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Potsdam-Mittelmark Gasthaus schließt – der Familienbetrieb lebt weiter
Lokales Potsdam-Mittelmark Gasthaus schließt – der Familienbetrieb lebt weiter
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20:37 10.09.2015
Die Gaststätte „Zum Mühlengrund“ ist geschlossen, als Ferienpension mit Festsaal bleibt der 115 Jahre alte Familienbetrieb erhalten. Quelle: JST
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Saarmund

In Saarmund geht eine mehr als hundertjährige Ära zu Ende, zugleich aber beginnt auch eine neue. „Wir geben den Gaststättenbetrieb auf, um das Familienunternehmen zu erhalten“, sagte Inhaberin Antje Behrend der MAZ. Der Ort verliert damit sein letztes, verbliebenes Lokal – die Gaststätte „Zum Mühlengrund“, die in Saarmund eine Institution war. Doch das Haus „Zum Mühlengrund“ lebt weiter – jetzt als reine Ferienpension mit Festsaal, „der auch in Zukunft für Feiern und Veranstaltungen mietbar sein wird“, so die Betreiberin.

„Der Entschluss, die Gaststätte aufzugeben, ist mir nicht leicht gefallen“, sagt Antje Behrend. Getroffen hat sie die Entscheidung, nachdem ihr Küchenchef Jan Kießling schwer erkrankt ist und um Kündigung des Arbeitsvertrags bat, „weil er nicht mehr als Koch arbeiten kann“.

Antje Behrend holte sich vorher noch Fachrat beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ein. „Sie haben mir geraten, den Gaststättenbetrieb á la carte einzustellen.“ Gute Köche seien alle schon an gute Häuser vergeben und rentieren sich auf dem Lande auch nur an den Wochenenden. Es ist ein allgemeiner Trend auf den Dörfern, dass sich die Kundschaft an den Wochentagen inzwischen in Grenzen hält. „Letztlich ging es darum, ein Standbein zu wählen, das rentabel ist und funktioniert“, sagte sie. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Ralph Preuß will sie sich künftig deshalb auf die Ferienpension konzentrieren. Seit 2003 hatte die Gaststätte „Zum Mühlengrund“ fünf Gästezimmer. Dieses noch junge Geschäftsfeld soll nun erweitert werden – zwei Ferienwohnungen kommen noch dazu. Auch einen neuen Namen, der an alte Traditionen erinnert, gibt es schon. Landappartements „Zum Mühlengrund“ heißt der Familienbetrieb in Zukunft. Für den neuen Wegabschnitt hat sie auch den Segen von Seniorchefin Eveline Behrend. „Sie hat volles Verständnis für die Entscheidung“, sagt Schwiegertochter Antje Behrend.

Ein Bild aus alten Zeiten: Der Gasthof Behrend um 1900. Quelle: Geschichtsverein

Die Suche nach einem guten Koch hat sie schon einmal hinter sich. Nach dem Tod ihres Mannes Wolfgang Behrend, der Küchenchef war, suchte sie einige Jahre vergeblich einen Nachfolger, der die großen Fußstapfen ausfüllen konnte. Die Köche wechselten häufiger, bis sie im Herbst 2008 Jan Kießling traf, einen Koch aus Berlin. „Er hat dafür gesorgt, dass das Geschäft wieder besser lief. Dafür bin ich ihm dankbar“, sagt sie.

Eine nervenaufreibende Suche nach einem guten Küchen-Nachfolger, „die damals auch an meiner Gesundheit gekratzt hat“, wird es nicht geben. Die Mühlengrund-Inhaberin hält den Zeitpunkt für Veränderung für richtig, „weil unsere Gäste uns so in guter Erinnerung behalten und es später nicht heißt: Das Essen schmeckt nicht mehr“. Ihre Devise: „Zur Tradition gehört auch, dass sich die Zeiten ändern.“ Die Gaststätte ist nach 115 Jahren Geschichte. „Der Festsaal bleibt den Saarmundern aber erhalten“, sagt sie und bedankt sich bei allen treuen Stammgästen, die den „Mühlengrund“ getragen haben. Im Saal der Gaststätte spielte sich in den vergangenen Jahrzehnten so gut wie alles ab, was für den Ort und seine Menschen wichtig war: zum Beispiel Gemeindevertretersitzungen, Brigadefeiern, Handwerketagungen, Geburtstage, Hochzeiten und Trauerfeiern. Auch Filmleute nutzten gern den Saal als Kulisse. Im August 2011 drehte etwa das ZDF im „Mühlengrund“ eine Kneipenszene für den Film „Bankraub für Anfänger“ mit Wolfgang Stumpf. Sein Autogramm hat einen guten Platz im Gästebuch, das nun den Status eines historischen Dokuments bekommt.

Haus mit Geschichte


Das Gasthaus „Zum Mühlengrund“ hat eine lange Geschichte.

Bis 1900 gehörte es – damals auch noch mit einem Kolonialwarenladen – einer Familie Schmidt.

Carl Behrend kaufte das Haus in der Mühlenstraße dann für 23 400 Goldmark und eröffnete die Gaststätte am 1. Mai 1900 neu. Es war der Anfang des Familienbetriebes Behrend.

Lange Zeit gab es auch ein Gartenlokal mit einer Kegelbahn im Freien.

Der große Festsaal wurde 1906 erbaut. Den Saal nutzte einst sogar der Turnverein „Blau-Weiß“ für Übungen.

Von Jens Steglich

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