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Friedhofskurve bleibt gefährlich

Land sagt Straßenneubau ab Friedhofskurve bleibt gefährlich

Der Umbau der gefährlichen Kurve am Friedhof in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) ist auf Eis gelegt. Im Streit um ein dafür benötigte Flächen gab es zwischen einem Grundstückseigentümer und dem Landesbetrieb Straßenwesen keine Einigung. Nun wäre ein langwieriges Planfeststellungsverfahren nötig, das auch eine Zwangsenteignung beinhalten könnte.

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Knifflig bleibt die Kurve am Treuenbrietzener Friedhof vorerst auch für Lastzüge.
 

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen.  Die gefährliche Kurve am Treuenbrietzener Friedhof bleibt vorerst ein Unfallschwerpunkt. Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg (LS) hat die kürzlich vorgestellte Planung zum Umbau des dortigen Teilstückes der Landestraße 85 jetzt auf Eis gelegt. Das bestätigt Behördensprecherin Cornelia Mitschka auf Nachfrage der MAZ.

Grund seien die nicht ausgeräumten Streitpunkte mit einem Grundstückseigentümer. Bereits in der Anliegerversammlung hatte Anwohner Frank Ernicke angekündigt, ein nach Ansicht der Planer für die neue Kurvenführung nötiges Teilstück von 58 Quadratmetern nicht zur Verfügung zu stellen. Trotz weiterer Verhandlung und Angebote habe es keine Einigung gegeben, heißt es vom Landesbetrieb.

Planung zum Teil auf Eis

„Wir haben versucht, die Planungsunterlagen soweit zu optimieren, dass die Eingriffe in das Grundstück stark minimiert werden“, teilte die Behörde auch dessen Anwalt mit. Im Vorfeld der Anliegerversammlung am 3. Februar seien Gesprächsangebote unterbreitet, aber nicht wahrgenommen worden, so Mitschka. Dabei sollte es auch um erforderliche Schritte zum Lärmschutz gehen, die vom Straßenbaulastträger – also dem Land Brandenburg – zu tragen seien, erklärte die Behördensprecherin.

„Mit uns ist nie verhandelt worden“, sagt indes Frank Ernicke am Mittwoch der MAZ. Da die zwingend nötige Zustimmung der Grundeigentümer nicht erzielt wurde, ist der Ausbau der L 85 im Kurvenbereich nun zurückgestellt worden. „Zu gegebener Zeit“ werde dann ein aufwendigeres Planfeststellungsverfahren eingeleitet, teilte Cornelia Mitschka mit. Dieses könnte unter Umständen dann auch zu einer Zwangsenteignung für benötigte private Grundstücksteile führen.

22 Unfälle in vier Jahren

Zu einer Todeskurve ist die 90 Grad scharfe Biegung am Treuenbrietzener Friedhof noch nicht geworden. Doch kracht es an der Ecke in der Brücker Straße regelmäßig. Sie ist einer von drei Unfallschwerpunkten der Stadt.

Laut einer Auswertung der Unfallstatistik, die aktuell im Rahmen der Arbeit am Verkehrskonzept für die gesamte Stadt Treuenbrietzen durch das Büro IGES erfolgt ist, ereigneten sich zwischen den Jahren 2010 und 2014 im Umfeld der Friedhofskurve circa 22 Unfälle. Alle gingen mit Sach- oder Personenschäden ab.

Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil vor allem Ortsunkundige die scharfe und enge Kurve zuweilen unterschätzen.

Hinzu kommt nach Einschätzung von Anwohnern ein glatter Asphaltbelag, der besonders bei Nässe zum Problem wird und zu schnelle Fahrzeuge ins Rutschen bringt.

Sein Grundstück verliere mit dem geplanten Straßenbau für eine weiträumigere Kurvenführung über den jetzigen Friedhofsparkplatz an Wohnqualität, „wenn die Lastwagen künftig fast über meine Terrasse fahren“, sagte Frank Ernicke in der Anliegerversammlung. Der SPD-Stadtverordnete drängt auf „eine deutlich kleinere Lösung“. Diese könne nach seiner Ansicht ebenso gut dazu beitragen, den Unfallschwerpunkt an der heute fast rechtwinkligen Friedhofskurve zu entschärfen.

Belziger Straße wird planmäßig ausgebaut

„Gemacht werden muss dort etwas, aber nicht in der Größenordnung“ so Ernicke. Dafür hat er sich schon vor fünf Jahren stark gemacht, nachdem es im Kurvenbereich immer wieder Kollisionen zwischen Fahrzeugen und Unfälle gab. Daraufhin hatte die Verkehrsbehörde des Kreises das Tempolimit von 50 aus 30 Stundenkilometer reduziert, zusätzliche Warnschilder sowie Spiegel montieren lassen.

Aus städtebaulicher Sicht bedauert Michael Knape (parteilos) den nun verschobenen Ausbau der Kurve. „Hier wäre die Chance da gewesen, mehrere Probleme gemeinsam zu lösen“, sagte der Bürgermeister. „Doch müssen wir den Entschluss des Landes nun akzeptieren, werden aber weiter auf die Gefahren an der Stelle hinweisen und versuchen, sie mit weiteren kleineren Schritten zu minimieren“, so der Verwaltungschef. „Das Privatrecht ist in Deutschland aber ein hohes Gut – auch das ist zu akzeptieren“, sagte Knape am Mittwoch. Aus Sicht der Straßenplaner war die vorgestellte Variante die kleinste Möglichkeit, um dort alle Bestimmung für eine sichere Verkehrsführung zu erfüllen, erklärte Wolfried Trede, der vom Landesbetrieb beauftrage Planer.

Trotz der Absage für die Friedhofskurve bleibt der im gleichen Zuge geplante Ausbau der Bundesstraße 102 im Bereich der Belziger Straße zwischen Kreisverkehr und Hans-Grade-Weg weiter aktuell, informierte Cornelia Mitschka. Dafür laufe nun die Ausschreibung, deren Veröffentlichung voraussichtlich im April erfolge. Gebaut werden soll dort dann ab Juli.

Von Thomas Wachs

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