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Garrey: Gräber unter Fundamenten entdeckt

Archäologen untersuchen Dorfkirche Garrey: Gräber unter Fundamenten entdeckt

Archäologen haben unter Fundementen der Garreyer Kirche alte Gräber entdeckt. So ist belegt, dass ein früheres Gotteshaus viel kleiner war. Ansonsten war die Aubeut der Forscher eher Mager. Lediglich Glasstücke und einige Münzen, die wohl mal in die Fugen des Fußbodens geraten waren, kamen zu Tage. Die Innensanierung der Kirche startet nun im Frühjahr.

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Bei der Sanierung der Dorfkirche Garrey haben Archäologen weniger Funde als erhofft gemacht.

Quelle: Kreisverwaltung

Garrey. Eine Überraschung förderten die archäologischen Untersuchungen in der Dorfkirche zu Garrey dann doch noch ans Tageslicht. Der Feldsteinbau muss nämlich mal einen kleineren Vorgänger gehabt haben.

Das belegen sieben Gräber mit Holzsärgen, die Archäologe Bernd Müller-Stückrad unterhalb der Empore entdeckte und dokumentierte. Ein Grab befand sich unter dem Fundament der Kirche. „Das zeigt, dass sich im Mittelalter der Friedhof bis unter die heutige Kirche erstreckte“, erklärt Annett Pratsch von der Unteren Denkmalpflegebehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark. „Auf einem Friedhof gab es im Mittelalter immer eine Kirche, so dass es hier wohl eine kleinere ältere hölzerne Kirche gab“, stellt die Denkmalpflegerin fest.

Grab unter Kirchenfundament

Nach Abbruch der Holzkirche bauten die Vorfahren in Garrey dann wohl über den Gräbern die heutige, wesentlich größere Feldsteinkirche. Pratsch schränkt jedoch ein, dass es nur selten Nachweise für die hölzernen Vorgängerkirchen gibt. Ausnahmen wie unter anderem in Haseloff und Rottstock sind für die Denkmalpfleger und Archäologen ein Glücksfall.

Inzwischen erinnert im Inneren der Garreyer Kirche nichts mehr daran, dass dort noch im Spätherbst ein Archäologenteam im Untergrund grub. „Im Kirchenschiff wurde ein neuer Fußboden eingebracht, die Bänke sind wieder aufgestellt, damit die Kirche zur Weihnachtszeit nutzbar war“, erklärt Annett Pratsch. Zuvor jedoch hatten die Archäologen den gesamten Boden untersucht und durchsiebt. Die Ausbeute aber war mager. Unter der Kanzel fand man zwei Kupfermünzen. Einen Pfenning von 1794, geprägt in Anhalt-Bernburg, und eine zweite, bisher nicht näher bestimmte Münze. Beide wurden an das Archäologische Landesmuseum in Brandenburg an der Havel überstellt.

Sanierung in drei Abschnitten

An der Kirche zu Garrey wurden im ersten und zweiten Bauabschnitt die Hülle und die Dachkonstruktion saniert.

Diese Bauarbeiten kosteten rund 300 000 Euro.

Ab Frühjahr 2016 geplant ist der dritte Bauabschnitt zur Innensanierung. Er soll etwa 200 000 Euro Kosten verschlingen.

Unterstützt wurde die Sanierung unter anderem von der Stiftung Denkmalschutz, von der Reemtsma-Stiftung, von der Stiftung KiBa sowie dem Landkreis Potsdam-Mittelmark und der evangelischen Kirche.

Die Sanierung wird vom Stefan Winkler vom auf Denkmalssanierung spezialisierten Architekturbüro Krekeler aus Brandenburg an der Havel betreut.

„Es kommt in Kirchen häufig vor, dass Knöpfe, Schmuck oder Münzen zwischen den Kirchenbänken unter der Holzdielung oder in Fugen des Fußbodenpflasters verschwinden“, berichtet Pratsch. Die Experten hofften auf weitere Funde. Jedoch umsonst. Die Mühe blieb ergebnislos. „Wahrscheinlich wurden bei Umbaumaßnahmen in der Kirche um 1900 bereits großflächig Erdmassen ausgetauscht, so dass die nun gefundenen Münzen die letzten erhaltenen Kleinfunde aus der Zeit vor der Neugestaltung sind“, glaubt die Denkmalpflegerin. Gefunden hatten die Archäologen allerdings noch einige Glasstücke, die zur Bleiverglasung der Kirche gehört haben müssen. Zudem bezeugen Keramikscherben die Nutzung des Kirchhofareals weit vor dem 14. Jahrhundert.

Innenausbau folgt nun

Nach der Winterpause soll in der Kirche dann der Innenausbau fortgesetzt werden. In einem vorweihnachtlichen Benefizkonzert wurden dafür bereits Spenden gesammelt. Immerhin soll die Sanierung der Wände, des Altarraums, der Orgel, des Chorgestühls, der Kanzel und der Empore geschätzt rund 200 000 Euro kosten. Daher hofft die Gemeinde wieder auf eine Förderung.

Ein Antrag auf Unterstützung aus dem Leader-Programm der EU ist bei der LAG Fläming-Havel bereits gestellt. „Ohne Hilfe kommen wir nicht klar“, sagt Wolfgang Lubitzsch vom Freundeskreis der Kirche. Die Akteure hoffen, in diesem Jahr die Sanierung abschließen zu können. Denn die Gemeinde will sich 2017 – im Jubiläumsjahr der Reformation – mit einigen Programmpunkten in die Feierlichkeiten einbringen.

Von Andreas Koska

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