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Potsdam-Mittelmark Gefährliche Ausfahrten auf Teltows Schulwegen
Lokales Potsdam-Mittelmark Gefährliche Ausfahrten auf Teltows Schulwegen
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17:50 30.01.2019
Die Schulwegsicherung zur Stubenrauch-Gesamtschule in Teltow ist stark optimierbar. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

Die Stadt Teltow soll dringend etwas unternehmen, um die Schulwegsicherheit zu gewährleisten, fordern die Eltern der Ernst-von-Stubenrauch-Grundschule in Teltow. Das Ergebnis ist ein „Human Factors Profiling“ für den Schulstandort, bei dem die Ursachen für Unfälle untersucht wurden, an denen Schulkinder beteiligt waren. Außerdem wurden Interviews mit Schülern, Eltern, Lehrern und der Schulleitung durchgeführt, die Verkehrsteilnehmer beobachtet und Gefahrenstellen näher untersucht. Aus den Ergebnissen wurde schließlich abgeleitet, was verändert werden muss, damit der Schulweg künftig sicherer gestaltet werden kann.

Insgesamt waren von Januar 2015 bis Mitte 2018 in der Stadt Teltow 35 Kinder an Unfällen beteiligt. 25 von ihnen waren dabei mit dem Fahrrad unterwegs, neun als Fußgänger und nur eines als Mitfahrer im Auto. Für die Schulweg-Untersuchung der Stubenrauch-Grundschule sind davon sechs Unfälle relevant. Ein Sechstel aller in diesem Zeitraum in der Stadt verunglückten Kinder wurden im Umkreis von 600 Metern um die Grundschule oder auf dem Schulweg verletzt. In den meisten Fällen handelte es sich dabei um Radfahrer, die etwa beim Queren einer Straße oder einer Ausfahrt angefahren wurden.

Real-Ausfahrt ist ein kritischer Punkt

Einer der kritischen Punkte befindet sich etwa bereits rund einen Kilometer von der Schule entfernt, an der Ausfahrt des Real-Parkplatzes. Hier wurde ein Kind auf dem Radweg übersehen, als ein Pkw-Fahrer vom Parkplatz auf die Straße fahren wollte. Nur wenige Meter weiter, an der Kreuzung zwischen der Oder- und der Neißestraße, ist der Vorrang des Radfahrstreifens nicht klar erkennbar, auch die Ampelanlage und der zugehörige Fußgängerübergang sind nicht gut sichtbar. Eine besondere Gefahrenstelle ist der Kreisverkehr zwischen Oder- und Warthestraße, hier wurde auch schon ein Kind beim Queren der Oderstraße von einem abbiegenden Auto angefahren. Die abrupte Überleitung des Radweges auf den Radfahrstreifen stellt ebenfalls ein Risiko dar.

An anderen Stellen sind Verkehrszeichen oder Ampeln erst zu spät sichtbar, weil sie von Ästen verdeckt werden. Kinder, die auf dem Gehweg unterwegs sind, werden durch parkende Autos quasi unsichtbar und Ausfahrten, Haltstellen, Kreuzungen oder andere Gefahrenstellen sind nicht gut erkennbar. Viele Radwege im Umkreis der Schule sind nicht breit genug und außerdem nicht oder nur schlecht gekennzeichnet, sodass den anderen Verkehrsteilnehmern nicht bewusst ist, dass Fahrradfahrer hier Vorrang haben. Auch manche Gehwege sind in einem schlechten Zustand, mit Stolperfallen versehen oder zugewachsen. Die Schule selbst sei zudem als solche nur schlecht rechtzeitig erkennbar, selbst das Verkehrszeichen „Achtung Kinder“ sei nicht klar zuordenbar, kritisiert die Studie. Auf der Potsdamer Straße würden jegliche Hinweise fehlen, dass im Umfeld Kinder zu erwarten seien und die Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge aus dem Gesundheitszentrum sei nicht gekennzeichnet und auch nicht einsehbar.

Freischneiden von Verkehrszeichen als erste Maßnahme

Als wichtigste Maßnahme wird vorgeschlagen, das rechtzeitige Erkennen von Gefahrenstellen und der Schule sicherzustellen. Dies soll etwa durch Freischneiden der Verkehrszeichen oder Halteverbote an wichtigen Knotenpunkten oder Querungen erfolgen, aber auch durch bessere Kennzeichnung und neue Markierungen bestehender Querungshilfen. Auch „optische Bremsen“ sollen eingesetzt werden, dazu gehören Belag, der sich farblich absetzt, Sondermarkierungen, Engstellen oder „Stoppersäulen“. Der Eingangs- und Annäherungsbereich der Schule soll ebenfalls optisch verändert werden.

Als zweite Stufe sollen diese Mittel mit baulichen Bremsen wie etwa Engstellen, Versätzen und Teil- oder Gesamt-Aufpflasterungen der Fahrbahn kombiniert werden. Schließlich wird auch eine Verbreiterung der Geh- und Radwege angestrebt. Die Empfehlungen sollen im Wesentlichen umgesetzt werden, so Stadt-Sprecher Jürgen Stich. Dazu wird die Teltower Verkehrsbehörde jetzt eine Prioritätenliste erarbeiten.

Von Konstanze Kobel-Höller

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