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Fünf Jahre „staatlich anerkannter Erholungsort“

Schwielowsee Fünf Jahre „staatlich anerkannter Erholungsort“

Erst Ferch und Caputh und im Juni 2012 schließlich auch Geltow: vor fünf Jahren erhielt der letzte fehlende Ortsteil der Gemeinde Schwielowsee den Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“. Zeit, um sich auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen, haben sie allerdings. Denn bei der nächsten Begehung soll der Titel verteidigt werden. Bis dahin gibt es viel zu tun.

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Mit fast 70 000 Euro aus Eigenmitteln der Gemeinde gehörte die Mitfinanzierung des Aussichtsturms Wietkiekenberg bei Ferch bislang zu den höchsten touristischen Ausgaben.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Schwielowsee. Erholung fängt im Kleinen an. Sitzbänke mit Blick aufs Wasser, gepflegte Grünanlagen und kostenlose Info-Broschüren erwarten heutzutage alle Touristen. In der Summe ergeben sich große Aufgaben, die Erholungsorte bewältigen müssen. In der Gemeinde Schwielowsee ist das nicht anders. Genau fünf Jahre ist es her, dass alle drei Ortsteile die Auszeichnung erhielten. Nach Caputh und Ferch im Jahr 2010 folgte Geltow im Juni 2012.

Seit fünf Jahren erhebt die Gemeinde deshalb einen Kurbeitrag. Einen Euro zahlt jeder Gast für eine Übernachtung in Schwielowsee. Genauso wie die oft kleinen Anliegen der Besucher addiert sich auch dieser Beitrag für die Gemeinde jährlich zu einer erheblichen Summe. „Rund 110 000 Euro waren es im Jahr 2016“, berichtet Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU). Damit lagen die Einnahmen im Schnitt der Vorjahre. Exakt 114 060 Euro waren es 2013, dem ersten Jahr, in dem der Beitrag erhoben wurde. Am höchsten fiel er 2015 aus: 117 108 Euro waren es damals.

Mit den Beträgen sei die Gemeinde grundsätzlich zufrieden, erklärt Hoppe. Bereichern kann sich die Gemeinde daran allerdings nicht. Denn die Kurbeiträge dürfen nur zweckgebunden und ohne die Absicht einer Gewinnerzielung verwendet werden. Seit mehreren Jahren übersteigen die tourismusrelevanten Ausgaben der Gemeinde die erzielten Kurbeiträge.

Mit gutem Beispiel voran

Mit gutem Beispiel voran: Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) zur Einweihung der drei Fahrradverleihstationen im Juni 2016.

Quelle: Frederic Schick

Knapp 100 Parkbänke gibt es mittlerweile in allen Ortsteilen. Circa 130 Mal nutzten Besucher die Fahrradausleihstationen allein im ersten halben Jahr nach ihrer Eröffnung im Juni 2016. Viele Ausgaben und Investitionen sind zum Alltag in Schwielowsee geworden, wie zum Beispiel die jährlich 8000 Euro für die Kulturbuslinie oder mehrere Tausend Euro für die Bepflanzung öffentlicher Flächen. Über 50 000 Euro wurden bisher für Spielplätze in Caputh, Ferch und Geltow ausgegeben. Auch die Gästekarte, die Besucher im Gegenzug für den Kurbeitrag erhalten, werde sehr gut genutzt, berichtet Hoppe. Die Besucherzahlen in den touristischen Einrichtungen entwickelten sich entsprechend positiv.

Schwachstellen: Kultur, Caputher Gemünde, Barrierefreiheit

„Natürlich ist es unser großer Wunsch, den Titel zu verteidigen“, sagt die Bürgermeisterin. Eine im vergangenen Jahr von der Gemeinde in Auftrag gegebene Studie zeigte, dass die derzeitige Gestaltung jedoch nicht dem Potenzial der Ortsteile entspricht. Vor allem das kulturelle Angebot müsse ausgebaut und die Caputher Uferpromenade verschönert werden. Hoppe nennt außerdem einen weiteren Aspekt, bei dem Nachholbedarf besteht: „Insbesondere das Thema Barrierefreiheit ist zukünftig ein Hauptthema.“ Viele der bemängelten Punkte bearbeitet die Gemeinde bereits. Um für ältere Bürger, Familien mit Kindern und Gästen mit Handicap attraktiver zu werden, sollen beispielsweise barrierefreie Rundrouten ausgewiesen werden. Auch bauliche Veränderungen sollen in diesem Zuge geprüft werden.

Für die – laut Studie zu unattraktive – Caputher Uferpromenade wurde ein Wettbewerb ausgerufen, bei dem verschiedene Pläne zur Umgestaltung des Gebiets eingereicht wurden. Konkrete Vorhaben stehen allerdings noch nicht fest. Ab dem 1. Juli wird es außerdem ein Tourismusamt geben – ein Verwaltungsakt, der auf die Besucher kaum Auswirkungen haben soll. „Unsere Touristeninfo im Caputher Bürgerhaus bleibt wie bisher besetzt“, sagt Hoppe. Langfristig soll so der Tourismusverein entlastet und der Internetauftritt modernisiert werden. 2020 stehen die ersten Begehungen in Schwielowsee an, die darüber entscheiden, ob die einzelnen Ortsteile den Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“ behalten.

Von Victoria Barnack

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