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Friedhofssatzung: Jetzt geht’s ums Geld

Wiesenburg Friedhofssatzung: Jetzt geht’s ums Geld

Die Inhalte für die neue Friedhofssatzung der Gemeinde Wiesenburg/Mark stehen fest. Es gibt eine Übergangsregelung für die bislang von der Verwaltung nicht gesetzeskonform praktizierte „Zu-Bettung“, die Arten der Bestattung sind geklärt. Jetzt beginnt die Diskussion über die Kalkulation und die Gebührenerhöhung

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Quelle: dpa

Wiesenburg. Ein Teil der Kontroversen zum Entwurf der Friedhofssatzung ist wohl beigelegt. Für die bislang von der Gemeindeverwaltung Wiesenburg/Mark nicht gesetzeskonform ausgelegte Form der „Zu-Bettung“ wird eine Übergangsregelung vorgeschlagen. Darauf hat sie sich mit dem Hauptausschuss verständigt.

Zweieinhalb Stunden waren jüngst unter Leitung von Robert Pulz zunächst ausschließlich die formellen Inhalte erörtert worden. Nach der Aufregung bei der Präsentation der Vorlage ging es diesmal äußerst sachlich zu.

Wer also schon eine Urkunde für die Benutzung einer Grabstätte zur Bestattung von einer Person im Sarg und einer weiteren in der Ascheurne erworben hat, soll sich demnach darauf verlassen können, dass sie weiter gilt und realisiert wird. Praktisch erfolgt die Beisetzung der Urne seitlich neben dem Sarg. Ähnlich wird verfahren, wenn zwei Urnen unterzubringen sind.

Zwei Drittel anonym bestattet

In Jeserigerhütten, Neuehütten, Reetz, Reetzerhütten, Reppinichen, Schalamau und Wiesenburg werden anonyme Grabstätten angeboten, die sich recht unterschiedlich entwickelt haben. Selten aber sind sie die „Grüne Wiese“ im ursprünglichen Sinne.

Seit 2011 waren zwei Drittel der Bestattungen auf diese Art und Weise statt.

Besonders auffällig: Auf dem Wiesenburger Friedhof gibt es schon drei Steintafeln, die jeweils mit Namensschildern der Verstorbenen gefüllt sind. Der Ortsbeirat soll demnächst erörtern, wie es damit weiter geht.

So soll gewährleistet sein, dass einerseits die Totenruhe nicht gestört wird, was das Innenministerium bei der bisherigen Praxis bemängelt hatte. Andererseits war es das Bedürfnis der Betroffenen, nicht an anderer Stelle ein weiteres Grab erwerben zu müssen. Die künftig exakt benannten Mindestmaße für Gräber können in den Fällen nötigenfalls außer Acht gelassen werden.

Die Möglichkeit der gemeinschaftlichen Anlage wird es weiter geben. Allerdings scheint nun in Theorie und Praxis klarer, wie zu verfahren ist. Beispielsweise können ein Familiengrab (bestehend aus einem Sarg und zwei Urnen) oder ein Reihengrab (für einen Sarg oder zwei Urnen) gewählt werden. Die Grabstelle für den Sarg muss 2,10 x 0,90 Meter groß sein, für die Urne minimal 0,75 x 0,75 und maximal 0,90 x 0,90 Meter.

Der Trend geht freilich zu anderen Formen. Vor allem die vermeintlich anonyme Bestattung ist gefragt. Doch handelt es sich vielerorts mitnichten darum. Denn eigentlich ist namenlose Beisetzung gemeint, weder Kennzeichnung noch Gestaltung zulässig, wie Anke Glistau erklärt hat. Gleichwohl ergibt sich erfahrungsgemäß auf der „Grünen Wiese“ zuweilen ein größerer Pflegebedarf, so die Bauamtsleiterin. Der Aufwand, der Angehörigen erspart werden soll, muss demzufolge von der Kommune betrieben werden.

Weil es dennoch das Bedürfnis gibt, einen Ort der Erinnerung zu haben, wird das Rasenurnengrab als neues Angebot unterbreitet. Bei dieser teilanonymen Bestattungsform wird es beispielsweise möglich sein, Blumen niederzulegen. Wobei die Kosten für den Unterhalt natürlich noch festgelegt werden müssen.

Kalkulation und der von Bürgermeister Marco Beckendorf (die Linke) vorgelegte Vorschlag kostendeckender Gebühren sollen in einer weiteren Beratung des Gremiums und der Ortsvorsteher erörtert werden, ehe Ortsbeiräte nochmals gefragt sind und das Parlament schließlich .

Die öffentliche Hauptausschussberatung findet am heutigen Dienstag, 19 Uhr, im Wiesenburger Quergebäude statt.

Von René Gaffron

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