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Potsdam-Mittelmark Fürchterliches im selbst gebauten Spukhaus
Lokales Potsdam-Mittelmark Fürchterliches im selbst gebauten Spukhaus
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07:15 28.10.2016
Bianka Müller-Beckmann und Steffen Duhn wollen gruseln.
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Dippmannsdorf

Es ist erschreckend, was Bianka Müller-Beckmann da auf ihrem Esstisch ausgebreitet hat. Ein halber Körper liegt da, es ist die untere Hälfte. Die Gedärme quillen hervor, ganz klar, hier muss etwas schreckliches passiert sein. „Das ist Bauschaum“, kommentiert Müller-Beckmann trocken. Eine alte Jeanshose ihres Sohnes, mit Zeitungspapier ausgestopft und mit Innereien versehen – fertig ist die neueste Requisite für die Halloween-Show.

Seit 2012 baut die Dippmannsdorferin hinter ihrem Haus gemeinsam mit ihrem Arbeitskollegen Steffen Duhn ihr Gruselkabinett auf. „In diesem Jahr wird alles etwas anders aussehen“, verrät die 38-Jährige. Baustellenatmosphäre wird es am Montag geben, Zombies und Getier erwarten die kleinen und großen Geister des Flämings in mehreren Räumen. „Wir sammeln immer das ganze Jahr über unsere Requisiten zusammen“, sagt Steffen Duhn. „Eigentlich kann man alles nutzen, was auf einer Baustelle ohnehin anfällt.“ Investiert haben die beiden für Neuanschaffungen in dieser Saison lediglich 15 Euro, beteuern sie. „Allerdings habe ich auch den gesamten Dachboden voller Dekoration“, sagt Bianka Müller-Beckmann.

Mehrere Skelette, die sich aus dem Boden ausgraben, unzählige Netze und Planen, literweise Kunstblut – Steffen Duhn stellt es nach einem geheimen Rezept selbst her, lediglich die Beteiligung von Tapetenkleister räumt er ein – und Köpfe, aus denen das Hirn heraustritt, haben sich angesammelt.

Sogar einen beweglichen Hund haben die beiden mittlerweile im Bestand. Nachdem der Dippmannsdorfer Familienhund Mr. Bean nicht zum Mitmachen zu bewegen war, baute Steffen Duhn eben einen. Ein altes Fahrrad, Styropor, ein Scheibenwischermotor und etwas Arbeit, fertig war der Monsterhund mit den leuchtend-roten Augen.

Farbenfroher Brauch aus Mexiko

Anders als Halloween ist der mexikanische Brauch des Día de los Muertos (deutsch: Tag der Toten) bislang kaum nach Europa herübergeschwappt.

Auch in Mexiko selbst wird der uralte Brauch mittlerweile oft vom nordamerikanischen Halloween abgelöst. Dabei ist er sogar von der Unesco zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt worden.

Vom 31. Oktober bis zum 2. November dauert das Fest. Man gedenkt der Verstorbenen, indem man das Leben feiert; nach altmexikanischem Glauben kommen die Toten nämlich einmal im Jahr zum Ende der Erntezeit zu Besuch und feiern mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik und Tanz.

Dafür werden Straßen und Wohnungen farbenfroh geschmückt, Altäre mit Chrysanthemen verziert und süße Zuckertotenschädel zum Naschen vorbereitet.

Weltbekannt wurde der Día de los Muertos auch dank des letzten James-Bond-Thrillers. Zum Anfang des Films muss sich Bondarsteller Daniel Craig sich durch eine Parade zum Tag der Toten in Mexiko-Stadt kämpfen.

Überhaupt ist hier fast alles ist selbst gemacht. KFZ-Mechaniker Duhn ist ein Tüftler, die Hobbymalerin Müller-Beckmann steuert das kreative Know-How bei. Und die Umgebung hilft fleißig mit. Familie, Freunde und Arbeitskollegen werden eingespannt und in groteske Zombies verwandelt; sie spielen die Erschrecker. Auch besonders aufwendig kostümierte Besucher schlüpfen schon mal für eine halbe Stunde in eine der Ecken, um die Vorbeikommenden das Fürchten zu lehren. Eine Grenze ziehen sie allerdings: „Wir nutzen nichts, was nach Kindern aussieht, denn das ist einfach makaber“, betont Müller Beckmann. „Und Clowns sind in diesem Jahr angesichts dieser Horror-Clown-Welle auch strikt verboten“, fügt Steffen Duhn hinzu.

Im letzten Jahr ging die Sause bis in den späten Abend. „Dieses Mal wird alles leider etwas abgespeckt sein müssen“, bedauern die Macher. Der Termin am Montagabend passt ihnen diesmal nicht, sie rechnen mit deutlich weniger Besuchern als den etwa 60 Personen beim letzten Mal.

Die brachten Kuchen und Brot mit, spendeten für die finanziellen Auslagen und den selbst gemachten Glühwein, den Helfer anboten. „Es war eine tolle Stimmung“, erinnert sich Grusel-Chefin Bianka Müller-Beckmann. Doch ob es auch 2017 ein Spukhaus im Fläming geben wird, steht in den Sternen. „Dann liegt Halloween an einem Dienstag, das ist einfach ungünstig für alle“, sagt Steffen Duhn.

Vielleicht soll es dann lediglich ein gemütliches Beisammensein geben, ohne großen Aufwand. Doch ganz glücklich wirkt keiner die beiden über diesen Plan. Man darf gespannt sein, ob die Dippmannsdorfer Schreck-Spezialisten ihn tatsächlich in die Tat umsetzen. Zunächst steht ja erst einmal die große Show am kommenden Montag an.

info: Halloween im Dippmannsdorfer Spukhaus in der Mühlenstraße, erschreckt wird am 31. Oktober ab 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Saskia Kirf

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