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Potsdam-Mittelmark Gelebte Ökumene als Solidarität mit Surinam
Lokales Potsdam-Mittelmark Gelebte Ökumene als Solidarität mit Surinam
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21:15 04.03.2018
Katholische und Evangelische Gemeinde Bad Belzig besten und singen, kochen und essen gemeinsam für Surinam Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Bis auf das Rauschen der Wellen, die der Atlantische Ozean an den Strand spült, war das südamerikanische Surinam am Freitagabend im Jacob-Wächtler-Haus fast nah. Evangelische und katholische Christen feierten dort den Weltgebetstag der Frauen. Derselbe wird traditionell am ersten Freitag im März rund um den Globus begangen. Dabei geht es jedoch längst nicht nur um den Glauben.

Eingebettet in Lieder und Gebete wird mit Einzelbeiträgen der Blick für die Herausforderungen der Zeit geschärft. Nach den Bahamas, Kuba und den Philippinen stand nunmehr Surinam im Zentrum der vor nahezu 130 Jahren geborenen und zwischenzeitlich die Welt umspannenden Idee.

Seit zehn Jahren gute Tradition

Wie lange der Weltgebetstag mittlerweile in Bad Belzig gefeiert wird, vermochte am Freitagabend niemand zu sagen. „Schon sehr lange, aber seit wann genau, das weiß ich nicht“, sagt Marlene Bunzel. Die Ruheständlerin zuckt mit den Schultern. Auch Steffi Gericke hat die Antwort nicht spontan parat. Am Tag darauf kann sie das Zeitfenster jedoch zumindest eingrenzen. Sie erklärt: „In der DDR wurde er ab 1975 gefeiert. Ab wann wir dabei waren, weiß ich nicht genau. Mit 100prozentiger Sicherheit kann ich aber sagen, dass der Weltgebetstag, so wie wir ihn heute hier feiern, seit 2008 stattfindet.“

Die Worte „wir“ und „hier“ sind ihr dabei wichtig. Sie stehen für ein Stück gelebte Ökumene. Fotos, die Steffi Gericke daheim aufbewahrt, belegen, dass die Frauen der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde seitdem den Weltgebetstag gemeinsam feiern, vorbereiten und gestalten.

Lieder aus Lateinamerika wurden im Jakob-Wächtler-Haus Bad Belzig angestimmt. Quelle: Christiane Sommer

Nahezu zwei Stunden wird am Freitagabend gesungen, gebetet und vor allem, aufmerksam zugehört. Die elfköpfige Vorbereitungsgruppe erfüllt den Gebetstag mit Leben. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gottes Schöpfung ist sehr gut“. In abwechselnd vorgelesenen Berichten schenken sie Frauen aus Surinam ihre Stimme. Sie erzählen damit stellvertretend von sterbenden Mangrovenwälder, Überflutungen infolge der Erderwärmung, der Abholzung des Regenwaldes und der skrupellosen Ausbeutung der Natur. Ferner davon, dass das traditionell harmonische Zusammenleben der Menschen unterschiedlichen Glaubens - in Surinam leben Christen, Hindus, Muslime und Juden - zunehmend in Gefahr gerät. Was insbesondere für Mädchen und Frauen dort immer mehr zur Gefahr wird.

Bis 1975 noch Kolonie

Surinam liegt im Nordosten von Südamerika. Bis zu seiner Unabhängigkeit 1975 war es eine niederländische Kolonie.

Es ist das kleinste Land des Kontinents, der Fläche nach lediglich halb so groß wie Deutschland.

Surinam zählt etwa 550 000 Einwohner und ist hierzulande relativ wenig bekannt.

Von großen Touristenströmen aus Europa oder Nordamerika blieb das Land bislang unberührt.

Niederländisch ist bis auf den heutigen Tag Amtssprache

Als sich der offizielle Teil des Abends dem Ende neigt, werden Spenden gesammelt. Die Kollekten aus den Gottesdiensten sind weltweit auch ein Zeichen der Solidarität. Darauf weist Hannelore Konietzny-Pohl hin.

Zucchini ersetzt Kürbis

Dann wird gemeinsam gegessen. Auch das ist ein mit dem Weltgebetstag verbundener Brauch. Auf einer langen Tafel stehen typische Speisen aus Surinam. Zubereitet von den Frauen der Vorbereitungsgruppe. Süßkartoffelsalat, Kokoskuchen, Kokosbrot und Kokospudding, Lapis, Kartoffelsalat mit roter Beete und andere landestypische Köstlichkeiten locken zum probieren. Der Einkauf der teilweise speziellen Zutaten stellte nach Aussage von Konietzny-Pohl kein Problem in den hiesigen Geschäften dar. Lediglich der Süßkartoffelsalat den Steffi Gericke beisteuerte, musste in etwas abgewandelter Rezeptur zubereitet werden. Den empfohlenen Kürbis ersetzte sie erfolgreich durch Zucchini.

Das Wissen um die Gemeinschaft, die rund um den Globus jeweils am ersten Freitag im März beisammen ist, schätzen Roswitha und Werner Schwachula aus Niemegk als besonderes Erlebnis. „Das gemeinsame Essen hält die Menschen länger zusammen und bietet die Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen“, ergänzt Andrea Breulmann aus Bad Belzig. An Gesprächsstoff mangelt es ihnen dabei nicht.

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Von Christiane Sommer

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