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Garrey: Blick in die Zukunft der Dörfer

Entwicklung des ländlichen Raums Garrey: Blick in die Zukunft der Dörfer

Der Ort könnte passender nicht sein: In Garrey, am Rande von Potsdam-Mittelmark und weit weg von Berlin und anderen großen Städten, beraten rund 60 Initiativen und Fachleute über die Zukunft des ländlichen Raums. So stemmt man sich gegen die Entleerung.

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Junge Leute leben gern in Garrey, ein Dorf mit Zukunft 2015 in Potsdam--Mittelmark.

Quelle: Stefan Specht

Garrey. Mehr Abstand von der pulsierenden Metropolenregion geht kaum. Denn einen Kilometer hinter dem Ortskern von Garrey ist Sachsen-Anhalt. Dennoch richtet sich der Blick einmal mehr genau in den Südwestzipfel der Mark, wenn es darum geht, Perspektiven für das Leben auf dem Lande auszuloten. Aktuell verspricht der 200-Einwohner-Ort nämlich Inspiration.

Am Wochenende ist er nämlich Gastgeber für den Tag der Dörfer. Er erlebt seine nunmehr achte Auflage. Die Kommune mit Ortsvorsteher Andreas Grünthal und Ralf Rafelt als Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming, der Verein Brandenburg 21 und die Lokale Aktionsgruppe Fläming-Havel haben dazu eingeladen. „Mehr als 60 Interessierte aus nah und fern wollen bei der Konferenz dabei sein“, wie Heiko Bansen berichtet. Sie dient dem Austausch zur aktuellen Situation und zur Zukunft im ländlichen Raum, so der hiesige Regionalmanager.

60 Konferenzteilnehmer erwartet

Er gehört zu den Organisatoren der alljährlichen Zusammenkunft. Dazu werden neben den Dorfakteuren sowie Vertretern aus Landes- und Kreispolitik auch Fachleute erwartet. Deren Expertisen über bisherige Entwicklungen soll als Grundlage dienen, um „Dörfer neu denken“ zu können, wie das Motto der Veranstaltung lautet.

Vier spannende Workshops

Gruppe 1: Hürden bei der Dorfentwicklung überwinden – Referent: Manuel Slupina. Er hat dazu geforscht und veröffentlicht.

Gruppe 2: Entwicklungschance digitale Welt – Referentin: Barbara Lippa. Sie ist Mitglied der Initiative Internet & Gesellschaft Collaboratory, die 2014 Empfehlungen zum Einsatz des Internets zur Überwindung der mangelhaften Infrastruktur entwickelt hat.

Gruppe 3: Erwartungen der Dorfgemeinschaften an sich selbst und an die Politik – Referentin: Silke Stöber vom Verein „Dorfbewegung Brandenburg“. Das Netzwerk fördert die Entwicklung von unten, durch die Bewohner selbst.

Gruppe 4: Alte Häuser, neue Nutzung – Referentin: Irmelin Küttner. Sie ist Vorsitzende der Deutschen Sektion des Europäischen Verbandes für Dörfer und Kleinstädte.

Der Tag startet mit zwei Vorträgen. Manuel Slupina vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung wird seine Erkenntnisse über „Hürden und Helden im ländlichen Raum“ darstellen. Silke Stöber vom Verein Dorfbewegung Brandenburg stellt die Ergebnisse einer Befragung in den Siedlungen vor. Der Tenor „Wir können vieles, aber nicht alles“ gilt sicher für Orte im Landkreis Potsdam-Mittelmark allgemein und Garrey auf jeden Fall konkret. Nach der Stärkung im Eiscafé der Pension von Familie Lehmann soll dies beim Rundgang belegt werden.

Demografischer Wandel nicht zu verleugnen

Nicht von ungefähr hat die Dorfgemeinschaft dank zahlreicher Aktivitäten schon Aufmerksamkeit und Preise gewonnen. Sie fiebert gerade dem Landesfinale des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ entgegen und wird – Medaille hin oder her – doch weiterhin mit den objektiven Herausforderungen wie dem demografischen Wandel weiter zu kämpfen haben.

Am Nachmittag wollen sich die Enthusiasten in vier thematischen Arbeitsgruppen daher vertieft auszutauschen, wie sie hier und da zu meistern sind. Den Abschluss des Tages bildet ab 16 Uhr eine Diskussion mit der Politik. Fragen, Wünsche und Erwartungen sollen keineswegs zum Selbstzweck erörtert werden. „Der Tag der Dörfer möchte hier eine erste Sammlung von Anregungen für die Enquetekommission des Landtages Brandenburg zum ländlichen Raum erstellen“, heißt es in der Ankündigung.

Kurzentschlossene können ihre Teilnahme noch anmelden. Der Unkostenbeitrag beläuft sich auf 10 Euro.

Von René Gaffron

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