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Potsdam-Mittelmark Frohnsdorf begrüßt Hunderte Gäste
Lokales Potsdam-Mittelmark Frohnsdorf begrüßt Hunderte Gäste
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15:36 19.06.2016
Bärbel Belitz hat eine Ausstellung zur spannenden Historie Frohnsdorfs gestaltet.          Quelle: Thomas Wachs
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Frohnsdorf

Welch ein Gewimmel. Wohl alle der rund 370 Frohnsdorfer Einwohner waren am Sonnabend auf den Beinen, um mit hunderten Gästen groß zu feiern. Siedlerverein, Feuerwehr, Jugendclub und viele weitere Akteure hatten die Siedlung zur Festmeile verwandelt. Immerhin galt es, im Rahmen der Treuenbrietzener Sabinchenfestwoche ein Doppeljubiläum zu begehen.

Ronald Wäsch verkauft als  Volkspolizist  Erinnerungbutton zum Dorffest Frohnsdorf.     Quelle: Thomas Wachs

120 Jahre gibt es inzwischen die Ausflugsgasstätte „Zur Alten Eiche“. Zudem bezogen vor 80 Jahren hunderte Bewohner auf einen Schlag die 1936 für Beschäftigte der Munitionsfabrik „Selterhof“ fertiggestellte Arbeitersiedlung, die bis heute den Ortskern bildet. Somit galt es nun, 200 Jahre Frohnsdorfer Geschichte zu feiern.

Bernd Block lenkt den Pferdewagen zur Historienfahrt durch Frohnsdorf. Quelle: Thomas Wachs

Und die ist sehr speziell. Das konnten Besucher des Festes unter anderem im Siedlerheim erfahren. Dort stieß die von Bärbel Belitz und dem Treuenbrietzener Heimatverein zusammengestellte Ausstellung auf reges Interesse. In zahlreichen Bildern, Dokumenten und Texten sind Themen der Ortsentwicklung aufgearbeitet. Sie sollen bald auch erstmals in einer eigenen Chronik des Treuenbrietzener Ortsteiles veröffentlicht werden. 22 Seiten seien schon zusammengetragen. „Einige unklare Punkte müssen aber noch korrekt belegt werden, bevor sie veröffentlicht werden können“, erzählt die 60-jährige Hobby-Chronistin. Sie zog zu Weihnachten 1977 nach Alt Frohnsdorf. Dort gab es schon im Mittelalter um 1220 eine deutsche Siedlung, die jedoch bald wieder wüst fiel. Von 1420 bis 1856 prägte das Meiereigut der Stadt Treuenbrietzen mit der Walkemühle den Ort. Mit der Ansiedlung von Kolonisten durch Preußenkönig Friedrich II. ab 1776 entstanden beidseits der Nieplitz neue Kolonistenhäuser, die zum Teil bis heute ihre markante Form beibehielten.

Alle Dörfer waren einmal Gastgeber

Zur Tradition des Sabinchenfestes in Treuenbrietzen gehört alljährlich am zweiten Festwochenende das Programm in einem der Ortsteil.

In 22 Jahren waren inzwischen alle Ortsteile einmal mit der Ausgestaltung an der Reihe. Lediglich im vorigen Jahr hatte sich kein Ort gefunden, um die Tradition fortzuführen.

Frohnsdorf war nun zum zweiten Mal Gastgeber und eröffnete so die neue Runde der Feste in den Treuenbrietzener Ortsteilen.

An der Ausgestaltung mitgewirkt haben der Ortsbeirat, der 87 Mitglieder zählende Siedlerverein sowie die Feuerwehr, der Jugendclub und viele private und institutionelle Akteure.

Die wechselvolle Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte stand auch bei Kutschfahrten im Mittelpunkt. Der Treuenbrietzener Ortschronist, Ernst-Peter Rabenhorst, präsentierte auf dem von Bernd Block aus Rietz gelenkten Pferdewagen einige Überraschungen. „Die meisten Gäste waren verwundert, dass der heute so markante Frohnsdorfer Wald gar nicht schon immer da war“, erzählt der Chronist. Denn bis der erste Stadtförster, Karl Grußdorf, um 1855 den Auftrag erhielt, gut 1200 Hektar Stadtwald anzupflanzen, standen rund um das Treuenbrietzener Kämme-reigut am heutigen Herrmann-Löns-Weg Rinderherden und Schafzucht im Mittelpunkt der Weidewirtschaft. Grußdorf wirkte 34 Jahre lang als Förster und prägte so nachhaltig die Waldstrukturen und das Landschaftsbild rund um Treuenbrietzen. Heute ist das weite Gebiete um die bei Frohnsdorf liegende Nieplitzquelle Teil des Naturparkes Nuthe-Nieplitz.

Am Gasthaus „Zur alten Eiche“ informiert sich    Finja Liebs (6) am Stand der Naturwacht bei Corinna Zick (re.) und Helma Kipsch. Quelle: Thomas Wachs

Dessen Besonderheiten standen an der Waldgaststätte zur Alten Eiche im Mittelpunkt von Informationsständen des Forstbetriebes und der Naturwacht. An ihrem Stand hielten die Rangerinnen Corinna Zick und Helma Kipsch interessante Informationen nicht nur für Kinder bereit. Finja Liebs (6) aus Nichel gehörte zu den jüngsten Gästen.

Von Thomas Wachs

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