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Potsdam-Mittelmark Für den guten Zweck: Im Volvo bis nach Sambia
Lokales Potsdam-Mittelmark Für den guten Zweck: Im Volvo bis nach Sambia
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13:20 15.02.2017
Paul Hopperdietzel (l.) und Michel Boll auf ihrem alten Volvo. Quelle: privat
Reetz

Nach fünf Jahren Studium ist es mal wieder an der Zeit für ein kleines Abenteuer. Das dachten sich Michel Boll und sein Kommilitone Paul Hopperdietzel vor einigen Monaten. Die beiden studieren Bauingenieurwesen in Leipzig und stecken gerade mitten in den Prüfungen. Am 4. März wird es nun so weit sein – dann werden die jungen Männer in ihren alten Volvo-Pkw steigen und die 7000 Kilometer von Dresden nach Banjul, der Hauptstadt Gambias, reisen. Die beiden 25 und 24 Jahre alten Studenten sind während ihres Abenteuer-Trips Teil eines 50-köpfigen Rallye-Teams der Dresden-Dakar-Banjul-Challenge, die vom Verein Breitengrad zweimal jährlich organisiert wird.

Für den guten Zweck im klapprigen Wagen bis nach Banjul

Hinter diesem Projekt steckt die Idee, alte Autos mit Hilfsgütern zu beladen, diese nach Banjul zu fahren und dort die Fahrzeuge für einen guten Zweck zu versteigern. Der Spendenerlös beträt pro Tour im Schnitt 150 000 Euro. Dreieinhalb Wochen dauert das Abenteuer, an dem sich in den vergangenen Jahren schon mehrere Teilnehmer aus dem Fläming beteiligt haben. „Ich finde das Konzept klasse, denn allein könnten wir niemals so viel Geld für den guten Zweck aufbringen“, sagt der Reetzer Michel Boll. Er rechnet damit, dass der alte Volvo mindestens 1500 Euro bei der Versteigerung erzielen wird. Das Geld kommt anschließend gemeinnützigen Projekten vor Ort zu Gute.

„Die Idee, dort mitzumachen, kam uns ganz klassisch beim Bier“, sagt Boll. Gemeinsam überlegten die beiden jungen Männer, was sie nach erfolgreichem Studienabschluss Sinnvolles leisten können. „Wir wollten nicht einfach irgendwo hinfahren und die Sau rauslassen.“

Unterstützer gesucht

Für ihr Abenteuer benötigen Michel Boll und Paul Hopperdietzel noch ein Starthilfekabel, Transportboxen und vor allem Tankgutscheine.

Auch über einige Ersatzteile würde sich die beiden Studenten sehr freuen, falls unterwegs doch etwas an dem alten Volvo kaputt gehen sollte. Auf der Listen stehen unter anderen noch Zündkerzen, Keilriemen und Kraftstofffilter.

Wer die beiden bei ihrer Fahrt unterstützen möchte, findet weitere Informationen unter Facebook via Facebook oder unter der Website www.rallye-dresden-dakar-banjul.com.

Über einen Bekannten sind sie schließlich an ein passendes Auto gekommen – den alten roten Volvo. „Wir haben das Auto direkt aus Schweden geholt und gegen einen Kasten Bier eingetauscht“, sagt Michel Boll. In einer dementsprechenden Verfassung habe sich der Wagen allerdings auch befunden. „Wir mussten ein paar Teile austauschen und Kleinigkeiten wie den Tacho und die Tankanzeige reparieren“, sagt der 25-Jährge, der handwerklich zu den nötigen Arbeiten in der Lage war. Mehr als 200 Stunden haben die beiden Männer gemeinsam den Wagen investiert. „Ich war jeden Tag in der Uni und habe dann bis tief in die Nacht am Volvo geschraubt. Meine Freundin fand das irgendwann gar nicht mehr so lustig“, sagt Boll.

Viele Arbeitsstunden in den Wagen investiert

Doch die Arbeit hat sich gelohnt, davon sind die beiden Abenteurer überzeugt. Der Volvo aus dem Jahr 1986 schaffte es durch den TÜV und bekam eine Oldtimerzulassung. Der Fahrt nach Banjul steht damit nichts mehr im Weg. Angst, der Wagen könnte auf den 7000 Kilometern womöglich den Geist aufgeben, haben die beiden nicht. „Der Volvo hat 350 000 Kilometer auf dem Buckel, da wird er die Fahrt nach Afrika auch noch überstehen“, ist Michel Boll zuversichtlich.

Unter dem Label „Team SSI“ führt sie ihre Route zunächst von Dresden aus quer durch Frankreich und Spanien bis zur Straße von Gibraltar. Dort befindet sich der erste Checkpoint, den alle Teilnehmer passieren müssen. „Spätestens dann merkt man auch, ob jemand fehlt“, sagt Boll augenzwinkernd. Von Gibraltar aus geht es hinüber auf den afrikanischen Kontinent. Die Ein- und Ausreise in die verschiedenen Länder sei im Grunde nicht sehr schwierig, nur im Senegal gäbe es Einschränkungen. „Dort darf man eigentlich keine Autos einführen, die älter sind als fünf Jahre“, sagt Boll. Eine Sondergenehmigung wird von den Organisatoren der Tour organisiert.

Über Frankreich und Spanien geht es nach Gibraltar

Sorgen, dass ihnen in Afrika etwas passieren könnte, haben die beiden Abenteurer indes nicht. „Ich glaube die Gefahr ist höher, dass die Autos in Frankreich oder Spanien aufgebrochen werden, als dass uns in Afrika irgendwas zustößt“, blickt Boll positiv voraus.

Rund 6000 Euro wird die die jungen Männer ihre Reise in dem knallroten Volvo wohl kosten. Allein die Ausgaben für Benzin schätzen sie auf gut 1000 Euro. „Wir haben schon ein paar Sachspenden, wie etwa Benzinkanister für die Wüstenetappe, bekommen.“ Sollten sich allerdings bis zur Abreise weitere Unterstützer finden, würden die beiden sie nicht vom Hof jagen. Vor allem Finanzspritzen könnten die Unternehmung, die die beiden so minimalistisch wie möglich angehen wollen, erleichtern. „Wir haben uns vorgenommen, die drei Wochen im Zelt zu schlafen“, sagt Michel Boll. Das ist natürlich deutlich günstiger – und das passt wiederum sehr gut zu dem geplanten Abenteuer im Sinne des guten Zwecks.

Von Danilo Hafer

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