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Potsdam-Mittelmark Geld für Wohnungsbau in Potsdam-Mittelmark
Lokales Potsdam-Mittelmark Geld für Wohnungsbau in Potsdam-Mittelmark
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00:17 23.03.2016
Kein Leerstand: Das Wohngebiet Klinkengrund in Bad Belzig ist wegen der preiswerten Quartiere gefragt. Quelle: Thomas Wachs
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Bad Belzig

Das Förderprogramm zur Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge hat sich offenbar bewährt. Das Budget für dieses Jahr soll deshalb auf nicht weniger als 500 000 Euro aufgestockt werden.

Die im vergangenen Jahr erstmals für diesen Zweck bereit gestellten 200 000 Euro wurden sämtlichst ausgegeben. Insgesamt sind damit elf Quartiere in Beelitz, Bad Belzig und Umgebung hergerichtet worden, wo nun insgesamt 49 Menschen eine Bleibe finden können. 2016 wurden bereits Zuwendungsbescheide über insgesamt 164 000 Euro für Vorhaben in Bad Belzig, Brück, Lehnin und Michendorf erteilt . Nochmals 33 Personen könnten in den sieben Quartieren unterkommen. Mit den bereits vorliegenden Anträgen wäre das bisherige Budget allerdings noch vor Abschluss des ersten Quartals ausgeschöpft.

Dezentrale Unterbringung ist gewünscht

Für die Flüchtlinge mit einer Bleibeperspektive ist eine zügige Versorgung mit eigenem Wohnraum außerhalb der Übergangswohnheime unabdingbar, heißt es in der Vorlage für den Kreistag Potsdam-Mittelmark. „Mithin gilt die dezentrale Unterbringung als beste Voraussetzung für die Integration“, sagt Thomas Schulz. Nach Angaben des Sozialdezernenten im Landratsamt Bad Belzig wird der Bedarf mit der zunehmenden Anerkennung von Asylsuchenden steigen.

Bedarf steigt

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark sind dieses Jahr bis Mitte März lediglich 164 Asylsuchende aufgenommen worden. Wie viele es werden könnten, ist bisher noch nicht offiziell prognostiziert. Intern wird mit 2000 Menschen kalkuliert. Nach Einschätzung der Verwaltung sind die Unterkünfte derzeit bedarfsgerecht ausgelastet.

Von den etwas 2500 Bewohnern der Übergangswohnheime zwischen Havel und Fläming sind bereits 15 bis 20 Prozent anerkannt. So gilt für ihre Versorgungsansprüche nicht mehr das Asylbewerberleistungsgesetz sondern das Sozialgesetzbuch II.

Folglich könnten aktuell etwa 380 Personen in Wohnungen ziehen. Ihre Zahl wird steigen, je mehr Anerkennungen erfolgen. Nicht alle wollen bleiben, sondern die Ballungszentren locken. Dennoch bleibt Bedarf.

Im Ausschuss für Soziales und Gesundheit folgten die Abgeordneten seiner Argumentation – nicht ohne Einschränkung. „Lediglich weil das Geld noch dazu befristet von der Bundesregierung ausschließlich für diese Zielgruppe zur Verfügung gestellt wird, soll es so ausgereicht werden“, hatte Bodo Puschner (CDU) resümiert. Denn er machte darauf aufmerksam, dass es allerorten Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum gibt. Leerstand gibt es nämlich zwischen Werder/Havel, Wiesenburg und Wusterwitz praktisch nicht. Wohl aber werden preiswerte Angebote vor allem von jungen Leuten oder reiferen Semestern gesucht. „Deshalb muss eine Richtlinie her, die vor allem Kommunen und deren Gesellschaften ertüchtigt, sozialen Wohnungsbau zu realisieren“, sagte Bodo Puschner. Seiner Aussage nach könnte sonst der Eindruck entstehen, dass die Interessen der Einheimischen verdrängt werden.

Kein Geld in Wiesenburg, Kein Grundstück in Werder/Havel

In der Einschätzung scheint parteiübergreifend Konsens zu bestehen. Allerdings ist die Umsetzung augenscheinlich komplizierter. Dass es dabei unterschiedliche Probleme zu lösen gibt, stellten Astrit Rabinowitsch (Die Linke) und Hans-Joachim Lindecke (SPD) dar. „Für das Vorhaben, den Drahtwerksblock für Einheimische und Flüchtlinge zu sanieren, hat die Gemeinde Wiesenburg/Mark keine Finanzierungszusage erhalten“, sagte sie. „Während es dort an Geld fehlt, hat Werder/Havel keine Grundstücke“, berichtete er aus seiner Heimatstadt.

Von René Gaffron

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