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Frischekur für Stadtpark und Denkmäler

Treuenbrietzen Frischekur für Stadtpark und Denkmäler

In Treuenbrietzen läuft ab Herbst die Sanierung des Stadtparkes zwischen Nieplitz und Badenanstalt. Dafür liegen jetzt die Planung sowie viel Fördergeld bereit. Eine Frischekur erhalten dann auch einige Gedenkstätten im Ehrenhain und das Denkmal für Friedrich Heinrich Himmel im Park. Für das Gesamtprojekt sind Kosten von mehr als 520 000 Euro veranschlagt.

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Dringender Handlungsbedarf: Die Treuenbrietzener Victoria samt Gedenksäule für den Deutsch-Französischen Krieg ist seit Jahren marode.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Im südlichen Treuenbrietzener Stadtpark des Pauckertringes kreischen bald Motorsägen und Baufahrzeuge rollen an. Im September kann die Sanierung des Bereiches zwischen Nieplitz und Freibadgelände samt des Denkmals für den Komponisten Friedrich Heinrich Himmel (1765 - 1814) beginnen. Zudem werden Gedenkstätte für die Toten verschiedener Kriege im Bereich des Ehrenhaines zur Jüterboger Straße hin sowie der Parkzugang zwischen Badeanstalt und Schwanenteich saniert. Die Entwürfe für das Gesamtkonzept hat der Bad Belziger Landschaftsarchitekt Gunnar Lange am Montagabend in der Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung vorgestellt.

Nur mit Fördergeld möglich

Bedingung für die jetzt möglichen Arbeiten, die nun fast vollständig aus Zuschüssen der Städtebauförderung zur Altstadtsanierung finanziert werden dürfen, war die kürzlich erfolgte Ausweitung des Sanierungsgebietes um eine Gesamtfläche von circa 1,3 Hektar. Bislang endete es von Norden her an der Nieplitz. Dort ist der Park bereits saniert. Für das Projekt, das nach einer Winterpause bis ins nächste Jahr hinein realisiert werden soll, sind Brutto-Baukosten von mehr als 520 000 Euro veranschlagt. Dabei entfallen 165 000 Euro auf die Arbeiten im Ehrenhain und 357 000 Euro auf den Parkbereich um die Badeanstalt. Für das Fördergeld zur Altstadtsanierung bringt die Stadt einen Eigenanteile von 20 Prozent auf. Pro Jahr sind dafür im Haushalt für alle Projekte insgesamt 220 000 Euro veranschlagt.

Im Ehrenhain-Abschnitt zum Ersten Weltkrieg werden 168 Gedenktafeln neu angeordnet

Im Ehrenhain-Abschnitt zum Ersten Weltkrieg werden 168 Gedenktafeln neu angeordnet.

Quelle: Thomas Wachs

Zu den Projektkosten kommen Ausgaben für Planungsleistungen, womöglich nötige Archäologie sowie vor allem für die Ausgleichspflanzungen. „Zum Faktor sind wir aber noch im Gespräch mit den Fachbehörden“, sagte Gunnar Lange. Auch im neuen Bauabschnitt sollen nämlich bis zu 50 Bäume weichen, „um der Vegetation darunter wieder ein Chance zu geben“, so der Landschaftsplaner. Im nördlichen Bereich habe dieser mit Baumexperten abgestimmte Eingriff Erfolg gezeigt.

Steinhaufen gibt Rätsel auf

Rätselraten herrscht im Zusammenhang mit der Sanierung des südlichen Stadtparkes um einen Steinhaufen am früheren Zugang zur Badeanstalt von der Parkseite her.

In Archiven der Stadt finden sich keine Hinweise auf den einstigen Nutzen des heute überwachsenen Haufens.

Stadtverwaltung und das Planungsbüro Lange bitten um Hinweise aus Bevölkerung.

Entschieden werden soll dann, ob der Steinhaufen erhalten oder abgetragen wird.

Im Projekt enthalten ist auch der Umbau des Treppenbereiches zur sowjetischen Gedenkstätte an der Jüterboger Straße und damit am Hauptzugang zur gesamten Anlage. Nach historischen Vorgaben entsteht dort ein halbrunder Vorplatz mit zwei seitlich platzierten Trauerweiden. Im hinteren Areal der Gedenkstätte, wo Opfern des Ersten Weltkrieges gedacht wird, werden die 168 Gedenkplatten gereinigt und auf Metallgestellen über einer neuen Bepflanzung montiert. Zudem kommen an den drei seitlichen Zugängen die Holzpergolen zurück. Nach historischen Vorgaben gewünscht sind zudem sechs hochwertige Parkbänke in der Anlage. das empfahlen die Ausschussmitglieder, die das Gesamtprojekt einstimmig billigten.

Genutzt wird der Stadtpark an der Nieplitz auch als Kulturstätte – wie hier beim Theaterauftritt der Stadtgaukler

Genutzt wird der Stadtpark an der Nieplitz auch als Kulturstätte – wie hier beim Theaterauftritt der Stadtgaukler. Nun müssen einige Bäume weichen.

Quelle: Thomas Wachs

„Eine besondere Herausforderung ist die Restaurierung der Victoria samt der Säule und des Sockels“, erklärte Gunnar Lange. Die Säule erinnert an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. „Ihr Zustand ist in den letzten Jahren immer bedenklicher geworden“, so der Experte. Er plant um den Ehrenhain zudem eine Ergänzung der Zaunanlage.

Auf neuen Wegen durch den Park

Rund um das Himmel-Denkmal und neben der Badeanstalt werden Wegebeziehungen neu geordnet und das Denkmal selbst nach historischem Vorbild saniert. Einzelne Lampen sind vorgesehen. Auch können die inzwischen rund 16 Jahre alte Holzbrücken über die Nieplitz erneuert werden. Dazu kann Eichenholz verwendet werden, das aus den gerodeten Bäumen im Park gewonnen werden könnte, erklärte Gunnar Lange in der Sitzung.

Die Sanierung des Ehrenhaines für getötete russische Soldaten des Zweiten Weltkrieges an der Jüterboger Straße erfolgte bereits vor gut 15 Jahren. Am Übergang zum deutschen Teil der historischen Anlage sind zudem Gedenksteine für im Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten aus der Sabinchenstadt errichtet worden. In diesen beiden Bereichen erfolgen nun – abgesehen von der neuen Treppe – keine Arbeiten mehr.

Von Thomas Wachs

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