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Frischer Wind für den Markt

Werder/Havel Frischer Wind für den Markt

Karsten Perenz, der „Werdersänger“ der Blütenstadt, hilft dem Obst- und Gartenbauverein künftig bei der Betreuung des Frischemarktes am Werderpark. Neben eigenen Auftritten organisiert er die fünf Events, die jährlich stattfinden. Auch gesanglich konnte er sich festigen und spielt auf dem Baumblütenfest seit einigen Jahren eine „Tournee durch die Gärten“.

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Karsten Perenz mit Schuffel, Leiter und Gitarre in seinem Obstgarten in Werder.

Quelle: Luise Fröhlich

Werder. Seine Vorfahren waren echte Werderaner Obstmucker. Noch heute stehen im Garten einzelne Apfel- und Kirschbäume, aber es sind nur noch Überreste. Geblieben ist Karsten Perenz aus Werder die Leidenschaft zum Obstanbau und die Liebe zu seiner Stadt. Der 54-Jährige singt schon seit seiner Lehre zum Gärtner und hat es trotz einiger Rückschläge in seinem Leben nie aufgegeben. Erhört wurde Perenz nun von Walter Kassin, dem Vorsitzenden des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins. Er stellte ihn ein und machte ihn für die Organisation der Veranstaltungen auf dem Frischemarkt in Werder verantwortlich. Der „Werdersänger“ soll dem Markt frischen Wind und frische Farbe verleihen.

In der Singegruppe „Vitamin“ fing die Gesangskarriere für Perenz an. „Da war es wichtig, lautstark zu singen und sich stimmlich gegen die anderen durchzusetzen“, sagt der gelernte Obstgärtner. Aus dieser Zeit stammen die ersten Anregungen für den späteren Durchbruch namens „Havelobstlied“, das noch heute fester Bestandteil in Perenz’ Repertoire ist. Doch der Weg zum „Werdersänger“, wie Perenz sich selbst nennt, war steinig.

Beim Busfahren konnte er die Gedanken schweifen lassen

Nach der Wende machte er bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) den Busfahrerschein und fuhr 14 Jahre lang die Linie 101, die von Moabit bis nach Dahlem führte. In dieser Zeit textete er ein Lied nach dem anderen um, so dass es regionalen Bezug hatte. „Beim Busfahren konnte ich meine Gedanken schweifen lassen“, erzählt Perenz. Die Gedanken schweiften eigentlich immer nach Werder, zum Wein und dem Baumblütenfest. In seinen Texten verpackte er Selbsterlebtes aber auch Überliefertes von seiner Familie, wie zum Beispiel im „Schuffelsong“, in dem es darum geht, wie die Obstmucker ihre Bäume und Sträucher von Unkraut ferngehalten haben.

2009 spielte Perenz zum ersten Mal am Werdertag auf dem Baumblütenfest und sang in den Jahren danach zusätzlich in den Obstgärten am Hohen Weg auf. In den vergangenen Jahren wurden es immer mehr Auftritte, so dass Perenz mittlerweile von „einer Tournee durch die Gärten“ spricht. 17 Texte spielt er in seinem Stammrepertoire, darunter auch sein erstes Werk „Werderscher Wein“. Die Melodie von Udo Jürgens’ „Griechischer Wein“ diente ihm als Vorlage für einen Text darüber, wie stark und schnell sich der Obstwein auf das Gemüt auswirkt. Seit fünf Jahren nimmt er Gitarren-Unterricht bei Axel Merseburger und hat sich seitdem künstlerisch verbessert: „Die Leute loben mich nicht mehr nur wegen der guten Texte, sondern auch wegen des Rhythmus und der tiefen Stimme.“

Botschafter der Blütenstadt

Neben dem Schichtdienst als Busfahrer waren Auftritte am Wochenende einfach nicht möglich, sagt Perenz. Deshalb entschied er sich gegen die Buslinie 101 und kam gänzlich zurück in die Blütenstadt. „Seitdem kann ich auch auf Familienfeiern singen“, so der Mann aus Groß Kreutz. Die meisten Konzerte spielt er zwischen Essen und Tanz. Dass ihn Walter Kassin vom Obst- und Gartenbauverein angesprochen hat, nennt Perenz großes Glück. „Ich habe mich jahrelang beworben, ohne es überhaupt zu wissen.“

Was den Vorsitzenden überzeugt haben könnte: Perenz versteht sich als Botschafter seiner Stadt und der Bauern. „Auch mit meinen Texten will ich die Leute dazu animieren, lieber bei den traditionellen Herstellern zu kaufen, als bequem im Supermarkt zuzuschlagen“, sagt der Fachmann. Vier Jahre lang hat er nach der Armeezeit in Berlin Mechanisierung der Pflanzenproduktion studiert und war danach zwei Jahre im Obstbau tätig.

Farbe für die Hütte

Kerstin Roscher von der Malwerkstatt in Bautzen hat kürzlich die Holzhütte des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins auf dem Frischemarkt in Werder verschönert.

Auf dem Häuschen sind ein Obstmucker, frische Früchte und grüne Landschaft zu sehen. Die Motive wurden vorher mit Walter Kassin, dem Vereinsvorsitzenden abgestimmt.

Jetzt veranstaltet und organisiert Perenz die fünf Events auf dem Frischemarkt: den Frühlingsmarkt im April, die Erdbeerzeit im Mai, die Kirschenzeit im Juni, das Apfelfest im September und das Schlachtefest im Oktober. Natürlich tritt er auf diesen Veranstaltungen auch selbst als Sänger auf. Zudem bepflanzt und pflegt er den Grünstreifen rund um den Markt, sorgt für frischen Anstrich an den Hütten und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit.

Info: Händler, die auf dem Frischemarkt in Werder verkaufen wollen, können sich an Karsten Perenz wenden, unter der Tel. 0173/7 21 21 62  oder per Mail an frischemarkt.perenz@gmx.de

Von Luise Fröhlich

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