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Potsdam-Mittelmark Frohnsdorfer Bus nach Frohnsdorf entführt
Lokales Potsdam-Mittelmark Frohnsdorfer Bus nach Frohnsdorf entführt
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18:50 22.04.2016
Mit ihrem Geschenk aus Thüringen stoßen Peter Müller (li.) und Ronald Wäsch auf ihren gelungenen Überraschungsbesuch an. Quelle: privat
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Frohnsdorf

Diese Idee schwirrte Peter Müller schon seit mehr als zwei Jahren im Kopf herum. Jetzt hat der Vorsitzende des Frohnsdorfer Siedlervereins sie in eine riesen Überraschung für viele Einwohner des Treuenbrietzener Ortsteiles münden lassen. In seinem Stellvertreter, Ronald Wäsch, fand Müller einen bestens geeigneten Mitstreiter. Er war spontan begeistert und vor allem verschwiegen genug, um die geheime Mission vorzubereiten und zu einem Erfolg zu führen.

Fahrt ins Blaue mit besonderem Ziel

Kürzlich nun ging es auf Tour zur „Fahrt ins Blaue“. Der Siedlerverein Frohnsdorf lud Mitglieder und Siedlungsbewohner ein. Es sollte der dritte Gemeinschaftsausflug dieser Art werden. Offizielles Ziel war diesmal die Skatstadt Altenburg in Thüringen. Am Samstagmorgen, 7 Uhr, stiegen 35 fröhliche Frohnsdorfer in einen Bus. In Altenburg standen Besuche des Schlosses und des Spielkartenmuseums auf dem Programm. Auch die Schlosskirche mit der berühmten Orgel, die Johann Sebastian Bach als Trostorgel diente, lernten die Reisenden aus dem Fläming kennen. Nach der Stärkung im Ratskeller übernahmen Roland Wäsch und die zwei Thüringerinnen Silke und Linda, die plötzlich in den Bus gestiegen waren, die Reiseführung durch das Altenburger Land. Spiel, Spaß und Spannung waren angekündigt.

Zur Begrüßung der Frohnsdorfer in Brandenburg spielt die Schalmeien-Kapelle in Thüringen Quelle: privat

„Links seht Ihr den Lahne-Wald“, erzählte Silke Graichen, eifrig bemüht, die Blicke dorthin zu lenken. „Links also der Lahne-Wald, links!“ Dennoch war einigen Ausflüglern rechts ein Schild nicht entgangen: „Frohnsdorf 3 km“. Und plötzlich ahnten 35 Frohnsdorfer aus dem Fläming, wo ihre Reise ins Blaue noch hin geht. Frohnsdorf in Thüringen war erreicht. Vom Ortseingang an berichteten Silke und Linda begeistert von ihrem Dorf. Eine Gaststätte auf dem Berg, der intensive Tonabbau in den Vorwendejahren, das Viadukt als europaweit am intensivsten gekrümmte Eisenbahnbrücke mit 17 Bögen „und da unser Gasthaus Frohnsdorf“, erzählten die spontanen Reiseführerinnen. Kurz darauf stoppt der Bus. Und 35 Frohnsdorfer aus Brandenburg standen vor annähernd allen Frohnsdorfern aus Thüringen. Denn sie wussten, dass die Brandenburger kommen. Zur Begrüßung spielte die Schalmeien-Kapelle des Dorfes mehrere Ständchen. „Danach ging es gemeinsam in den Saal des Gasthofes, in dem eine festliche Kaffeetafel gedeckt war. Der Landfrauenverein Frohnsdorf hatte dafür leckeren Kuchen gebacken“, erzählt Monika Schwericke vom Siedlerverein.

Zwei kleine Orte

Die beiden Orte mit dem Namen Frohnsdorf in Brandenburg und Thüringen trennen 240 Kilometer.

Frohnsdorf in Thüringen ist ein Straßendorf mit 275 Einwohnern. Freiwillige Feuerwehr, Volkssolidarität und Karnevalsclub sind dort aktiv.

Im brandenburgischen Frohnsdorf leben rund 385 Menschen. Ortsbeirat, Siedlerverein und Freiwillige Feuerwehr kümmern sich dort um das Gemeinwohl.

Endlich konnten Peter Müller und Ronald Wäsch allen Frohnsdorfern berichten, wie es zu dieser besonderen Ausfahrt gekommen war. Via Internet wurde schon 2014 der Kontakt nach Thüringen geknüpft. Dort ließen sich die Akteure sofort von der Besuchsidee anstecken. „Im Herbst 2015 gab es unser erstes geheimes Treffen mit Bürgermeister Dietmar Graichen. Peter und ich fuhren nach Thüringen“, erzählt Ronald Wäsch. Silke Graichen übernahm die komplette Organisation in ihrem Frohnsdorf. Mit dem Programm überraschte sie nun die Frohnsdorfer aus Brandenburg.

Frohnsdorf in Thüringen war Ziel der Brandenburger Frohnsdorfer. Quelle: privat

Deren Ortsvorsteherin, Annette Lehmann, überreichte Bürgermeister Dietmar Graichen ihre Ortschronik und auch die Feuerwehrchroniken wurden ausgetauscht. Ferner war ein Geschenk vom Gasthaus der „Zur Alten Eiche“ für den Gasthof Frohnsdorf im Gepäck der Brandenburger. Mit der Präsentation vieler Vereine des Thüringer Dorfes folgte ein Programm von Frohnsdorfern für Frohnsdorfer. Geprägt von der Herzlichkeit des Empfangs und der gemeinsamen Historie in der DDR fielen angeregte Gespräche nicht schwer. „Die eigentümliche Vertrautheit ließ so manchem die Augen blitzen“, erzählt Monika Schwericke.

Offizielle Partnerschaft ins Auge gefasst

Die ersten Kontakte zwischen den Orten mit gleichem Namen sind nun geknüpft. Ob daraus mal eine offizielle Partnerschaft erwächst, ließen Brandenburger und Thüringer zunächst offen. „Das muss sicher langsam wachsen“, sagt Peter Müller gegenüber der MAZ. Auf jeden Fall vereinbart ist für das nächste Jahr bereits ein Gegenbesuch aus Thüringen. In seinen Recherchen war Peter Müller lediglich noch auf einen weiteren Ort mit dem Namen Frohnsdorf gestoßen. „Der liegt jedoch in Österreich“, erzählt der Vereinschef. „Die Nähe nach Thüringen und die gemeinsame Historie waren aber besser geeignet für meine Idee“, sagt der Chef des Siedlervereins.

Am Ausflugsabend verabschiedeten sich nun „nicht nur Frohnsdorfer von Frohnsdorfern sondern Freunde nahmen Abschied“, beschreibt Monika Schwericke ihre Eindrücke vom gelungenen Überraschungsbesuch in Thüringen. Sie dankt dafür, „dass die beiden Vorsitzenden unseres Siedlervereins so viele Frohnsdorfer haben ihren Traum mit leben lassen“.

Von Thomas Wachs

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