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Potsdam-Mittelmark Gaukler und Gäste nicht zu unterscheiden
Lokales Potsdam-Mittelmark Gaukler und Gäste nicht zu unterscheiden
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14:47 25.09.2016
Bogenschieß-Wettbewerb für Jedermann. Dank kurzweiliger Moderation ein Highlight für Teilnehmer und Besucher. Quelle: Stefan specht
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Raben

Da fühlte man sich glatt ins Mittelalter versetzt. Am Wochenende war die Burg Rabenstein fest in der Hand von Gauklern, Handwerkern, Burgdamen und Rittern. Hunderte Besucher kamen an beide Tagen auf die alte Wehranlage, viele von ihnen waren selbst in Gewändern jener Zeit unterwegs.

Hunderte waren auf der Burg auf den Beinen. Quelle: Specht

Im Gegensatz zum jährlich stattfindenden Osterspektakel auf Burg Rabenstein geht es beim von Ralf Kirsten organisierten Rabensteiner Herbst wesentlich familiärer zu. Das zeigt sich schon in der Wahl der Akteure. Setzen die Macher des Osterspektakels vermehrt auf tschechische Schausteller, so trifft man seit nunmehr 13 Jahren im September viele Handwerker und Schausteller aus der Region. Seifenmacherin Karina Kunick aus Raben, Schmied Ulf Thiele aus Mörz und der Schankwirt Naseweis aus Wittenberg sind nur einige der Akteure. „Ich würde gerne noch mehr Menschen aus der unmittelbaren Region ins Programm einbinden, aber unsere Kunst ist schon sehr speziell und die Darsteller entsprechend rar gesät“, sagt Ralf Kirsten alias Ralf der Rabe.

Verkleidungen und Showeinlagen gehören seit jeher dazu. Quelle: Specht

Der Rabener ist nicht nur Organisator der Veranstaltung. Mit seiner Band, den Rabenbrüdern, hat er dort auch traditionell einige Auftritte. Den Schwerpunkt bildete in diese Jahr erneut der Gauklerabend am Samstag im Rittersaal. „Das ist für uns und für viele unserer Stammgäste ein echter Höhepunkt des Wochenendes“, so Ralf Kirsten.

Mit diesem zeigte er sich am Sonntagnachmittag durchaus zufrieden. „Sowohl wirtschaftlich als auch kulturell war es so, wie ich es mir vorgestellt hatte“, so Kirsten. Ob es eine 14. Auflage des bei Mittelalterfans beliebten Wochenendes geben würde, vermochte der Rabener indes noch nicht zu sagen. So sei es immer schwerer, die Menschen zu erreichen. „Werbung wird immer teurer und auch die anderen Kosten steigen jedes Jahr“, sagt er.

Auch die Verpflegung gestaltete sich typisch mittelalterlich. Quelle: Specht

Vor allem aber sorgt die Ungewissheit über die weitere Entwicklung der Burg für Unbehagen bei allen Beteiligten. Wie berichtet, hatte der Aafv den Pachtvertrag mit der Gemeinde Rabenstein überraschend zum Jahresende gekündigt, woraufhin nun in einer Hauruckaktion ein neuer Pächter gefunden werden muss. Erst nach Ablauf der Bewerbungsfrist am 30. September dürfte sich zeigen, wer neuer Pächter werden wird. „Und ob die Zusammenarbeit dann weiterhin funktioniert ist zwar wünschenswert, steht auf einem anderen Blatt“, so Ralf Kirsten.

Die Besucher spürten von dieser Unsicherheit nichts. Neben den Mittelalterfans waren es vor allem Familien, die das tolle Wetter für einen Ausflug zur Burg Rabenstein nutzten. Kinder wurden bei einem manuell drehbaren Holzkarussell, zahlreichen kleinen Burgen, Bogenschießen, Schminkstation, den vielen historischen Handwerkern und vor allem bei Verkaufsständen mit Holzschilden schnell zu kleinen Rittern. Dass rund ein Drittel der Besucher gewandet – also in mittelalterlicher Kleidung – zum Rabensteiner Herbst kommt, hat übrigens einen einfachen Grund.

Um das altertümliche Flair auf der Burg zu schaffen, spricht Organisator Ralf Kirsten die Frauen und Männer speziell an. „Sie erhalten traditionell ermäßigten Einlass bei uns. Statt des vollen Preises zahlen sie nur den Kinderpreis“, sagt er. Genau das ist es, das die besondere Stimmung während des Rabensteiner Herbstes in jedem Jahr ausmacht: Viele entspannte Menschen, die von Stand zu Stand flanieren. „Statt Action gibt es Atmosphäre“ sagt Ralf Kirsten.

Von Stefan Specht

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