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Potsdam-Mittelmark Gehör und Sprachrohr für den Klinkengrund
Lokales Potsdam-Mittelmark Gehör und Sprachrohr für den Klinkengrund
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11:16 17.04.2018
André Nawrocki legt die Fliesen in der Klinke 1 in Bad Belzig. Quelle: Danilo Hafer
Bad Belzig

Fußboden- und Fliesenleger haben noch alle Hände voll zu tun. Denn die einstige Wäscherei- und Dienstleistungsannahme in der Hans-Marchwitza-Straße 1 wird für einen fünfstelligen Betrag zum Stadtteiltreff Klinkengrund „Klinke 1“ umgebaut, Behinderten-Toilette inklusive.

Barrierefrei soll der Zugang zu der Einrichtung in jeder Beziehung sein. Das jedenfalls wünschen sich Maik Wieland und Carsten Tarrach. Die beiden sind für das Quartiersmanagement verantwortlich, das dank der Aufnahme von Bad Belzig ins FörderprogrammSoziale Stadt“ jetzt möglich wird. Zehn Jahre lang wird unterstützt, was das in den 90er-Jahren grundsanierte Plattenbauviertel künftig noch lebenswerter macht. Der Leerstand ist derzeit gering. Ziel ist, dass dies so bleibt und sich keine Problemzone entwickelt.

Maik Wieland, Nils Schäffler und Carsten Tarrach (von links) machen sich für den Klinkengrund stark Quelle: Danilo Hafer

Nicht in Erfüllung gehen damit Hoffnungen auf umfassende Sanierung von Heizungsanlagen, Einbau von Fahrstühlen und Nachrüstung von Balkons. „Dafür ist nach Auffassung des Infrastruktur-Ministeriums die Wohnungswirtschaft selbst zuständig“, erklärt Nils Scheffler. Der von der Deutschen Stadtentwicklungs-GmbH gestellte Berater weiß um die große Herausforderung vor der kommunale Wohnungsgesellschaft Bewog und die zwei Genossenschaften damit stehen.

Allerdings sieht er gute Chancen, mit der Gestaltung des Umfeldes und Förderung von Aktivitäten der Bewohner ebenfalls zur Qualitätsverbesserung beizutragen. Insgesamt bis zu einer Million Euro ließen sich dafür bis zum Jahr 2026 akquirieren. Gleichwohl es im Vorfeld schon eine Umfrage unter den etwa 2500 Bewohnern gegeben hat, läuft nach wie vor eine Bestandsaufnahme. Beispielsweise auch dessen, welche Rolle in Zukunft die Kindertagesstätte „Tausendfüßler“ sowie der Seniorenwohnpark vor Ort spielen sollen und können.

Laufzeit zehn Jahre

Bad Belzig ist seit 2016 voraussichtlich für zehn Jahre im FörderprogrammSoziale Stadt“. Es ist von der Finanzierung vergleichbar mit der Altstadtsanierung: je ein Drittel steuern Bund, Land und Kommune bei.

Jedoch geht es weniger um die Sanierung von Gebäuden, bestenfalls die Verbesserung der Infrastruktur und des Umfeldes. Außerdem sollen Aktivitäten für das soziale Miteinander unterstützt werden.

Als einziger Bewerber hat der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark das Quartiersmanagement zugesprochen bekommen. Carsten Tarrach und Maik Wieland teilen sich die dafür eingerichtete halbe Planstelle.

Carsten Tarrach war bereits in der Begegnungsstätte „Klinke 1“ vor Ort 2015/16 tätig. Damals war das „Stübchen Vielfalt“ vom Busbahnhof ins Domizil neben der Belziger Tafel eingezogen und hat sich intensiv um die Integration der Bewohner ausländischer Herkunft gewidmet.

Sprechzeiten: Carsten Tarrach, Dienstag von 8 bis 10 Uhr; Maik Wieland am Mittwoch von 16 bis 18 Uhr in Bad Belzig, Hans-Marchwitza-Straße 1, 033841 / 44 75 77; E-Mail: tarrach@aafv-online.de oder wieland@aafv-online.de.

Wie die Freiräume in Zukunft aussehen sollen, wird als nächstes ausgelotet. Dazu werden im Februar zielgruppenweise die Bedürfnisse in mindestens vier Seminaren abgefragt: Vermieter und Gewerbetreibende zuerst, dann Senioren, schließlich Kinder und Jugendliche, ehe noch eine offene Runde stattfindet. „Es geht nicht darum zwingend etwas Neues zu schaffen, aber beispielsweise darum, Standorte zu profilieren“, findet Carsten Tarrach. „Dreimal die gleichen Spielgeräte sind für den Nachwuchs womöglich langweilig“, vermutet der 55-Jährige. Nicht minder spannend wird für ihn, was die ältere Generation als ihren Anspruch an Aufenthaltsqualität gegenüber dem Ingenieurbüro Contextplan formuliert.

Gehör schenken und Sprachrohr sein“ – so definieren die zwei Mitarbeiter der Anlaufstelle im Wohngebiet Klinkengrund ihre Aufgabe. Gleich neben dem Schreibtisch der beiden Quartiers-Männer besteht im Treffpunkt „Klinke 1“ nach Abschluss der Renovierung die Möglichkeit, zu Kreativ- oder Gesprächsrunden zusammen zu kommen.

Immer wieder sorgt wilder Sperrmüll für Ärger im Wohngebiet. Quelle: Danilo Hafer

Dass die immer wieder plötzlich auftretenden großen Müllablagerungen in dem Gebiet, darunter reichlich Sperrmüll, schon bald zum Thema werden, lässt sich ahnen. Mieter und Hausmeister, Entsorger und Ordnungsamt sowie Sozialarbeiter, die in Theorie und Praxis erklären, wie das Abfall-ABC funktioniert, sollen an einen Tisch gebracht werden.

Jeder für sich kennt längst das Problem. Gelöst ist es noch nicht. „Das geht nur Miteinander“, sagt Maik Wieland. und ergänzt: „Die Verursacher dürfen gern wissen, dass es ein Art sozialer Kontrolle gibt und sie durchaus im Blick sind.“

Von René Gaffron

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