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Potsdam-Mittelmark Frische Impulse für das Lehniner Kunstinstitut
Lokales Potsdam-Mittelmark Frische Impulse für das Lehniner Kunstinstitut
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06:12 15.06.2018
Junges Gesicht im Vorstand des Lehniner Instituts für Kunst und Kultur, Anna Tarkhanova. Quelle: Marion von Imhoff
Lehnin

Sie ist eine Frau im Vorstand des Lehniner Instituts für Kunst und Kultur, ein junges Gesicht dazu und vertieft eine besondere Sparte im Verein, die des darstellenden Spiels. Die 29-jährige Schauspielerin Anna Tarkhanova ist Vize-Vorstand in dem Verein. Zugleich verdeutlicht die gebürtige Potsdamerin den gelungenen Generationswechsel in dem renommierten Kulturort, der vor 27 Jahren am Klostersee seinen Anfang nahm.

Das Schild Ufercafé zog sie und ihren Mann zu diesem Ort, „lass uns mal schauen was es gibt in dem Dorf, in dem wir nun leben“. Was beide auf dem Areal fanden, ließ sie nicht mehr los. So sehr, dass Anna Tarkhanova nun Vize-Vereinschefin ist.

Am Wochenende feiert die Schauspielerin in Lehnin dem Zwei-Personen-Stück „Der Fischer und seine Frau“ Premiere, das sie mit ihrem Mann Martin Doering aufführt unter der Regie von Marek Bednarsky. Mit diesem Theaterstück für Kinder im Vor- und Grundschulalter werden sie auf Tournee gehen. Dazu sucht die Lehninerin Kontakte zu Kitas und Schulen auch in der Region.

Leader-Mittel für Kinder- und Jugendatelier

Das Lehniner Institut für Kunst und Kultur hat nach Angaben der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Anna Tankhanova grünes Licht für den Förderantrag zum Ausbau einer Jugendkunstschule auf dem Gelände erhalten. So soll nun ein 50 Quadratmeter großer Raum im Lager des früheren Sägewerks als Atelier ausgebaut werden.

Gedacht ist das Angebot für Kinder und Jugendliche aus Kloster Lehnin und Umgebung, sowie für Schulklassen und minderjährige Geflüchtete.

20 000 Euro soll die Verwirklichung kosten. Davon sind 15 000 Euro ein Zuschuss aus dem Leader-Fördertopf für ländliche Entwicklung.

Sie brenne für das Institut, sagt die freischaffende Künstlerin. Ihr Ziel ist es, dort eine Theatersparte fest zu etablieren und zugleich das Kulturangebot auszubauen. „Ich wünsche mir, dass es noch mehr ein Ort wird, an dem Kinder Kunstbildung bekommen.“ Theater-, Bildhauer-, Malkurse und musikalische Früherziehung schweben Anna Tarkhanova vor.

In der Bevölkerung solle sich das Lehniner Inistut auch als Heimat für „qualitativ hochwertiges Kunstbildungsangebote für Kinder und Jugendliche einen Namen machen. Jugendkunstschule ist das Stichwort. Natürlich sei auch „mein Träumchen, hier eine Bühne zu installieren, dass hier geprobt werden kann und Aufführungen stattfinden. Vorbild sei „Das Theater am Rand“, Deutschlands östlichestes Theater im Oderbruch. Obwohl sich dieses Theater „ im ländlichen Raum befindet ,wird er sehr gut angenommen“.

Ein Ensemble aus freiberuflichen Schauspieler: „Jeder soll seiner Freiheit folgen und hier und da gastieren, aber auch einmal in Lehnin fünf Wochen lang proben. Dann haben wir ein Stück im Repertoire, das wir hier spielen können.“

Lehniner Institut für Kunst und Kultur bietet ein Gästehaus, eine Galerie, das Ufercafé und den Skulturenpark. Künftig gehört auch eine Jugendkunstschule dazu. Quelle: Marion von Imhoff

Beschreiben würde sich Anna Tarkhanova als naturverbunden und empathisch. Sie sieht sich als jemanden, der schnell ungeduldig ist, „ich will alles und das am besten sofort“, hohe Maßstäbe an sich selbst legt. „Ich verzweifele dann auch ganz gerne mal an mir, wenn ich das Gefühl habe, dem nicht hundertprozentig gerecht zu werden.“

Von ihrer Kunst kann sie nicht leben. Anna Tarkhanova verdient als Servicemitarbeiterin im Hotel Markgraf dazu und arbeitet hin und wieder auch auf Messen. „Das macht mir Spaß und gibt mir die Freiheit, das Leben so zu führen wie ich es gerade will.“ Mitglied in einem Theaterensemble zu werden, das hebt sie sich für jene Zeit auf, in der ihr heute dreijähriger Sohn größer ist. Vormittags zu proben und abends auf der Bühne zu stehen, das möchte sie ihm noch nicht zumuten.

Der Fischer und seine Frau, Theaterpremiere im Lehniner Institut für Kunst am Samstag und Sonntag jeweils um 16 Uhr mit Anna Tarkhanova und ihrem Lebensgefährten Martin Doering. Quelle: Sascha Montag

Ihr Lieblingsplatz auf dem großen Gelände des Instituts? „Der Eckplatz auf der Terrasse am Ufercafe.“ Dort auch schrieb sie ihre Schauspiel-Diplom-Arbeit. Das Ufercafé hält Anna Tarkhanova heute mit Elias Haisch am Laufen, dem Sohn des Institutsmitbegründers und wesentlichen Schaffensmenschen dort, Eckhard Haisch.

Das Areal am Ufer des Klostersees findet die Künstlerin „inspirierend. Mich erdet der Ort. Einfach wunderschön, ein Ort, der für sich spricht. Hier kann man sein, hier gibt es viel zu sehen. Und ich wünsche mir, dass mehr Menschen diesen Ort kennen- und lieben lernen. Viele Menschen, die zum ersten Mal kommen, stehen mit großen Augen hier und können es nicht fassen.“

Info: Der Fischer und seine Frau, Kindertheaterstück im Institut für Kunst und Kultur in der Straße Am Klostersee in Lehnin am 16. u. 17. Juni, jeweils um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Marion von Imhoff

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