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Friseure machen besseren Schnitt

Ein Jahr Mindestlohn Friseure machen besseren Schnitt

Seit einem Jahr gilt der Mindestlohn im Frisörhandwerk, und das auch im Hohen Fläming. Nicht wenige Betriebe in der Region befürchteten, dass sich dies negativ auf die Branche auswirken könnte. Doch wie sieht die Bilanz nach einem Jahr aus? In Brück und Bad Belzig zumindest winken die Frisöre ab.

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Christian Schäler und seiner Mitarbeiterinnen Bianca Neumann, Ina Albrecht, Heidrun Saborowski und Julia Haseloff (von links ) haben jeden Tag alle Hände voll zu tun.

Quelle: Johanna Uminski

Brück/Bad Belzig. Im Friseursalon von Nancy Schulz wird fleißig gewaschen, geschnitten und geföhnt. Vor allem die kreativen Ideen und neusten Trends schätzen ihre Kunde an dem kleinen Betrieb aus Brück. Für die Friseurmeisterin und ihren Salon habe sich durch die Einführung des Mindestlohnes Anfang des Jahres nicht viel geändert. Ein Blick in den Hohen Fläming zeigt, dass sowohl Arbeitgeber als auch Kunden den Mindestlohn gut aufgenommen haben.

Trotz höherer Preise kommen die Kunden weiterhin

Trotz höherer Preise kommen die Kunden weiterhin.

Quelle: Uminski

Die Einführung des Mindestlohns hat Nancy Schulz von Anfang an befürwortet. „Jetzt werden Friseure ordentlich entlohnt.“ Die Mitarbeiter in ihrem Salon werden übertariflich bezahlt, so die Friseurmeisterin. Zwar musste die Brückerin auch ihre Preise leicht erhöhen, um die Kosten auf die Kunden zu übertragen. „Das war aber in Ordnung.“ Ausschlaggebend für die Kunden sei ohnehin Zufriedenheit und Qualität, betont die 33-Jährige. „Da zahlen die Kunden auch gerne ein, zwei Euro mehr.“

Von Anfang an befürwortet

Ein positives Resümee zieht auch Friseurmeister Uwe Wollnik aus Brück. „Für die Angestellten ist es angenehm und die Kundschaft hat die Preiserhöhung auch gut verkraftet“, sagt der 60-Jährige. Wollnik beschäftigt drei Mitarbeiterinnen in seinem Friseursalon. „Alles ist beim Alten geblieben“, betont der Friseurmeister. Christian Schäler aus Bad Belzig hat ebenfalls durch den Mindestlohn keine negativen Auswirkungen gehabt und befürwortet, dass die Angestellten mehr Geld bekommen. Der 44-Jährige, der bereits vor der Einführung dem Mindestlohn sehr nah war, machte sich anfänglich eher Sorgen um seine Kundschaft, die eine Preiserhöhung akzeptieren musste. „Die haben das größtenteils aber gut aufgenommen“, sagt der Bad Belziger.

Mindestlohn

Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro brutto die Stunde – auch in den Friseurbetrieben. Dort wurde in den letzten drei Jahren stufenweise der Lohn erhöht und liegt nun bei 8,50 Euro je Stunde.

In einigen Branchen gelten bis Ende 2017 noch Übergangsfristen. Allerdings muss auch dort ab dem 1. Januar 2017 der Mindestlohn gezahlt werden.

Langzeitarbeitslose haben erst nach sechs Monaten, nachdem sie eine neue Arbeit aufgenommen haben, das Recht auf einen Mindestlohn. Minderjährige sind vom gesetzlichen Mindestlohn ausgenommen.

Weitere Informationen zum Thema unter www.mindestlohn.de.

Petra Jauer, Obermeisterin der Friseurinnung Brandenburg an der Havel, bestätigt die positive Entwicklung seit der Einführung des Mindestlohnes vor einem Jahr. „Nach ersten pessimistischen Stimmen zu Beginn lief es dann doch ganz gut.“ Da alle Friseursalons ihre Preise erhöhen mussten, sei auch das Verständnis der Kunden da gewesen, sagt die Brandenburgerin. „Mir ist auch nicht bekannt, dass die Friseure auf dem Land größere Einbußen hatten als in der Stadt.“ Positiv unterstreicht die Obermeisterin, dass durch die Lohnerhöhung nicht nur die Mitarbeiter ordentlich entlohnt werden, sondern auch die Qualität und das Ansehen des Friseur-Berufes gestärkt wurden.

Preise mussten erhöht werden

Negative Einflüsse auf den Arbeitsmarkt im Altkreis Belzig gab es durch den Mindestlohn keine, betont Marko Wilke, Geschäftsstellenleiter der Bad Belziger Filiale der Arbeitsagentur. „Im Gegenteil eher positive, weil dadurch Beschäftigungsverhältnisse jetzt in eine mindestlohnentsprechende Arbeit umgewandelt worden sind.“

Dass die Lohnerhöhung so gut angenommen wurde, habe vor allem etwas mit dem aktuellen Arbeitsmarkt zu tun. „Wir haben Stellen ohne Ende in fast allen Berufen“, sagt Arbeitsagentur-Leiter Wilke. Dadurch seien die Arbeitgeber auch gezwungen anständige Löhne zu zahlen.

Von Johanna Uminski

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