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Potsdam-Mittelmark „Geheimnisvoller Investor“ stellt Pläne vor
Lokales Potsdam-Mittelmark „Geheimnisvoller Investor“ stellt Pläne vor
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15:18 09.10.2015
In Teltow soll eine Marina entstehen. Auch in der Nachbarschaft könnte ordentlich gebaut werden. Quelle: Friedrich Bungert
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Teltow

In der Sitzung der Teltower Stadtverordneten am Mittwochabend muss sich Investor Uri Goldenzeil wie vor einem Tribunal vorgekommen sein. Der ruhige Mann, der nicht im Nadelstreifenanzug, sondern lässig mit Jackett, Turnschuhen und Rucksack kam, musste sich zum Teil im scharfen Ton gestellten Fragen zu dem von ihm vorgestellten Wohnprojekt „Marine Quartier“, gegenüber der im Bau befindlichen Marina, stellen. Nach ersten Entwürfen könnten dort am südlichen Zeppelinufer 200 bis 250 Wohnungen in verschiedenen Haustypen in einem Karree entstehen, das vor allem viel Wasser – am liebsten mit direkter Verbindung zum Teltowkanal – bestechen würde (MAZ berichtete). Dafür müssten dort Privatgrundstücke erworben werden.

Das ist aber Zukunftsvision für ein Gebiet, das die Stadt gern als attraktiven Wohnstandort – wie auch immer er später aussehen möge – entwickeln möchte. Um dieses Ziel verwirklichen zu können, lag den Stadtverordneten ein Grundsatzbeschluss vor. Um ein Votum für das „Marine Quartier“ ging es noch gar nicht. Dennoch war Goldenzeil eingeladen wollen, weil er als Investor bislang ungenannt und „geheimnisvoll“ geblieben war. Die Mehrheit der Stadtverordneten ist nach den ersten Projektvorstellungen zwar durchaus begeistert, etliche von ihnen trauen jedoch dem Frieden nicht. Ängste bestehen etwa vor einer späteren Bauruine, vor dem Verlust der Fördergelder für den Hafen und vor einem Projekt, „das am Ende nicht so aussieht, wie es jetzt vorgestellt wird“. Die Vorbehalte gipfelten in der Behauptung von Andreas Wolf (BFB), die „kleinen Leute“ als Grundstücksbesitzer würden einer „massiven Bedrohung einer wirtschaftlichen Übermacht“ ausgesetzt sein. Das wiesen Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) und der Investor zurück. Hier werde allein eine Planung in Aussicht gestellt, so Schmidt. Goldenzeil, dem bereits ein Grundstück in der Jahnstraße gehört, bestätigte, dass er die „Idee hervorragend findet“, dort das Thema Wasser ins Wohnsegment zu holen, wenn eine Entwicklungsabsicht dafür bestehe. Er habe mit allen Grundstückseigentümern bereits gesprochen, worüber es auch Protokolle gebe, sagte er. Auch diese Protokolle wollte Wolf haben. Die 1. Beigeordnete Beate Rietz war entrüstet: „Das ist eine einzigartige Herangehensweise“, kritisierte sie die Forderung und sagte, dass es „keinen Anlass gebe an den Aussagen des Investors zu zweifeln“. Solche Protokolle müsse er nicht vorlegen.

Uri Goldenzeil ist der Gründer und Geschäftsführer der Goldenzeil Immobilien GmbH mit starker Präsenz in Berlin. Er wurde 1949 in Israel geboren und absolvierte sein Studium zum Textilingenieur. Seit mehr als zehn Jahren ist er in der europäischen Immobilienwirtschaft aktiv. In der Region hat Goldenzeil bereits Wohnbauten in der Teltower Weserstraße und in Saarmund verwirklicht.

Der Grundsatzbeschluss zur Entwicklung des Areals auf der Altstadtseite gegenüber des Hafens wurde schließlich mit 15 Ja-Stimmen und sieben Enthaltungen von den Stadtverordneten angenommen.

Teltower Marina war Thema bei Mario Barth

Jetzt hat es Teltows Marina schon bis vor ein Millionen-Publikum geschafft: Mario Barth hat den Bau des Hafens, der bis 2017 fertig sein soll und inzwischen um die 10 Millionen Euro kosten wird, in seine Sendung „Mario Barth deckt auf“ geholt. Barth und Promi-Freunde gehen darin vermeintlichen Verschwendungen von Steuergeldern nach.

Als Promi-Interviewer hatte Joachim Llambi (Juror bei „Let’s Dance“) sich Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) vorgenommen.

Der verteidigte – in einem selbst gekauften Barth-Shirt mit dem Aufdruck „Nicht quatschen machen“ – am Mittwochabend auf RTL das Marina-Projekt, das auf Beschluss der Stadtverordneten gebaut wird. Llambi stellte Schmidt dagegen immer als jemanden dar, „der sich da seinen Traum erfüllt“.

Schmidt sagte gestern der MAZ, dass ihm klar war, in einer Sendung solchen Formats „nicht gewinnen zu können“. Dennoch habe er die Chance genutzt, öffentlich nochmals „ein klares Bekenntnis“ zum Projekt abzugeben. „Und sich verstecken, hätte schlechter ausgesehen, oder?“, so Schmidt. Er habe nach der Sendung ein überwiegend „positives Echo“ aus der Bevölkerung erhalten.

Von Claudia Krause

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