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Gedenken an den getöteten Belaid Baylal

Bad Belzig Gedenken an den getöteten Belaid Baylal

In den kommenden Tagen wird die erste von zwei geplanten Infostelen an der umgestalteten Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus und rechter Gewalt an der Lübnitzer Straße in Bad Belzig aufgestellt. „Eigentlich sollte sie längst fertig sein“, sagte Benjamin Stamer am Montagabend während des Gedenkens an Belaid Baylal. Stamer erinnerte außerdem an ein weiteres Opfer.

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Gedenken an Belaid Baylal am Montagabend.

Quelle: Christiane Sommer

Bad Belzig. In den kommenden Tagen wird die erste von zwei geplanten Infostelen an der umgestalteten Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus und rechter Gewalt an der Lübnitzer Straße in Bad Belzig aufgestellt. „Eigentlich sollte sie längst fertig sein“, sagte Benjamin Stamer am Montagabend während des Gedenkens an Belaid Baylal. Der Marokkaner war am 8. Mai 1993 in einer Belziger Gaststätte brutal zusammengeschlagen worden. Sieben Jahre später starb er an den Spätfolgen der Tat.

Knapp 25 Menschen folgten dem Aufruf zum Gedenken durch das Forum für Rechtsextremismus und Gewalt, das zugleich für die Umgestaltung des Ehrenhains verantwortlich zeichnete. „Wir haben hier viel Kraft, Energie und Zeit in den zurückliegenden Monaten investiert“, so Stamer weiter. Der Mitarbeiter für interkulturelle Projektarbeit beim Forum erinnerte in diesem Zusammenhang an die vielen Helfer, die bei den Arbeiten unterstützten. Zu ihnen gehörten sowohl Jugendliche, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvierten, als auch Geflüchtete, die in Bad Belzig leben.

Belaid Baylal

Belaid Baylal

Quelle: Christiane Sommer

Für eine Überraschung sorgte Benjamin Stamers Information, dass es neben Belaid Baylal einen zweiten Mann gibt, der Opfer rechter Gewalt wurde. Manuel Antonio Diogo starb am 30. Juni 1986 auf der Bahnstrecke zwischen Belzig und Borne. Eine Reportage des Mitteldeutschen Rundfunks, ausgestrahlt am 4. April 2017, machte den von der Staatssicherheit der DDR verschwiegenen Vorfall bekannt. In den damals verfassten Unterlagen über den Tod des 23-jährigen Mosambikaners heißt es, dass Piogo an den Folgen eines Unfalls starb. Diese Nachricht wurde auch der Familie übermittelt.

Gedenkstein für den getöteten Marokkaner

Gedenkstein für den getöteten Marokkaner.

Quelle: Christiane Sommer

„Rassismus in der DDR, das ist ein weiteres dunkles Kapitel“, sagte Stamer und legte auf dem Gedenkstein für die Opfer rechter Gewalt neben der Fotografie von Belaid Baylal ein Bild von Manuel Antonio Piogo nieder. An jenem Tag im Juni 1986 hatte der junge Mann einen Freund in Berlin besucht. Auf der Heimfahrt nach Coswig, wo Piogo in einem Sägewerk arbeitete, wurde er im Zug zusammengeschlagen, gefesselt und nachfolgend aus dem Zug geworfen. Die Leichenteile fand man später auf den Gleisen verstreut. Viele Fragen im Zusammenhang mit dem Tathergang sind noch immer unbeantwortet.

Nach der Aufstellung der Infostele für die Opfer rechter Gewalt soll eine zweite für die Opfer des Faschismus folgen. Die Textbausteine dafür werden gemeinsam vom Belziger Forum und dem Förderkreis Roederhof in Abstimmung mit der städtischen Verwaltung erarbeitet.

Von Christiane Sommer

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