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Frohnsdorfer plant Grußdorf-Wanderweg

Ehrung für Försterdynastie Frohnsdorfer plant Grußdorf-Wanderweg

Der Frohnsdorfer Gerd Palwitz möchte einen Wanderweg zwischen Brück und Treuenbrietzen zur Ehrung einer Försterdynastie ausweisen. Er soll nach Karl Grußdorf benannt werden. Der gebürtige Brücker war ab 1854 für 34 Jahre der erste Stadtförster Treuenbrietzens. Bis zum 200. Geburtstag von Grußdorf am 14. November 2018 sollte die Idee umgesetzt sein.

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In Alt-Frohnsdorf setzte Gerd Palwitz bereits im Jahre 2012 ein Denkmal für Förster Karl Grußdorf.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen/Brück. Mit einem nach ihm benannten Wanderweg zwischen Brück und Treuenbrietzen soll Karl Grußdorf, der erste Stadtförster Treuenbrietzens, ein weiteres Mal gewürdigt werden. Das schwebt Gerd Palwitz vor. Für seine Idee hat der Frohnsdorfer jetzt in politischen Gremien der Städte Brück und Treuenbrietzen um Unterstützung geworben. In beiden Kommunen ist das Thema zur weiteren Beratung zunächst in die Fachausschüsse verwiesen worden. Gerd Palwitz schlägt zwei Routen für diesen Wanderweg vor, von denen eine entsprechend ausgewiesen und mit einheimischen Bäumen flankiert werden könnte. Für die Pflanzen sucht Gerd Palwitz noch Sponsoren. Erledigt sein sollten die Vorarbeiten bis zum 200. Geburtstag von Karl Grußdorf im Jahr 2018.

Grußdorf war 34 Jahre lang erster Stadtförster

Karl Grußdorf war am 14. November 1818 in Brück geboren worden. Seine Familie bildete eine Försterdynastie, die deutschlandweit verzweigt und bekannt war. „Mit ihrer Tätigkeit haben die verschiedenen Förster bis zum heutigen Tag nachhaltig unseren Wald geprägt“, erklärt Gerd Palwitz zum Hintergrund der beabsichtigten Ehrung.

Förster Karl Grußdorf   auf einer historischen Aufnahme

Förster Karl Grußdorf auf einer historischen Aufnahme.

Quelle: privat

Im ]ahre 1854 war Karl Grußdorf auf Beschluss der Stadtverordneten als erster Stadtförster Treuenbrietzens eingestellt worden. In dieser Funktion wirkte er 34 ]ahre lang bis zu seinem Tode am 14. März 1888 in Frohnsdorf. Grußdorf wurde 69 Jahre alt. Bis dahin prägte er vom Frohnsdorfer Forsthaus aus nachhaltig das Landschaftsbild und die Waldstruktur. Seine umfangreichen Kenntnisse über Baumarten und Klimaverhältnisse ließen ihn aus unfruchtbarem Acker stabile Forstkulturen entwickeln. „Die geschlossenen Waldgebiete rings um Frohnsdorf und Treuenbrietzen sind für uns heute hingegen eine Selbstverständlichkeit“, sagt Gerd Palwitz. „Ein Wald braucht jedoch mindestens vier Generationen, um seine waldbauliche Charakteristik zu entwickeln“, sagt der Frohnsdorfer.

Zwei Routen zur Wahl

Für die Idee zur Ausweisung eines „Grußdorf-Wanderweges“ sollen zwischen Brück und Treuenbrietzen bereits ausgewiesene Wanderwege genutzt werden. Eine Route soll mit standortgerechten Baumarten als Allee bepflanzt werden.

Vorgeschlagen werden von Gerd Palwitz zwei Routen zur Auswahl.

Die eine verläuft von Brück über Neuendorf, Alt Bork, Deutsch Bork, Schlalach und Brachwitz nach Treuenbrietzen. Von dort geht es über den Böllrich am Forsthaus Neue Hufen vorbei durch das Nielplitztal zum Hermann-Löns-Weg mit dem Grußdorf-Denkmal in Alt-Frohnsdorf.

Eine weitere Möglichkeit wäre der Weg von Brück über Linthe, Schlalach, Brachwitz nach Treuenbrietzen. Von dort ginge es wieder über den Böllrich am Forsthaus Neue Hufen vorbei zum Denkmal in Alt-Frohnsdorf.

Er hatte Karl Grußdorf schon im Sommer des Jahres 2012 ein Denkmal gesetzt. Am Herrmann-Löns-Weg in Alt-Frohnsdorf erinnern seither vom Holzkünstler Dirk Kolkwitz aus Langenlipsdorf (Teltow-Fläming) aufwendig gestaltete Skulpturen Grußdorfs und seiner Hunde an den ersten Stadtförster Treuenbrietzens. Das Denkmal unmittelbar neben Grußdorfs einstigem Wohnhaus war noch in Anwesenheit der Urenkelin des Forstmannes, Marie Luise Zimmermann aus Jüterbog (Teltow-Fläming), eingeweiht worden.

Urenkelin überließ handschriftliche Dokumente

Sie überließ Gerd Palwitz vor ihrem Tod handschriftliche Dokumente ihres Uropas sowie Papiere und Fotos aus der Familiengeschichte der Försterdynastie. So war Karl Grußdorfs Enkel, Paul Grußdorf, im Januar 1923 ebenfalls als Treuenbrietzener Stadtförster angestellt worden. „Ich war in der glücklichen Lage, in meiner Kindheit, Paul Grußdorf Kind noch persönlich kennen zu lernen“, erzählt der 73 Jahre alte Gerd Palwitz. Der gebürtige Frohnsdorfer wäre selbst gerne Förster geworden. Schließlich wurde er Tischler und arbeitete so auf andere Weise mit Holz. Mit der Geschichte der Förstereien im Umland beschäftigt sich Gerd Palwitz dennoch seit gut 20 Jahren. Auf der Suche nach weiterem historischem Material erhofft er sich Unterstützung auch von einstigen und heutigen Mitarbeitern der Forsthäuser um Brück und Treuenbrietzen. „Interessant sind auch kleinste Hinweise oder Schriftstücke wie Betriebswerke oder Kontrollbücher“, erzählt Gerd Palwitz.

Eine Einigung zwischen den Kommunen Brück und Treuenbrietzen zur Führung des Karl-Grußdorf-Wanderweges schwebt dem Ideengeber bis zum Frühjahr 2016 vor. „Somit wäre eine Grundlage geschaffen, um Fördergeld einzuwerben und Sponsoren für die Bäume zu gewinnen“, sagt Gerd Palwitz.

Von Thomas Wachs

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