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Potsdam-Mittelmark Gefährliche Idylle in Linther Kiesgruben
Lokales Potsdam-Mittelmark Gefährliche Idylle in Linther Kiesgruben
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08:52 15.08.2014
Die Linther Kiesgruben ziehen Badegäste an. Quelle: Andreas Koska
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Linthe

Schon von Weitem ist Kinderlachen zu hören. Jugendliche toben im Wasser. In einer Ecke sucht ein Herr mittleren Alters das Nass für eine Abkühlung auf. Am Ufer sonnen sich Bikinischönheiten. Eine Idylle an einem märkischen Badesee? Weit gefehlt. Das Treiben ist verboten und noch dazu lebensgefährlich. Die Besucher nutzen die zwei großen Kiesgruben am Dorfrand von Linthe zur Entspannung. Zwar warnen einige wenige Schilder davor. „Achtung, Lebensgefahr, Betreten verboten!“, steht darauf. Die Badenden stört das nicht.

Auf einem provisorischen Parkplatz stehen sechs Autos. Die Kennzeichen weisen die Besitzer als Chemnitzer, Berliner und Einheimische aus. Sie wissen um die Gefahren und nehmen sie in Kauf. „Hier ist es ruhig und idyllisch. Es gibt viel Natur“, sagt eine Dame aus Brück. „Und wenn man langsam ins Wasser steigt und ruhig schwimmt, kann doch nichts passieren“, glaubt die Frau, die ungenannt bleiben will. Ihre Bekannte fügt schmunzelnd hinzu, dass man hier auch mal unbeobachtet schmusen könne, was ja im Brücker Naturbad nicht möglich sei.

Schon kommen die nächsten Badegäste – bepackt mit Liegestühlen, Decken und Picknickkorb. Der einfache Zugang über einen Plattenweg, der gut zehn Meter hinunter bis ans Ufer führt, begünstigt es, dass die wilde Badestelle immer beliebter wird. „Wir wissen, dass hier vor einiger Zeit ein tödlicher Unfall passiert ist, aber wir springen ja nicht ins Wasser“, sagt eine der Brückerinnen. Tatsächlich verstarb im Sommer 2010 ein 32-jähriger Pole, als er kopfüber in den Kiessee sprang.

In der Tiefe des Baggersees liegen bis heute Gerätschaften der Abraumberge des einstigen Kiesabbaus. „Man kann nie wissen, worauf man tritt“, sagt Melanie Balzer, Linther Gemeindevertreterin. Auch ihre Kollegin Katja Artz warnt vor dem Betreten der verlassenen Kiesgruben. Offenbar ohne Erfolg. Auch an dem zweiten, schwerer zugänglicheren Kiesteich westlich der Landesstraße 85 sind Menschen am Wasser zu beobachten. Am Nordende – unterhalb der Linther Eigenheimsiedlung – führen Trampelpfade zum Ufer. Am kleinen Strand sind mehrere Sonnenschirme aufgestellt, offenbar dauerhaft. Ein Ehepaar mit zwei Kindern erholt sich gerade dort. Zum kleinen Strand im Schilf gelangt man nur über eine eingezäunte Weide oder von den privaten Grundstücken her.

Da die Kiesgruben unter Aufsicht des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe steht und es sich um Privatland handelt, seien der Ordnungsbehörde des Amtes Brück die Hände gebunden. „Wir können nichts gegen das illegale Baden tun“, sagt Ottheiner Kleinerüschkamp. Der Linther Bürgermeister appelliert dennoch an die Besucher: „Beim Nachhauseweg sollten sie wenigstens ihren Müll wieder mitnehmen.“

Voriges Jahr wurde in einer der Kiesgruben ein Spielfilm gedreht – allerdings mit Genehmigung. Bis zum Jahr 2007 wurde dort von der Fläming Kies- und Sand GmbH Kies abgebaut. Dann ging das Unternehmen in Insolvenz. Seitdem ruht dort alles. Immer wieder unternommene Versuche, das Gelände zu renaturieren, scheiterten aus unterschiedlichen Gründen.

Von Andreas Koska

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