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Potsdam-Mittelmark Gastgeber auf Gegenbesuch im Fläming
Lokales Potsdam-Mittelmark Gastgeber auf Gegenbesuch im Fläming
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00:25 29.07.2015
Zum zehnten Mal findet der Jugendaustausch „Le Chaim Israel/Bad Belzig“ statt. Gute Freunde sind Noam Levy und Sophie Baumgart sowie Alon Sher und Pascal Zackor (v.l.n.r.). Quelle: Foto: Thomas Wachs
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Bad Belzig/Brück

Im Jubiläumsjahr zu 50 Jahren diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel wird aktuell im Fläming ein kleines Jubiläum begangen. Zum zehnten Mal findet derzeit der Austausch „Le Chaim Israel/Bad Belzig“ statt. Vor wenigen Tagen kehrten zwölf Jugendliche aus verschiedenen Orten des Flämings von ihrer Reise nach Israel zurück. Zurzeit erhalten sie Gegenbesuch von 13 Jungen und Mädchen aus der 12.000 Einwohner zählenden Kleinstadt Even Yehuda in Israel. Seit dem Wochenende revanchieren sich die Schüler aus Bad Belzig, Brück und Wiesenburg für die Gastfreundschaft, die ihnen beim Besuch in Israel widerfahren war.

Zusammen mit Philipp Schuppan, Jugendmitarbeiter der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Belzig, und Ella Enzmann, Studentin aus Lütte, tauchen sie seit Jahren in Gastfamilien ein, lernen Kultur und Lebensweise des fremden Landes kennen. In der Heiligen Stadt Jerusalem werden die Altstadt und die Klagemauer besichtigt. Zudem stehen eine Fahrt zum Toten Meer und ein Besuch in Tel Aviv auf dem Austauschprogramm. Im Vordergrund des vom Bundes-Familienministerium geförderten Projektes steht zudem die Auseinandersetzung mit der Geschichte beider Länder. Die deutschen Jugendlichen besichtigten Israels nationale Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und sprechen mit Menschen, welche die Zeit des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung überlebt haben.

Schüler beflügeln Städtepartnerschaft

Der Jugendaustausch „Le Chaim Israel/Bad Belzig“ findet seit 2006 jährlich statt. Nur einmal gab es eine Unterbrechung.

Initiiert wurde das Projekt von Helmut Kautz, damals Jugendmitarbeiter der evangelischen Kirche. Partner war von Beginn an das Fläming-Gymnasium in Bad Belzig.

Ziel des Austausches ist es alljährlich, 13 neue Schüler auf die Reise zu den Partnern in Israel zu schicken. Dieses Jahr fehlten allerdings Bewerber.

Ansprechpartner ist derzeit Jugendarbeiter der Evangelischen Kirche Mittelmark/Brandenburg, Philipp Schuppan. Er ist zu erreichen am Kirchplatz 3 in Bad Belzig, Telefon 03 38 41/ 3 88 25 sowie per E-Mail unter schuppan.philipp@ekmb.de

Für Philipp Schuppan wird die diesjährige Aktion wohl die letzte gewesen sein, kündigte er an. Der Theologe übernimmt eine Pfarrstelle in Schlieben (Elbe-Elster).

Als Nachfolgerin wünscht er sich Ella Enzmann, die aus Lütte stammt. Die Sozialarbeit-Studentin begleitet das Projekt seit 2007.

Hervorgegangen sind enge Kontakte auch zwischen den Städten Bad Belzig und Even Yahuda. Das Ziel ist eine offizielle Städtepartnerschaft.

In Brück lernten sich Jugendliche aus Israel und dem Fläming am Sonnabend beim Bowlen im Schützenhaus näher kennen. Quelle: Thomas Wachs

Die Jugendlichen aus Israel erkunden seit Freitag nun im Gegenzug den Fläming, sowie Potsdam und Berlin wo der Reichstag, das Jüdische Museum und die Gedenkstätte „Haus der Wannseekonferenz“ auf dem längst nicht nur touristischen Besuchsprogramm stehen. Nach Besichtigungen in Bad Belzig sowie Bowlingwettstreit und Besuch bei den Pferden auf der Wooden-Tower-Ranch in Brück war der gemeinsame Gottesdienst am Samstagabend in der Lambertuskirche zu Brück ein erster Höhepunkt des Besuches. Gestaltet wurde er von Helmut Kautz. Der einst noch in Bad Belzig tätige Pfarrer gehörte zu den Mitbegründern des mit der Kirche und dem Fläming-Gymnasium organisierten Austauschprojektes. Ella Enzmann ist seit dem zweiten Jahr dabei. „Das hat eine Weiche in meinem Leben gestellt“, sagt die 26-jährige Studentin der Sozialarbeit. Sie ging für ein Freiwilligenjahr nach Israel, lernte Hebräisch und jobbte in einem Altersheim für Holocaust-Überlebende. Mindestens einmal im Jahr geht es seither auch privat nach Israel.

Inzwischen wie Mutter und Tochter: Ella Enzmann (li.) aus Lütte und Anat Alon aus Isreal. Quelle: Thomas Wachs

Auch für Anat Alon ist es der größte Wert, dass der Schüleraustausch „unabhängig von der großen Politik auf der Ebene von Familien und inzwischen festen persönlichen Freundschaften etabliert ist“. Die Lehrerin aus Even Yehuda begleitet das Projekt von israelischer Seite aus von Anfang an. Ihre Familie hat den Holocaust erlebt. Und doch ist ihr Hass gegen die Deutschen fremd.

Von der Gastfreundschaft in Israel schwärmen Sophie Baumgart (16) aus Bad Belzig und Pascal Zackor (18) aus Wiesenburg. Beide nahmen bereits zweimal am Austausch teil. Nun beherbergen ihre Familien die Israelis Noam Levy (15) und ihren gleichaltrigen Mitschüler Alon Sher. Für beide ist es der erste Kontakt mit Deutschland.

Von Thomas Wachs

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