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Galerie in Görzke wird zum Klassenzimmer

Mittelmark Galerie in Görzke wird zum Klassenzimmer

Eine Schulstunde der besonderen Art konnten Schüler der Bad Belziger Krause-Tschetschog-Oberschule jetzt in der Galerie Einkaufsquelle in Görzke erleben. Inspiriert von Werken der Künstler des Vereins „Cartoonlobby“ sollten sie sich selbst einmal als Karikaturisten versuchen.

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Karikaturen-Freund Jörg Räder aus Werbig (rechts) hatte viel Spaß beim Projekttag mit den Schülern der Tschetschog-Oberschule.

Quelle: Josephine Mühln

Görzke. Dort, wo sonst die Werke unterschiedlicher Künstler ausgestellt sind, hat die Bad Belziger Kunstlehrerin Birgit Wagner einen Projekttag der besonderen Art organisiert. In der Galerie Einkaufsquelle in Görzke stehen derzeit Karikaturen zum Thema „Klimawende durch Energiewandel“. Der Ausstellungsraum wurde kurzerhand zum Klassenzimmer für Schüler der Belziger Krause-Tschetschog-Oberschule umfunktioniert – mit freundlicher Unterstützung der Galerie-Besitzer Behzad Fazeli und Anja Fischer.

Als Referent für die Jugendlichen war Jörg Räder aus Werbig nach Görzke gekommen. Der einstige Pressesprecher der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg ist Mitglied im Verein „Cartoonlobby“ und bezeichnet sich selbst als „Kurator, Sammler und Freund der Szene“. Räder hat schon mehrere Ausstellungen mit Karikaturen der „Cartoonlobby“-Künstler organisiert. In Görzke stehen 72 fast mannshohe Tafeln mit kleinen Karikaturen zu Wasser-, Wind- und Solarenergie. Die Ausstellung hat bereits eine Rundreise durch acht brandenburgische Städte gemacht, sagt Räder.

Eine der Beispielkarikaturen des Profis

Eine der Beispielkarikaturen des Profis.

Quelle: Josephine Mühln

Die Begeisterung des Rentners für die politischen Zeichnungen wird auch in der Ansprache an die Jugendlichen deutlich. „Gute Zeichner sind Propheten, die vorher spüren, wenn es brenzlig wird“, sagt Räder. „Leider ist die Karikatur eine Darstellungsform, die heute immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, Karikaturisten haben es nicht leicht.“ Er ermutigt die Schüler, in den zahlreichen Katalogen zu blättern, die er als Anschauungsmaterial auf der langen Tafel in der Mitte der Galerie ausgelegt hat. „Karikaturisten können komplexe Probleme auf den Punkt bringen – besser, als es manch dreiseitiger Leitartikel in der Zeitung kann“, sagt Räder.

Schließlich sollten die Schüler sich alle Ausstellungstafeln ansehen und eine Karikatur aussuchen, die ihnen besonders gut gefällt. Von den Werken der Karikaturisten inspiriert wurde es dann praktisch: Jeder Schüler sollte sich selbst an einer Karikatur versuchen. „Wir haben in der Schule auch das Zeichnen von Karikaturen geübt“, sagt Birgit Wagner. „Da haben einige Schüler schon mit wenigen Strichen richtige tolle Ergebnisse erzielt.“ Die Themen Energie und Klima seien sehr wichtig und ebenfalls schon in der Schule behandelt worden. Die Idee mit dem Projekttag in Görzke sei ihr gekommen, weil sie mit den Kursen gerne mal was anderes machen wollte, als nur in der Schule zu sitzen, erzählt Wagner.

Beispielkarikatur, mitgebracht für die Schüler

Beispielkarikatur, mitgebracht für die Schüler.

Quelle: Josephine Mühln

„Es war ganz wunderbar“, lautet das Fazit von Jörg Räder am Ende des Tages. „Es waren viele talentierte und fleißige Schüler dabei.“ Die Werke von Samira Dschumschudow und Luise Romanus sind dem Werbiger besonders in Erinnerung geblieben. „Sie haben schon richtig politische Karikaturen gezeichnet. Das lässt hoffen, dass unsere Jugend auch politisch denkt und gemerkt hat, dass Karikaturen gezeichnete Politik sind.“ Er will nun versuchen, die beiden Schülerinnen von einer Teilnahme am Hans-und-Lea-Grundig-Preis zu überzeugen. Die Auszeichnung wird für künstlerische, kunsthistorische und kunstvermittelnde Leistungen vergeben.

Das Projekt hat allen Schülern gut gefallen, sagt Wagner. „Ich fand es interessant, die verschiedenen Cartoons-Kategorien kennenzulernen“, meint Lea. Unc Mitschülerin Paula ergänzt: „Ich finde es interessant, dass der Bereich Cartoon beim Thema Klimawandel so vielfältig ist.“ Auch sei das Projekt sehr lehrreich gewesen.

Jörg Räder lobt außerdem die Arbeit von Birgit Wagner: „Sie hat das so einfühlsam wie nur irgendwie möglich gemacht.“ Geplant ist nun, die Karikaturen der Schüler bei einer Ausstellung in der Oberschule zu zeigen.

Von Josephine Mühln

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