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Potsdam-Mittelmark Frische Eier gibt’s jetzt aus dem Automaten
Lokales Potsdam-Mittelmark Frische Eier gibt’s jetzt aus dem Automaten
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17:51 06.05.2016
Landwirt Stefan Luczkowski im Kreis seiner Familie. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Glindow

Sie gackern, picken nach Würmern, scharren im Grün und umgarnen den Hahn. Die 360 Hühner von Landwirt Stefan Luczkowski in Glindow scheinen sich auf der einstigen Obstplantage sehr wohl zu fühlen. Im mobilen Stall auf der Wiese geht es entspannt zu. Einige der „Braunen“ spazieren auf der ersten Etage, darüber werden in aller Ruhe vom Federvieh Eier gelegt – annähernd insgesamt 350 am Tag. Für den Landwirt aus dem Fuldatal, der 2009 das alte Siedlerhaus in Glindow-Elisabethhöhe erwarb, hat sich die Hühnerschar schon gut eingelebt auf der drei Hektar großen Plantage und in ihrem mobilen Stall. „Es ist nicht egal, wo und wie die Tiere leben.Das erzählen mir die Hühner jeden Tag“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Der Eierautomat fasst rund 960 Eier. Quelle: Bernd Gartenschläger

Schon jetzt, wenige Wochen nach dem Start seinen mobilen Hühnerhofs kann der Landwirt den Eierautomaten vor seinem Haus in der Karl-Liebknecht-Straße 9 gut füllen, können Kunden rund um die Uhr vor seinem Bauernhof die in Pappkartons verpackten Eier einkaufen. Weitere 360 Hühner hat der 35-jährige schon auf der Wunschliste und will einen zweiten Eierautomaten am Gartencenter Geltow aufstellen. Annähernd 70 000 Euro hat die Familie in die Hühnerschar und den Automaten investiert.

Landwirt Stefan Luczkowski im Kreis seiner Familie. Quelle: privat

Täglich kümmert sich der studierte Landwirt um das Wohl des Federviehs, lässt es morgens auf die Plantage, mistet aus, kontrolliert die Futter- und Wassergaben und freut sich über die gelegten Eier unter raschelnden Dinkelschalen. „Weil beim Einkauf die Hähne schon fast alle ausverkauft waren, stolzieren vorerst leider nur zwei Exemplare durch die Plantage“, sagt der Glindower. Das Revier der Tiere ist zweifach eingezäunt, dennoch hat schon ein Habicht zugeschlagen, erzählt der Bauer. „Darum haben wir zur Abschreckung den Stall mit blauem Blinklicht ausgestattet.“ Den grünen Futterplatz der Hühner mit ihrem Stall wechselt der Landwirt alle 10 Tage. „Vor dem Umzug werden sie immer schon unruhig und wollen weiter ziehen, wo das satte Grün ist“, sagt Luczkowsi. Er ist glücklich, dass seine Frau Luise, studierte Landwirtin aus Caputh, ihm beim Neustart mit dem Federvieh zur Seite steht, obwohl sie auch im Büro beim Raiffeisenverband in Berlin ihren Mann stehen muss. „Unsere drei Kinder lieben die Hühner. Kindergärten aus der Umgebung haben sich aber auch schon für einen Besuch angemeldet“, sagt der Familienvater.

Hier geht’s lang! Quelle: Bernd Gartenschläger

Im Winter bei klirrender Kälte wärmen sich die Hühner im Stall durch ihren eigenen Körper. Den anfallenden Kot der Schar bringt der Bauer zur Biogasanlage nach Schmergow. Futter aus der industriellen Fertigung kommt beim Glindower nicht in den Napf. Das Futter für die Tiere baut die Familie selbst an. Annähernd 130 Gramm am Tag plus Grünes und Würmer von der Wiese frisst jedes Huhn am Tag. In den Automaten passen bis zu 910 Eier. Vom Bauer sortiert und gestempelt, werden sie ständig bei 10 Grad Celsius gekühlt. Der Glindower hofft noch auf Förderung vom Land, denn der Kredit muss pünktlich abgezahlt werden. Wenn er sich nicht um die Hühner kümmert, ist er für seinen Mahl- und Mischbetrieb mit Leistungen für andere Agrarbetriebe unterwegs. Aber seine „Braunen“ wollen jeden Abend von ihm in ihr Hotel mit Auslauf gebracht werden. An eine längere Urlaubsreise mit der Familie ist also vorerst gar nicht zu denken.

Von Regine Greiner

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