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Potsdam-Mittelmark Sieben Ehrenhaine für die Bundeswehr
Lokales Potsdam-Mittelmark Sieben Ehrenhaine für die Bundeswehr
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20:51 11.08.2014
Das Ausstellungsgebäude am Wegeanfang informiert über Auslandseinsätze. Von hier führt ein Weg, der nach links und rechts ausschert, zum Ort der Stille. Quelle: RÜTHNICK ARCHITEKTEMNJ
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Geltow

Eingebettet in einen natürlichen Baumbestand, führt auf einem 4500 Quadratmeter großen Areal nahe dem Haupttor der Henning-von-Tresckow-Kaserne Geltow ein 150 Meter langer Zick-Zack-Weg von einem Info- zu einem Andachtspavillon. Sieben Stelen listen unterwegs in bronzenen Lettern Namen und Einsatzorte von Soldaten auf, die bei sieben Auslandseinsätzen ums Leben kamen, 104 bisher. Diese Namen sind nach Angaben des Berliner Architekten und Ingenieurs Malte Looff dann auch in sieben Ehrenhainen zu finden, die links und rechts des Weges auf Lichtungen liegen. Die Haine werden denen nachempfunden, die es an den Einsatzorten gibt, wo sie von Kameraden ohne Reglementierung durch Vorgesetzte und die Bundeswehr aufgebaut wurden. "Es soll so ähnlich und so individuell wie möglich werden", sagte Looff der MAZ. Dazu würden die bestehenden Haine mit den originalen Materialien weitgehend in die Heimat transportiert und wieder so mit Kreuzen, Plaketten, Tafeln und Findlingen ausstaffiert, wie es die Kameraden getan haben. Aber nicht alles könne so werden wie am Einsatzort, sagt Looff: "Die Haine sind höchst unterschiedlich. Wir haben versucht, sie gestalterisch zusammenzufassen." Außerhalb der Haine können Angehörige aller Soldaten, die im Dienst gestorben sind, an den Bäumen individuell gestaltete Gedenkschilder anbringen. Das Konzept der Friedwälder oder Ruheforste stand hier Pate; Bestattungen werden auf dem Areal nicht erfolgen. Neuanpflanzungen von Bäumen sollen auf Wunsch der Hinterbliebenen möglich sein.

Das Verteidigungsministerium und die Bundeswehr haben keine andere Vorgabe für den Komplex gemacht als das Datum der Eröffnung. Der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) vergab den Auftrag ohne Ausschreibung an die Rüthnick Architekten Berlin; das Büro schrieb seinerseits die Gewerke für die Anlage aus und verpflichtete die Babelsberger Baudenkmalpflege Roland Schulze für die Ziegelverblendung der Pavillons und Stelen.

Zunächst werden fünf zurückgeführte Ehrenhaine aus Afghanistan und Bosnien auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos rekonstruiert - darunter der Ehrenhain aus dem kürzlich an die Afghanen übergebenen Feldlager Kunduz, der eine etwa 20 Meter lange Mauer enthält. Die Ehrenhaine aus Masar-i Scharif (Afghanistan) und Prizren (Kosovo) sollen folgen, sobald die jeweiligen Einsätze beendet sind.

Die Einsätze. Die Idee

  • Von den seit 1992 in Auslandseinsätze entsandten Bundeswehrangehörigen starben 104, davon 37 durch Fremdeinwirkung, 67 durch sonstige Umstände, auch durch Selbstmord.
  • In Afghanistan sind 55 Soldaten gestorben, davon 35 durch Fremdeinwirkung, 20 durch andere Umstände.
  • Die Initiative für den Wald entstand vor einem Jahr auf Anregung von Marlis Böken, deren Tochter Jenny als Offizieranwärterin der Marine 2008 bei einer Nordsee-Übung des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ ertrank.
  • 13 Liegenschaften im Raum Berlin wurden geprüft; Geltow wurde es. Marlis Böken war tief bewegt und zitierte Jean Paul: „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“

Von Rainer Schüler

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