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Paar will Schlossschänke pachten

Gastronomie Paar will Schlossschänke pachten

Für die Wiesenburger Schlossschänke „Zur Remise“ zeichnet sich eine Perspektive ab. Die Gemeinde will das Ausflugslokal an Susanne Wojanowski und Matthias Rose verpachten. Sie setzen auf deutsche Küche und gehobene Gastronomie. Doch noch fehlt eine wichtige Entscheidung.

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Sie stehen bereit: Susanne Wojanowski und Matthias Rose wollen die Wiesenburger Schlossschänke „Zur Remise“ pachten.

Quelle: René Gaffron

Wiesenburg. „Das wird jetzt unser Baby“, sagt Susanne Wojanowski aus Bad Belzig. Mit ihrem Verlobten Matthias Rose, dessen Elternhaus in Wiesenburg steht, möchte sie in Zukunft die Schlossschänke „Zur Remise“ führen. Die Gemeindevertretung Wiesenburg/Mark will ihnen das Lokal verpachten. Das hat sie in dieser Woche mit großer Mehrheit beschlossen.

Ehe der Vertrag unterschrieben wird, braucht man allerdings noch die Kreditzusage der Bank. Damit ist nächsten Monat zu rechnen, so hoffen die Jungunternehmer. Deshalb wird das Restaurant zu den Osterfeiertagen aber auf jeden Fall noch geschlossen sein.

Gastronomie im früheren Kutschstall

Die Wiesenburger Schlossschänke „Zur Remise“ ist Mitte der 90er-Jahre in Regie des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins Potsdam-Mittelmark (AAfV) geschaffen worden.

Das Gebäude diente der Herrschaft ursprünglich als Kutschstall. Das Schloss ist auch heute noch als Märchenkulisse beliebt.

Zu DDR-Zeiten wurde der Raum für Schul- und Vereinssport genutzt.

1997 wurde das Ausflugslokal eröffnet. Nach elf Jahren fand die von jeher geplante Loslösung vom AAfV statt. Uwe Zimmermann war seit 2008 selbstständiger Pächter und Betreiber.

Das Restaurant hat 100 Plätze drinnen und nochmals 60 auf der Terrasse.

Der 1. Mai wird für den Neueröffnung angestrebt. Vor dem Hintergrund kommen Kommune als Eigentümerin des Gebäudes und Uwe Zimmermann als bisheriger Betreiber dem Paar entgegen und räumen den Laden noch nicht wie geplant zum 31. März aus.

Das Inventar des bisherigen Wirtes ist ohnehin nicht das Einzige, was übernommen werden soll. Sondern die Nachfolger wollen das bewährte Profil als Ausflugslokal erhalten und nicht minder das heimische Publikum locken.

Rustikale deutsche Küche

„Eine kleine Speisekarte mit rustikaler deutscher Küche und ergänzend ein, zwei Gerichte der gehobenen Gastronomie soll es geben“, beschreibt der 26-Jährige Restaurantfachmann das geplante Angebot.

Wie seine Partnerin, die Kauffrau für Tourismus und Freizeit ist, hat er an zahlreichen Gastronomieadressen in Bad Belzig und Umgebung gearbeitet und Erfahrungen gesammelt. Beide kennen die Region und sind zunächst mit zwei Köchen und drei Servicekräften am Start, nach denen auch sie nach eigenem Bekunden länger suchen mussten.

Dramatischer Fachkräftemangel

Wegen des dramatischen Fachkräftemangels wollte Uwe Zimmermann nach rund 20 Jahren nicht länger das Geschäft führen. Schon hatte sich in Wiesenburg die Sorge breit gemacht, am Schlosspark, würde die einzige nennenswerte Gastronomie des 1300-Einwohner-Ortes langfristig geschlossen bleiben.

Nun herrscht Zuversicht, obwohl sich die Bewerber nicht drängten und die Lokalpolitiker nach Interessenbekundungsverfahren lediglich über ein Konzept abzustimmen hatten. „Die Vorstellungen sind solide, und es gibt eine breite Unterstützung vor Ort“, berichtet Bürgermeister Marco Beckendorf (Linke). Doch der Wunsch, dass die Remise schon Ostern wieder öffnet, erfüllt sich nicht.

Große Nachfrage besteht

„Das Potenzial liegt ja auf der Hand“, sagt Susanne Wojanowski. Neben den Touristen, nicht selten Gruppen in Reisebussen, und Besuchern der etablierten Kulturveranstaltungen ist an die Ausrichtung von Hochzeitsfeiern gedacht. Das Standesamt hat immerhin steigende Nachfrage zu verzeichnen.

Derweil Matthias Rose und Susanne Wojanowski die eigene Trauung ebenfalls ins Auge gefasst haben. „Ansonsten wird die Familienplanung jetzt wohl noch etwas zurückgestellt“, verraten die beiden.

Von René Gaffron

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