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Potsdam-Mittelmark Für 160 Flüchtlinge bleiben nur Zeltplätze
Lokales Potsdam-Mittelmark Für 160 Flüchtlinge bleiben nur Zeltplätze
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02:16 18.09.2015
In Ferch mussten für die Unterbringung Zelte aufgestellt werden. Quelle: Greiner
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Ferch

Der Flüchtlingsstrom reißt auch in der Erstaufnahme in Ferch nicht ab. Weil die annähernd 150 Plätze in der ehemaligen Kaserne nicht ausreichten, mussten am vergangenen Sonntag weitere Zelte aufgebaut werden. In den nun insgesamt 15 Zelten müssen sich die Männer mit einer Pritsche begnügen. Licht gibt es nicht. In der Not wird mit dem Handy geleuchtet. Die Boss Sicherheitsdienste GmbH Berlin als Betreiber hat zusätzlichen Strom für die Zelte angefordert, aber er wurde noch nicht geliefert, sagt Geschäftsführer Peter Handel. Eine Krankenschwester beklagt die nächtliche Kälte in den sechs Sommerzelten, die Männer müssten frieren. „Es gibt eigentlich genug Decken, wenn nicht morgen noch viele Menschen ankommen. Genau weiß man das leider nie“, sagt Handel.

Zur Zeit leben, abgelegen von den Ortszentren von Werder und Ferch in der Gemeinde Schwielowsee, annähernd 300 Flüchtlinge, sagt Handel. Darunter sind Familien und etwa 35 Kinder. „Die Zahl der Asylbewerber verändert sich fast täglich. 80 Prozent kommen aus Syrien. Aber die Schmerzgrenze ist auch hier erreicht“, sagt Handel. Er bedauert, dass es am Standort einen Betreiberwechsel geben wird. Nicht die Boss-Gesellschaft sondern das DRK wird die Erstaufnahme ab Februar betreiben. So hat es das Innenministerium nach einer Ausschreibung entschieden. Über die Situation in der Erstaufnahme Ferch, deren Betrieb bis Dezember 2016 befristet ist, informierten sich am Dienstag Vertreter der Region. Das bestätigte Werders Vizebürgermeister Christian Große (CDU), der mit Parteifreundinnen – Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe und Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig – dem Flüchtlingsheim einen Besuch abstattete. Hoppe lobte das Engagement der Ehrenamtlichen im Netzwerk der Hilfe, die sich um Deutschunterricht, Kleiderspende und Sportspiele für die Kinder kümmern. Für Große kann die „undifferenzierte Aufnahme aller Flüchtlinge so nicht weiter gehen, weil die Kommunen damit völlig überfordert sind“. Ein Einwanderungsgesetz mit klaren Regeln ist überfällig, sagt Ludwig. Und: „Wir müssen auch unseren Bürgern zuhören, ihre Sorgen ernst nehmen und ihnen nicht Fremdenfeindlichkeit unterstellen, weil sie sich Gedanken über die Flüchtlingskrise machen.“

Von Regine Greiner

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