einen großen Haufen, der als Restmüll entsorgt wird – und damit höhere Kosten verursacht, als wenn er getrennt würde.

Robert Pulz, der den Ausschuss leitete, zeigte schließlich drei Varianten auf, wie künftig mit dem Müll umgegangen werden könnte: Die Abfallentsorgung so belassen, wie sie jetzt ist. Anweisen, dass der Müll vom Verursacher mit nach Hause genommen wird – und das auch kontrollieren. Oder den Müll stärker trennen und darauf hoffen, dass die Abfallkosten dadurch in Zukunft geringer werden. Er holte ein Stimmungsbild ein, bei dem sich die Mehrheit der Anwesenden für den letzten Vorschlag aussprach.

Daniela Rabinowitsch (Linke) plädierte ferner dafür, dass die Personalkosten aus der Gesamtkalkulation rausgerechnet werden, da auch diese von allen Bürgern getragen werden sollten – und nicht nur von denjenigen, die jemanden beerdigen müssen. Sie sprach sich für eine 70 prozentige Umlegung der Kosten aus. „Aber selbst das ist eigentlich noch zu hoch.“ Burkhard Schmidt (Dorfgemeinschaft) sagte, er favorisiere eine Umlegung von 80 Prozent, würde aber keine Kosten rausrechnen – sondern alle zwei Jahre eine Anpassung vornehmen. Bürgermeister Marco Beckendorf (Linke) sagte: „Wir sollten nicht unter 80 Prozent landen – und wenn ich beispielsweise nach Michendorf schaue, da sind die Koste noch höher.“ Über die Bestattungen müsse reinkommen, was kalkuliert wurde, schloss er.

Von Josephine Mühln

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