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Potsdam-Mittelmark Ganz Damelang schwingt den Spaten
Lokales Potsdam-Mittelmark Ganz Damelang schwingt den Spaten
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00:30 05.11.2015
Dirk Borgwardt und Anja Briese zeigen, wie Traubeneichen in Damelang zu einer Allee werden. Quelle: Andreas Koska
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Damelang

Mit ihrem Alter von nur vier Wochen war Eleni Sophia Stöber die jüngste Teilnehmerin der Aktion „Allee der Kinder“ in Damelang. Während für sie ihre Eltern und Großeltern am Sonntag eine Traubeneiche setzten, hatte Horst Baatz diese Aufgabe für seine Nachkommen übernommen. Mit 88 Jahren war der älteste Damelanger und ehemalige LPG-Vorsitzende ebenfalls dabei. Insgesamt 87 Eichen wurden entlang der Alten Dorfstraße zwischen der Landesstraße 85 und dem Zauchewald gepflanzt.

90 Prozent der Haushalte haben sich an der Gemeinschaftsaktion beteiligt. Manche, so wie Ortsvorsteher Dirk Borgwardt, sogar mit mehreren Bäumen. Er und seine Familie haben eine Baumreihe aus vier Eichen erworben. Familie Notzke brachte sogar fünf Exemplare in die Erde. Nach der Pflanzung obliegt nun auch die Pflege den Baumpaten. „Die Pflanzaktion ist der letzte große Höhepunkt im unserem Jubiläumsjahr zu 800 Jahren Damelang“, sagte der Ortschef in seiner Begrüßungsansprache.

Ordentlich gut verschnüren, damit der Baum hält. Quelle: Andreas Koska

„Ein solcher Baum bleibt als Erinnerung an uns auch noch stehen, wenn wir längst von der Wolke auf unser Dorf hinabblicken, unsere Nachkommen haben dann eine nachhaltige Erinnerung“, begründete Sylke Friedrich ihre Teilnahme an der Aktion. So sahen es viele, sowohl die alteingesessenen als auch die zugezogenen Damelanger. Fast alle Einwohner waren mit Spaten, Schubkarre und Vorschlaghammer dabei.

Das Festkomitee um Ronald und Grit Hoffmann hatte alles vorbildlich organisiert. In jedem der vorgefertigten Pflanzlöcher steckte eine Nummer. Per Losentscheid wurde der Pflanzplatz zugewiesen. Bevor die Bäume gesetzt wurden, erklärte Anja Briese fachmännisch das Vorgehen. Unter Mithilfe ihres fünfjährigen Sohnes Paul und von Ortsvorsteher Dirk Borgwardt wurde zunächst ein Probebaum in die Erde gesetzt. Dieser wurde zugleich einem Damelanger zugestanden, der in Bremen wohnt und nicht bei der Pflanzung dabei sein konnte.

Mit Widmung auf Edelstahl

Für die Pflanzaktion der „Allee für Kinder“ hatte der Damelanger Ortsvorsteher Dirk Borgwardt zunächst von Haus zu Haus im Dorf erfragt, wer einen Baum pflanzen möchte.

Sodann wurden 87 Bäume bei der Baumschule Lorberg in Klein Ziethen erworben. Sie kosten pro Stück 180 Euro.

Gepflanzt wurden entlang der Alten Dorfstraße Traubeneichen (Quercus petraea). Die Bäume sind sieben Jahre alt.

Jeder Baum erhält demnächst eine persönliche Widmung des Paten. Die Schilder werden von der Firma Elektrowärme Belzig GmbH aus Edelstahl gefertigt.

Mit Lasertechnik beschriftet werden sie von den Wohn- und Werkstätten Theodor Fliedner in Schmerzke (Brandenburg an der Havel).

Geduldig erklärte die Expertin die einzelnen Arbeitsschritte. „Loch leicht auffüllen, Baum gerade drauf stellen, die Krone lösen, den Ballen aus dem Jutesack befreien, Lehm um den Wurzelballen auflockern und anschütten“, wiederholte Anja Briese immer wieder. „Dann Hornspäne, Agrosil und Mutterboden drauf, rechts und links einen Pfahl setzen, mit Seil festbinden, Verbissschutz um den Stamm wickeln, fertig.“ Die Menge folgte gespannt den Ausführungen der Gärtnerin. Auch sie pflanzte einen der jeweils rund 180 Euro teuren Bäume.

Großes Interesse an der Pflanzaktion. Quelle: Andreas Koska

Jeder, der seine Nummer gezogen hatte, machte sich sofort ans Werk. Mit Schippen, kleinen Traktoren und mit einem Dumper schritten und rollten die Dorfbewohner zur Tat. Die Feuerwehr stellte einen Wasserwagen zur Verfügung. Ein Anhänger mit Muttererde stand bereit. Nach rund drei Stunden Arbeit war Brandenburg um eine Allee reicher. Gekrönt wurde sie mit einem Geschenk. „Der Freizeit- und Fastnachtsverein hat vier Bänke, gefertigt von Fliedners-Werkstätten in Bad Belzig, gesponsert“, teilte Steffie Tietz mit. „Sie sollen bei Spaziergängen entlang der Allee zu einer Rast einladen“, so die Vereinsvorsitzende. Sie übergab die Sitzgelegenheit an Ronald Hoffmann vom Festkomitee. „Dort hatte es um den Standort und die Baumart zuvor Diskussionen gegeben“, erklärte der Organisator. „Wir haben uns dann für die Eiche entschieden, weil sie der Namensursprung unseres Ortes ist“, erklärte Hoffmann. Der Name Damelang kommt nämlich aus dem Slawischen und bedeutete Eichenbruch.

An jedem Alleebaum wird demnächst noch eine Namensplakette aus Edelstahl angebracht, damit der Familienbaum auch nach Jahren noch eindeutig zu finden ist. „Neben dem Gedenkstein für das 800. Ortsjubiläum ist die Allee die zweite nachhaltige Aktion, die uns überdauern wird“, sagt Dirk Borgwardt stolz auf das Gemeinschaftswerk.

Von Andreas Koska

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