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Geltowerin designt erste 50-Euro-Goldmünze

Lutherjahr 2017 Geltowerin designt erste 50-Euro-Goldmünze

Die erste 50-Euro-Goldmünze mit dem Motiv „Lutherrose“ ist von der Künstlerin Adelheid Fuss in Geltow designt worden. Für die Bildhauerin und Grafikerin war das ein besonderes Ereignis in ihrer Karriere, das sie wohl nie wieder vergessen wird. Die MAZ hat die 39-Jährige in ihrem Atelier in Geltow besucht.

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Adelheid Fuss konnte als eine von drei Künstlern mit ihrem Entwurf die Jury überzeugen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Geltow. In der Kunst ist es nicht wie in der Musik. Es ist nicht der eine Hit, der einen erfolgreich macht, sagt Adelheid Fuss, Bildhauerin und Grafikerin aus Geltow. Entscheidend seien die vielen kleinen Schritte. Deshalb fällt es der 39-Jährigen schwer, einen Punkt zu benennen, an dem sie mit ihrer Kunst erfolgreich wurde. Ein Ereignis wird sie aber nie mehr vergessen: der Moment, in dem sie erfahren hat, dass ihr Entwurf für die erste 50-Euro-Goldmünze zum Lutherjahr 2017 ausgesucht wurde. „Ich war so aufgeregt, der Tag war gelaufen“, sagt Fuss.

Acht Wochen hatte die Künstlerin Zeit, die Goldmünze „Lutherrose“ zu entwerfen. Die Münze zeigt auf der einen Seite die Lutherrose, das Siegel, das Martin Luther ab 1530 für seine Briefe verwendete, und auf der anderen Seite den Adler. Die Gestaltung der Symbole war den Künstlern überlassen. Ende August stand es dann fest. Teilnehmen durfte sie an dem Wettbewerb, weil sie in der Studienzeit schon einmal einen Entwurf für eine Medaille gefertigt hatte und fortan auf einer Liste potenzieller Teilnehmer stand. Nach der Jurysitzung wurde sie sofort angerufen. „Wenn man an so einem Wettbewerb teilnimmt, will man natürlich auch gewinnen“, sagt sie.

Gemeinsames Atelier mit Ulf Schüler

Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Ulf Schüler, der ebenfalls als freischaffender Bildhauer und Grafiker arbeitet, lebt sie seit zwei Jahren in Geltow. Neben dem Haus in der Caputher Chaussee steht das Atelier voller Figuren, Köpfe, Büsten, Skulpturen und Grafiken des Künstlerpaars. Kennengelernt hat Fuss den gebürtigen Potsdamer bei der gemeinsamen Ausbildung in Flensburg. Nach der Holzbildhauerausbildung folgten sieben Jahre Studium der Bildhauerei in Halle. Zwischen 2005 und 2006 verbrachte Fuss auf eigenen Wunsch einige Zeit an der Akademie der Schönen Künste in Athen, lernte griechisch und durfte die Ateliers und Werkstätten der Künstler vor Ort nutzen. Der gebürtigen Rumänin war von Anfang an klar, dass es für sie in Richtung Bildhauerei gehen wird.

Adelheid Fuss in ihrem Atelier

Adelheid Fuss in ihrem Atelier.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Ob sie eines Tages Geld mit ihrer Kunst verdienen würde, schien zunächst unwichtig. „Solche Zwänge halten einen nur dabei auf, seine Ziele zu erreichen“, so Fuss. „Am Ende muss man es einfach wollen.“ Ein Teil der Diplomarbeit namens „instabil“, die sie 2009 anging, steht jetzt inmitten des Ateliers. Eigentlich ist es eine Zweiergruppe, doch momentan ist nur ein Teil da. An die Schaffensphase dieser Skulptur erinnert sie sich immer noch gern zurück. „Daraus haben sich viele meiner späteren Arbeiten entwickelt“, sagt sie. So sind auch die kleineren Plastiken aus Wachs aus der Reihe „Transit“, an denen die Künstlerin momentan arbeitet, eine Variante dieser Grundidee. „Sie sollen zeigen, dass nicht alles fest steht. Deshalb haben sie auch unterschiedliche Aufstellungsmöglichkeiten“, erklärt die Grafikerin.

Im kommenden Jahr stellt Fuss in Kleinmachnow aus

Im Alter von 10 Jahren siedelte sie mit ihrer Familie von Rumänien nach Deutschland um. Von 2011 bis 2014 wohnte sie gemeinsam mit Ulf Schüler in Potsdam. Zuletzt hat sie im Frühjahr mit der Ausstellung „Zwischenraum“ Spuren in Dallgow-Döberitz (Havelland) hinterlassen. Fünf Wochen war ein Teil ihrer Werke dort zu sehen. „Interessant war für mich, dass jemand anders die Ausstellung gemacht hat. Dadurch sieht man seine Werke noch mal aus einer anderen Sichtweise“, sagt Fuss. Im kommenden Jahr wird sie gemeinsam mit einem Maler beim Kleinmachnower Kunstverein „Die Brücke“ ausstellen.

Ein Teil der Zweiergruppe „instabil“

Ein Teil der Zweiergruppe „instabil“.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Künstlerin ist angekommen und zufrieden mit ihrem Leben, so wie es jetzt ist. Wenn sie zehn Jahre in die Zukunft blickt, würde sie nichts ändern. Bis auf eines: „Es wäre wichtig, wenn ich mich besser strukturiere. Ich würde gerne mehr im Atelier machen und mir längere Schaffensphasen für die Skulpturen einräumen.“

Erste 50-Euro-Goldmünze

Die Bundesregierung hat im August beschlossen, erstmals eine 50-Euro-Goldmünze prägen zu lassen. Ausgegeben wird sie am 24. Mai 2017. Sie gilt als Zahlungsmittel, ist aber hauptsächlich für Sammler interessant.


Anlass für die Münze mit dem Motiv „Lutherrose“ ist Martin Luthers Thesenanschlag im Jahr 1517 – der Auftakt zur Reformation, die die Weltgeschichte in Politik, Religion, Kultur und Gesellschaft maßgeblich beeinflusst hat.

Die Jury begründet die Entscheidung für den Vorschlag von Adelheid Fuss damit, dass die Elemente außerordentlich sensibel und sorgfältig gestaltet sind. Die Umschrift ist grafisch fein ausgeführt und die symbolische Bedeutung der Lutherrose kommt hervorragend zum Ausdruck. Zwischen Bildseite und Wertseite ergib sich ein harmonisches Verhältnis.

Die Münze wird aus Feingold (999,9 Tausendteile) bestehen und etwa sieben Gramm wiegen. Geprägt werden soll sie laut Bundesfinanzministerium in den fünf deutschen Münzstätten Berlin, München, Stuttgart, Karlsruhe und Hamburg.

Über den Preis , der sich nach dem jeweiligen Goldwert richtet, und die konkreten Bestellmodalitäten wird die Verkaufsstelle für Sammlermünzen (VfS) vor Ausgabe der Münze informieren.

Von Luise Fröhlich

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