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Potsdam-Mittelmark „Der Schokopudding ist das Allerbeste“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Der Schokopudding ist das Allerbeste“
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00:51 24.08.2014
Maxie Noack (links), Anna Sobbe und Anne Langisch arbeiten an der Reha-Zeitung, die jeder Patient zum Abschied bekommt. Quelle: S. Specht
Bad Belzig

Am Ende werden Tränen fließen bei den Kindern und Jugendlichen. So wie in jedem Jahr. Es sind Tränen des Abschieds. Am Freitag gehen für 40 junge Rheumapatienten drei Wochen Therapie in der Reha-Klinik „Hoher Fläming“ zu Ende. Die Sieben- bis 18-jährigen kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, hauptsächlich aber aus Brandenburg, Berlin und Sachsen.

Einige Partienten kennen sich bereits

Manchmal stellen die Kinder erst in Bad Belzig fest, dass sie aus der gleichen Gegend kommen. So fanden Niklas und Dominik heraus, dass ihre Orte im Vogtland nur fünf Kilometer entfernt liegen. Zwischen einigen Patienten entstehen auch tiefe Freundschaften. So haben sich die 16-jährige Maxie Noack und die zwei Jahre ältere Anna Sobbe vorigen Sommer in der Kur- und Kreisstadt kennen gelernt. In diesem Jahr haben beide wieder den letzten von zwei dreiwöchigen Durchgängen gewählt. „So wussten wir, dass wir die Zeit miteinander verbringen können“, erzählt Maxie Noack.
Obwohl es einen strengen Tagesablauf gibt, genießen die beiden Jugendlichen ihren Aufenthalt in der Reha-Einrichtung. Vormittags stehen Krankengymnastik, Ergotherapie und Untersuchungen auf dem Programm. Am Nachmittag wird es lockerer. Dann können die Patienten basteln, schwimmen oder ins Zentrum zum Einkaufen fahren. Um 18 Uhr bekommen sie für vier Stunden ihr Handy zurück. Dann wird wie wild auf die Tasten gedrückt. Spätestens um 22 Uhr wandern die Mobiltelefone aber zurück in einen abgeschlossenen Schrank.

Auch die Bettruhe wird streng überwacht

Dabei übernehmen die Betreuer vor allem bei den jüngsten Patienten oft die Rolle der Ersatzmama. „Heimweh kommt schon vor. Aber wir bemühen uns, es den Kindern hier so schön wie möglich zu machen“, berichtet Betreuerin Heidi Feistner. So kann es passieren, dass die Wiesenburgerin einer Patientin die Haare wäscht, trocken rubbelt, kämmt und dabei geduldig den Problemen des Mädchens lauscht.

Klinikbesuch mit Freienlager-Charakter

Trotz der medizinischen Untersuchungen, der täglichen Behandlungen, Vorträge und Therapien haben die drei Wochen Aufenthalt in der Reha-Klinik „Hoher Fläming“ durchaus den Charakter eines Ferienlagers. Neben zwei großen Ausflügen zum Landtag in Potsdam, dem Hexenplatz Thale und einem Besuch im „Hofgarten“-Kino stehen für die Kinder gemeinsame Aufenthaltsräume, Tischkicker, ein Schwimmbad und Spiele zur Verfügung.

Intensives Kennelernen, auch für die Ärzte

„Das ist auch ganz wichtig, sonst würde kein Kind freiwillig herkommen“, weiß Bernhard Kosack. Der Kinderarzt am Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum hat die Patienten intensiv betreut. Vor einem Jahr war er für eine schwangere Kollegin eingesprungen, dieses Mal meldete er sich freiwillig. „Die Zeit hier ist auch für mich lehrreich“, sagt er. „In Potsdam arbeite ich auf der Intensivstation. Hier lerne ich die Kinder und Jugendlichen dagegen richtig kennen. Der Rheumatologe hat in der Regel nur 15 Minuten Zeit, um den Schmerzpunkt zu erforschen. Ich habe hier drei Wochen.“ Tag und Nacht verbrachte der 35-Jährige in der Rehaklinik, war somit immer für die Patienten da. Sein Ziel: Die Kinder sollen aufgeklärte Patienten werden.

Für die Jungen und Mädchen geht es vor allem darum, eine schöne Ferienzeit zu verbringen und möglichst viel Schokopudding zu essen. „Denn das ist das Allerbeste an den ganzen drei Wochen“, findet Katharina Tesch.

Von Stefan Specht

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