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Gäranlage soll Bioabfall der Region verwerten

Step prüft Standorte in Michendorf und im Potsdamer Norden Gäranlage soll Bioabfall der Region verwerten

Die Stadtentsorgung Potsdam (Step) GmbH will auf dem Deponie-Gelände „Fresdorfer Heide“ oder im Potsdamer Norden eine Vergärungsanlage bauen, die den Bioabfall aus der ganzen Region verwerten soll. Es geht um jährlich etwa 25 000 Tonnen. Die Bioreste allein aus der Landeshauptstadt würden nicht ausreichen, um die Anlage wirtschaftlich betreiben zu können.

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Bioabfall soll in solchen Anlagen in Dünger und Fertigkompost verwandelt werden.

Quelle: Peter Degener

POTSDAM-LAND. Die Stadtentsorgung Potsdam (Step) GmbH nimmt für die geplante Bioabfallvergärungsanlage weitere Standorte in den Blick. Neben dem Deponiegelände „Fresdorfer Heide“, das in der Gemeinde Michendorf liegt, sind auch Flächen im Potsdamer Norden im Gespräch. Ein möglicher Standort ist Krampnitz. Die Anlage könnte in der Nähe des Klärwerks Satzkorn oder im Friedrichspark entstehen, sagte Step-Geschäftsführer Enrico Munder.

„Wir favorisieren die ’Fresdorfer Heide’, weil wir dort ein eigenes Grundstück haben“, so Munder. Es spricht aber auch einiges für den Potsdamer Norden. Dort könnte die Step die Energie, die bei einer Vergärungsanlage anfällt, besser verwerten. Die Wege, um Fernwärme in Häuser zu bringen, wären kürzer. „Man könnte Wohnungen beheizen, die in Krampnitz entstehen“, sagte Munder.

Von den Step-Flächen in der „Fresdorfer Heide“ sind die nächsten Wohngebiete weiter entfernt. Mit dort gewonnener Wärme könnten Quartiere in Neuseddin beheizt werden. Das Einspeisen von Strom sei in der „Fresdorfer Heide“ kein Problem. „Wir haben dort eine Trafostation.“ In der Vergärungsanlage sollen jährlich 20 000 bis 25 000 Tonnen Bioabfall verarbeitet und in Dünger und Fertigkompost verwandelt werden – nutzbar in der Landwirtschaft und in Gartenbetrieben. Zugleich würde mit dem beim Gärungsprozess entstehenden Gas in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme erzeugt.

Das Projekt der Step steht oben auf der Prioritätenliste, mit der sich Potsdam und sieben Kommunen aus der Nachbarschaft am Stadt-Umland-Wettbewerb des Landes beteiligen wollen – darunter auch Nuthetal, Michendorf und Werder.

Bei dem Wettbewerb, der die regionale Zusammenarbeit fördern soll, geht es um viel Geld aus EU-Fördertöpfen. Die Vergärungsanlage passt in die Bewerbung der Region gut hinein, weil Potsdam das Projekt ohne Bioabfall von Nachbarn nicht realisieren kann. Eine solche Vergärungsfabrik rechnet sich laut Step-Geschäftsführer ab einer Jahresmenge von 20 000 bis 25 000 Tonnen. In Potsdam soll die Biotonne bis Anfang 2016 komplett eingeführt sein. Danach geht Munder in der Landeshauptstadt von einer jährlichen Bioabfallmenge zwischen 5000 und 10 000 Tonnen aus.

Deshalb gibt es die Überlegung, in der Anlage auch Bioabfall aus Potsdam-Mittelmark und der Stadt Brandenburg zu verarbeiten. Möglich sei etwa, die Gründung einer gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft.

Stadt-Umland-Wettbewerb

An dem im Januar gestarteten Stadt-Umland-Wettbewerb des Landes Brandenburg will sich Potsdam mit Dallgow-Döberitz, Michendorf, Nuthetal, Schwielowsee, Stahnsdorf, Werder und Wustermark beteiligen.

Über die Kooperationserklärung der acht Partner wird derzeit in den kommunalen Parlamenten beraten und abgestimmt. Der Wettbewerbsbeitrag ist bis zum 31. Oktober abzugeben.

Eine Teilnahme an dem Wettbewerb ist die Voraussetzung für den Zugang zu drei Förderprogrammen der Europäischen Union.

Im Themenbereich „Nachhaltige Mobilität“ geht es bei der Bewerbung der Potsdamer Region zum Beispiel um ein Investitionsvolumen von 14,7 Millionen Euro, im besten Fall könnten elf Millionen davon aus EU-Fördertöpfen kommen. Zu den Projekten in dem Themenbereich gehören unter anderem der Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke nach Werder, der Bau der Radwege zwischen Saarmund und Philippsthal und zwischen Langerwisch und Saarmund.

Die Bioabfallvergärungsanlage steht mit einem Investitionsvolumen von 3,8 Millionen Euro beim Themenbereich Energie- und Kohlendioxid-Reduzierung ganz oben auf der Liste.

Die Anlage soll für 48 000 Tonnen jährlich beantragt werden, um auf lange Sicht Kapazitäten erhöhen zu können. „Das Positive ist: Man gewinnt aus den Stoffen, die in der Region anfallen, Strom und Wärme“, wirbt Munder.

Sollte die Anlage auf dem Gelände der „Fresdorfer Heide“ gebaut werden, ist ein Bebauungsplan nötig, weil das Areal im Außenbereich liegt. Die Step ist dann auf die Zustimmung der Michendorfer angewiesen. Deren Hauptaussschuss hatte jüngst die Zustimmung für die Beteiligung Michendorfs am Stadt-Umland-Wettbewerb empfohlen. Der Bürgermeister soll den Partnern aber mitteilen, dass mit dem Ja dazu keine Vorentscheidung für einen Standort der Biovergärungsanlage verbunden sei.

Von Jens Steglich

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