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Potsdam-Mittelmark Führerschein für Feuerwehrautos wird teurer
Lokales Potsdam-Mittelmark Führerschein für Feuerwehrautos wird teurer
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17:17 06.01.2017
Viktoria Paul und Markus Thiele von der Feuerwehr Mörz haben voriges Jahr noch den „Feuerwehrführerschein“ gemacht. Quelle: Thomas Wachs
Bad Belzig

Die Freiwilligen Feuerwehren im Hohen Fläming fürchten unbesetzte Plätze am Steuer ihrer Einsatzfahrzeuge. Grund ist die Abschaffung einer speziellen Fahrberechtigungsverordnung im Land Brandenburg. Die Sonderregelung ist zu Jahresbeginn nicht verlängert worden. Auf diesem Wege hatten Einsatzkräfte zu günstigen Konditionen für die Kommunen ihre Befähigung erlangen können, um auch Kleinlastwagen steuern zu dürfen.

Anders als in früheren Jahren, schließt die herkömmliche Führerscheinausbildung seit einigen Jahren nämlich lediglich Autos bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht ein. In vielen Gerätehäusern der Fläming-Region – vor allem auf den Dörfern – parken heute jedoch Kleinlastwagen mit bis zu 7,5 Tonnen Gewicht. Sie dürfen mit einem PKW-Schein nicht gefahren werden. Diese Lücke geschlossen wurde in den zurückliegenden Jahren über die Sonderregelung für den „Feuerwehrführerschein“. Mit diesem dürfen die Brandschützer entsprechende Fahrzeuge steuern. Allerdings auch nur für die Feuerwehr und nicht privat.

Tina Bastian ist Amtswehrführer in Niemegk. Quelle: M. Greulich

Nach einer Dienstberatung der Amts-, Gemeinde- und Stadtwehrführer Potsdam-Mittelmarks schlugen die Wogen nun hoch, nachdem Kreisbrandmeister, Herbert Baier, über den Wegfall der Verordnung informiert hatte. „Darüber sind mehrere meiner Kollegen speziell hier im Fläming sehr schockiert“, sagt Niemegks Amtswehrführer, Tino Bastian, der MAZ. In Niemegk hätten in den vergangenen Jahren 26 Männer und Frauen den „Feuerwehrführerschein“ erworben. Dafür hatte die Amtsverwaltung in Kooperation mit einer örtlichen Fahrschule ein spezielles Ausbildungskonzept praktiziert. Damit sollte den Ausbildern aus Reihen der Feuerwehren, die für solche Kurse eigentlich auch befähigt wären, die große Verantwortung genommen werden. An Sammelterminen wurden Gruppenausbildungen mit Fahrlehrern organisiert und Einsatzfahrzeuge für die praktische Ausbildung zur Verfügung gestellt, erklärt Tino Bastian. Somit konnte die dringend nötige Ausbildung für einen Zuschuss von etwa 350 Euro pro Kamerad aus dem Amtshaushalt angeboten werden.

Treuenbrietzens Stadtwehrführer Jens Heinze fürchtet deutliche Mehrkosten für die Führerscheinausbildung. Quelle: Thomas Wachs

„Die Stadt Treuenbrietzen ist ähnlich verfahren und auch in Bad Belzig wurden Einsatzkräfte auf diesem Wege ausgebildet“, berichtet Tino Bastian. „Ein Wegfall der Verordnung bedeutet einen Rückschritt für die Sicherung der Einsatzbereitschaft der Wehren im ländlichen Raum“, so der Amtswehrführer. „Einerseits will das Land etwas gegen den Trend der weniger werdenden Feuerwehrleute tun. Andererseits läuft diese kleine Verordnung, die uns hilft und dem Land kein Geld kostet, einfach aus“, sagt Bastian verärgert.

Deutliche Mehrkosten befürchtet

„Wir fürchten nun deutliche Mehrkosten“, sagt auch Stadtwehrführer Jens Heinze aus Treuenbrietzen. Dort wurde die Zusatzausbildung für Autos bis 7,5 Tonnen Gewicht bislang mit 500 Euro pro Schein aus dem Stadthaushalt bezuschusst. Für die Klasse der Lastwagen waren es gar 1500 Euro. Der private Anteil hielt sich bei Einhaltung der Regelausbildungszeit „moderat bei um die 100 Euro“, so Heinze. Er geht davon aus, dass die Zuschuss-Kosten bei einer Ausbildung schon für den 7,5-Tonnen-Schein auf dem herkömmlichen Wege um die 1500 Euro liegen werden. Somit könnten wir nur noch weniger Ausbildungen finanzieren“, sagt Heinze. Bedarf wäre für circa drei Leute pro Jahr und bei großen Lastern gar für fünf Fahrer. „Wir schaffen derzeit finanziell aber nur drei pro Jahr“, so Heinze.

Das Innenministerium des Landes Brandenburg sieht auch nach dem Wegfall der seit Mai 2012 praktizierten Verordnung „die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren, Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerkes gewahrt“, teilte Susann Fischer, stellvertretende Sprecherin des Ministeriums, auf Anfrage der MAZ mit.

Innenministerium will Standardausbildung

Zur Prüfung des weiteren Bedarfs für die Verordnung seien Landkreise und Kreisfreie Städte befragt worden. Demnach seien in 293 Fällen die Sonderberechtigungen laut Verordnung erteilt worden. Dies entspreche etwa sieben Prozent der in den viereinhalb Jahren erworbenen Fahrerlaubnisse und Berechtigungen. Der Erwerb über die Ausnahmeregelung sei somit nicht die Regel sondern Ausnahme gewesen. Alle erteilten Fahrberechtigungen gelten unbefristet fort, heißt es aus dem Ministerium.

Dort werde der weitere Bedarf für solche Sonderfahrberechtigungen geprüft. Dabei seien die besonderen Anforderungen an die Fahrer im Einsatz zu beachten. Diese Fahrten seien um ein Vielfaches unfallträchtiger als Touren im normalen Verkehr. Für die Sicherheit der Fahrer, Insassen und anderer Verkehrsteilnehmer sei es „vorteilhaft, wenn eine vollständige und standardisierte Fahrausbildung erfolgt“, teilt Susann Fischer mit.

Von Thomas Wachs

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